StarCapital-Portfolioprofi Schlumberger: Faible für Fonds und Fußball - Fondsnews


14.06.19 10:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Manfred Schlumberger leitet das Portfoliomanagement bei StarCapital, so die Experten von "FONDS professionell".

Bei einem Besuch mit "FONDS professionell" in der Frankfurter Commerzbank-Arena berichte er aus den drei Jahrzehnten seiner wechselvollen Karriere.

Kaum sei er da, drehe sich alles um Fußball. Kein Wunder an diesem Ort. "Die Commerzbank-Arena wollte ich schon längst mal besichtigen, bisher kenne ich sie nur voll besetzt als Zuschauer", sage Manfred Schlumberger. 30 Jahre habe er in Frankfurt gearbeitet, trotzdem habe es nie geklappt - aber heute. "Herrlich", sage Schlumberger, als er von der Tribüne aus seinen Blick über das Stadion schweifen lasse. Am liebsten würde der Fußballfan gleich mal auf den Rasen. Doch der sei schon für das nächste Spiel vorbereitet.

Also gehe es auf zu einer Runde einmal um den ganzen Platz herum. "Fußball hatte für mich schon immer viel Bedeutung", erzähle Schlumberger. Als Jugendlicher habe er im Ortsverein gespielt, für mehr habe es nicht gereicht. "Mein Spaß und mein Engagement waren immer viel größer als mein Können", gebe er ehrlich zu. Im Fußball vielleicht - im Fondsmanagement nicht.

Hier stelle Manfred Schlumberger sein Können schon seit Jahrzehnten unter Beweis. Seit April 2017 leite er bei der Fondsboutique StarCapital aus Oberursel das Portfoliomanagement und sei Vorstandsmitglied. Schlumberger sei in die Fußstapfen von Firmengründer und Branchenlegende Peter E. Huber getreten. Bis dieser sich Ende 2018 endgültig aus dem Unternehmen zurückgezogen habe, habe Schlumberger nach und nach seine Fonds übernommen. Heute manage er den Aktienfonds Starpoint, die Multi-Asset-Fonds Allocator, Winbonds plus und das StarCapital-Flaggschiff Strategy 1.

Schlumbergers Karriere sei 1987 bei der Dresdner Bank in Frankfurt gestartet. Sein Interesse an Börsenkursen habe er schon lange vorher entdeckt. In Langenau nahe Ulm wachse er auf, nach der Schule gehe es jeden Tag auf den Bolzplatz. Schlumberger habe zwei ältere Brüder. Als sie ihre ersten Aktien kaufen würden, beginne der Jüngste der Familie den FAZ-Index zu verfolgen. "Da habe ich mir Werte rausgesucht und mit Bleistift und Lineal auf kariertem Papier Kursverläufe gezeichnet", erzähle Schlumberger. So habe er dahinterkommen wollen, wann die Börse steige oder falle. "Natürlich habe ich die Hintergründe damals nicht verstanden, aber das war meine erste Beziehung zum Thema Kapitalmarkt", sage er.

Nach dem Abitur im Jahr 1977 gelte sein Interesse der Beziehung zwischen Politik und Wirtschaft. Schlumberger studiere in Augsburg Volks- und Betriebswirtschaft und promoviere. Anfang 1987 gehe er als Renten- und Währungsanalyst zur Dresdner Bank, wechsele etwas später zum Deutschen Investment Trust (DIT), der damaligen Fondsgesellschaft des Instituts. Dort bewege er bald riesige Summen. "Mit knapp 30 Jahren habe ich Milliarden D-Mark gemanagt", berichte Schlumberger. Wie sei es, in so jungen Jahren derart viel Geld zu verwalten? Sei die große Verantwortung nicht belastend gewesen?

Die Antwort auf diese Frage müsse ein bisschen warten. Denn jetzt locke erst einmal die Trainerbank. Schlumberger nehme Platz. "Cool", sage er. "Das hätte ich auch nicht gedacht, dass ich hier einmal sitzen würde." Verantwortung für Milliarden an fremden Geldern? Er überlege. "Ich glaube, gerade wenn man jung ist, empfindet man das nicht so", sage er. Bis 1994 bleibe er beim DIT, steuere bald auch einen großen europäischen Rentenfonds, wechsele dann als Leiter des Wertpapiergeschäfts zur Frankfurter Volksbank. Hier erlebe er, wie die Aktienkurse am Neuen Markt ins Unermessliche steigen würden. "Casino", "Bonanza" nenne er es heute, "reine Psychologie".

Ein Verständnis dafür, wie die Psychologie an der Börse funktioniere, sei für ihn eine wichtige Voraussetzung für gutes Fondsmanagement. Welche Eigenschaften brauche ein Portfoliomanager sonst noch, um erfolgreich zu sein? Zurückgekehrt auf die Tribüne, schaue Schlumberger noch einmal versonnen über den Rasen. "Eigentlich keine besonderen", sage er. Ein gutes Verständnis für volkswirtschaftliche Zusammenhänge sei das wesentliche Handwerkzeug.

Im Jahr 2001 verlasse Schlumberger die Frankfurter Volksbank. Bei der Tochter der BHF Bank, BHF Trust, übernehme er die Leitung der Vermögensverwaltung. In den ersten Jahren müsse er dort die Scherben aufkehren, die der Zusammenbruch des Neuen Marktes hinterlassen habe. Doch nach und nach würden er und sein Team sich aus der Misere herausarbeiten. Auch durch die Finanzkrise würden sie gut kommen. "Das war eine tolle Zeit", erinnere sich Schlumberger. Nicht zuletzt auch deswegen, weil er das Vermögen einiger prominenter Fußballer habe betreuen dürfen. 15 Jahre bleibe er BHF Trust treu. Im Januar 2016 beginne dann ein kurzes Zwischenspiel bei der Berenberg Bank, bis Huber ihn nach Oberursel hole.

Sei es nicht eine enorme Herausforderung, in die Fußstapfen der Legende Peter E. Huber zu treten? "Natürlich ist das eine Herausforderung", sage Schlumberger. "Aber wenn ich es mir nicht zutrauen würde, hätte ich es nicht gemacht." Er habe eben Sportsgeist. Ach ja: Was sei in all den Jahren im Beruf eigentlich aus dem Fußball geworden? "Ich kicke heute noch jeden Ball, der mir vor die Füße kommt", sage der Fondsmanger zwinkernd. Und verrate: "Aber am allerliebsten fahre ich Ski."

Manfred Schlumberger, StarCapital: "Ich bin Jahrgang 1958, habe die 60 also schon überschritten und denke, StarCapital wird meine letzte Station sein. Für mich schließt sich der Kreis daher jetzt auf eine sehr schöne Art."

"Ich wäre statt nach Frankfurt eigentlich lieber nach München gegangen. Ehrlich gesagt bin ich auch Bayern-Fan."

"In Zyklen kommen bestimmte Regionen oder Branchen, die nicht beliebt waren, immer wieder. Diese zu erkennen kann nur aus der Sicht von oben gelingen. Von unten zu kommen, sich lediglich einzelne Unternehmen anzuschauen, das macht blind."

"Bei StarCapital habe ich ein großes Maß an Freiheit."

"Natürlich ist es eine Herausforderung, in die Fußstapfen von Peter E. Huber zu treten. Aber wenn ich es mir nicht zutrauen würde, hätte ich es nicht gemacht."

"Ich kicke heute noch jeden Ball, der mir vor die Füße kommt." (News vom 13.06.2019) (14.06.2019/fc/n/s)





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