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Sparkassen verzeichnen zweitbestes Fondsjahr seit der Finanzkrise - Fondsnews


23.03.20 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Kunden der Sparkassen haben 2019 unter dem Strich fast zehn Milliarden Euro in Fonds gepumpt, so die Experten von "FONDS professionell".

Aus Anleihen und Zertifikaten hätten sie dagegen mehr Geld abgezogen, als sie neu investiert hätten.

Die Sparkassen hätten ein Jahr mit einem guten Wertpapiergeschäft hinter sich. Das gehe aus dem jüngst veröffentlichten Finanzbericht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) hervor, der die vorläufigen Zahlen der 378 Sparkassen in Deutschland bündele.

Demnach hätten die Kunden 2019 netto 10,8 Milliarden Euro neu in Wertpapiere investiert. Davon würden 9,8 Milliarden Euro auf Fonds entfallen. Das entspreche einem Plus von gut 27 Prozent zum Vorjahr und bedeute das zweitbeste Neugeschäft mit Fonds seit der Finanzkrise.

Betrachte man den gesamten Wertpapierabsatz, sei das Geschäft 2019 allerdings schlechter als 2018 gelaufen. Damals hätten Sparkassenkunden unter dem Strich 13,8 Milliarden Euro in Wertpapiere investiert, so viel wie seit 15 Jahren nicht mehr. Das sei damals vor allem auf das gute Geschäft mit Zertifikaten zurückzuführen gewesen. 2019 seien dagegen netto rund 200 Millionen Euro aus festverzinslichen Wertpapieren abgeflossen, zu denen der DSGV auch die Zertifikate zähle. In Aktien hätten die Sparkassenkunden netto 1,2 Milliarden Euro investiert.

Ertragsrelevant sei für die Sparkassen allerdings nicht bloß das Nettoneugeschäft: Auch der gesamte Umsatz im Kundenwertpapiergeschäft sei wichtig. Schließlich würden die Institute bei Fonds nicht nur am ausstehenden Volumen in Form der Bestandsprovision, sondern auch am Bruttoabsatz verdienen, weil sie in der Anlageberatung einen Ausgabeaufschlag vereinnahmen würden. Im Geschäft mit Zertifikaten, Anleihen und Aktien sei diese Kennzahl sogar die deutlich wichtigere, denn eine Bestandsprovision würden diese Wertpapiere in aller Regel nicht bieten.

Insgesamt sei der Wertpapierumsatz 2019 um 5,3 Prozent auf 111,3 Milliarden Euro gestiegen. Davon würden 48,5 Milliarden Euro auf Fonds entfallen, das seien 6,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den festverzinslichen Wertpapieren inklusive der Zertifikate sei der Umsatz im vergangenen Jahr sogar um 13 Prozent auf 36,1 Milliarden Euro gestiegen. Nur das Geschäft mit Aktien und Optionsscheinen sei geschrumpft, und zwar um gut fünf Prozent auf 26,7 Milliarden Euro.

In absoluten Zahlen gemessen sei das Wertpapiergeschäft für die Sparkassen nach wie vor eher eine Nische: Allein die Kundeneinlagen seien im Geschäftsjahr 2019 um 45,2 Milliarden Euro auf 995,4 Milliarden Euro gestiegen - trotz der niedrigen Zinsen. Allein die kurzfristig verfügbaren Sichteinlagen hätten um 8,8 Prozent auf 664,6 Milliarden Euro zugelegt. "Das bedeutet auch, dass weite Teile der Bevölkerung und der Unternehmen über erhebliche liquide Mittel verfügen, um die aktuelle Krise abzupuffern", heiße es in einer Pressemitteilung des DSGV. (23.03.2020/fc/n/s)