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Smart-Beta-Strategien: Sind die hohen Mittelzuflüsse eine Gefahr für Investoren?


09.06.17 09:26
Absolut Research

Hamburg (www.fondscheck.de) - Die hohe Nachfrage nach Smart-Beta-Produkten hat einen kontroversen Diskurs in der Asset-Management-Branche über mögliche Kapazitätsgrenzen und Überbewertungen dieser Strategien entfacht, so Absolut Research in der aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Absolut Research hat diesen Diskurs zum Anlass genommen, um den aktuellen Forschungs- und Diskussionsstand zum Thema darzustellen und eine eigene Analyse zur Preisveränderung verschiedener Faktorstrategien durchzuführen. Darüber hinaus wird auch die aktuelle Marktentwicklung und Asset Manager Performance untersucht.

Zum Ende des ersten Quartals 2017 verwalteten Smart-Beta-Produkte in den USA und Europa 291 Mrd. Euro, ein Anstieg um mehr als 30% gegenüber dem Vorjahr. Trotz der Befürchtungen mancher Investoren und Asset Manager, dass dies zu Überbewertungen der Faktorstrategien führen würde, lässt sich ein deutlicher relativer Preisanstieg von Smart-Beta- Strategien nicht feststellen.

Im Verhältnis zu klassischen Marktbenchmarks hat sich die Bewertung von Smart-Beta-Strategien über die vergangenen fünf Jahre nicht wesentlich verändert. Dies gilt sowohl für eine Betrachtung der Kurs/Gewinn-Verhältnisse (KGV) als auch der Kurs/Buchwert-Verhältnisse (KBV). Die Strategien Value Weighted und Equal Weighted scheinen sogar relativ betrachtet günstiger geworden zu sein.

Michael Busack, Geschäftsführender Gesellschafter, Absolut Research GmbH: "Die Frage nach Kapazitätsgrenzen und Bewertungsänderungen von Smart-Beta-Strategien wird kontrovers diskutiert. Aktuell lässt sich eine systematische Überbewertung im Vergleich zu marktbreiten Aktieninvestments allerdings nicht feststellen."

Der Gesamtmarkt für Smart-Beta-Strategien hat sich 2016 deutlich positiv entwickelt. Zum Ende des ersten Quartals 2017 beträgt das Volumen europäischer und US-Smart-Beta-Fonds 291 Mrd. Euro, aufgeteilt auf 794 Produkte. Binnen eines Jahres konnten die Fonds Netto-Zuflüsse in Höhe von 31 Mrd. Euro erzielen, vor allem in Aktienstrategien (+28,4 Mrd. Euro). In Relation zum Gesamtmarkt der europäischen Aktienfonds machen Smart-Beta-Produkte mit einem Anteil von 3,5% allerdings nach wie vor nur einen geringen Bruchteil aus.

Sowohl für Europa als auch für die USA zeigen die Untersuchungen, dass Smart-Beta-Strategien nicht automatisch und in jeder Marktphase eine Überrendite erzielen, sondern einzelne Faktoren auch über längere Zeiträume hinter dem Gesamtmarkt zurückbleiben können. Mit Ausnahme gleichgewichteter Ansätze lagen in Europa alle Smart-Beta-Strategien über der kapitalisierungsgewichten Marktbenchmark, in den USA dagegen blieben alle anderen Ansätze hinter dem Gesamtmarkt zurück. Generell zeigt sich, dass dividenden- und risikogewichtete Strategien in einer schwachen Marktphase erfolgreich sind, während fundamentale Ansätze im positiven Marktumfeld vorne liegen.

Die Untersuchung der Smart-Beta-Fonds in der Absolut|analyse unterstreicht die Bedeutung einer sorgfältigen Auswahl des Asset Managers. Denn auch innerhalb der Faktorstrategien gibt es deutliche Performance- Abweichungen, die durch unterschiedliche Faktordefinitionen und Umsetzungsmethoden hervorgerufen werden. Ein Beispiel hierfür sind US-Dividendenstrategien, bei denen über die vergangenen drei Jahre die annualisierten Renditen von -3% bis +15,8% reichen. (Pressemitteilung vom 08.06.2017) (09.06.2017/fc/n/s)