Short & Leveraged ETPs: S&L-Investoren halten Long-Positionen bei Energie und Gold


08.07.19 13:31
WisdomTree Europe

London (www.fondscheck.de) - Investoren in Short & Leveraged (S&L) ETPs zeigten sich im Juni optimistisch, positionierten sich mit Long-Positionen in Erdgas und gaben ihre Short-Positionen auf, so die Experten von WisdomTree Europe.

Bislang seien die Erdgaspreise konjunkturbedingt gesunken. Wegen des nahenden Sommers und der damit anziehenden Nachfrage nach Erdgas für Klimaanlagen in den USA dürften sich die Preise erholen, was sich angesichts der taktischen Positionierung der Investoren günstig auswirken werde.

Ähnlich optimistisch stünden S&L-Investoren dem Rohstoff Öl gegenüber, der sich seit Mitte Juni erholt habe. Grund seien verbesserte Aussichten für das globale Wachstum angesichts der wahrscheinlichen Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen den USA und China nach dem G20-Gipfel.

Schließlich habe der durchschnittliche Verschuldungsgrad der Anleger bei den Gold-ETPs im Juni 2019 ein historisch hohes Niveau von x2,09 erreicht.

Das Federal Open Market Committee (FOMC) habe die Rentenmärkte im Juni stark beeinflusst, die Stimmungslage der FED im Vergleich zur letzten FOMC-Sitzung habe in eine völlig andere Richtung gedreht. Sprachlich sei man von "Geduld" abgewichen hin zu "genaue Überwachung", was die Bereitschaft signalisiere, die geldpolitische Lockerung gegebenenfalls zu verlängern.

Der soeben veröffentlichte Dot Plot der FED habe gezeigt, dass die durchschnittlichen Erwartungen für die Zinssätze für 2019 zwar im Einklang mit der Veröffentlichung im März geblieben seien, die Prognosen für 2020 und 2021 jedoch auf eine deutliche Herabstufung hindeuten würden und den Weg für eine eventuelle Zinssenkung im Jahr 2020 ebnen würden. Die moderaten Erklärungen der FED hätten die Renditen für 10-jährige US-Staatsanleihen erstmals seit 2016 wieder unter 2 Prozent gedrückt.

S&L-Investoren hätten ihre Short-Allokationen bei US-amerikanischen Staatsanleihen erhöht und sich so in Bezug auf einen möglichen Zinssenkungseffekt positioniert, falls die FED bei der nächsten FOMC-Sitzung die Erwartungen der Märkte an die Zinsen nicht erfüllen sollte. In Europa habe die 10-jährige Rendite deutscher Bundesanleihen am 28. Juni 2019 mit minus 33 Basispunkten ein Rekordtief erreicht.

Die Konjunkturdaten in Europa seien während des Monats verhalten positiv gewesen, obwohl Mario Draghis zurückhaltende Kommentare auf der Konferenz im portugiesischen Sintra den Euro geschwächt hätten, da er darauf hingewiesen habe, dass die EZB bei Bedarf die gesamte Flexibilität innerhalb ihres Mandats nutzen würde. S&L-Investoren hätten ihre Short-Positionen bei deutschen Staatsanleihen weiter abgebaut und die Gesamtverschuldung reduziert.

Aktien hätten einen herausfordernden Monat Mai erlebt. Die drohende Eskalation des Handelskrieges und die globalen Wachstumssorgen hätten eine "Risk-off"-Stimmung am Markt genährt. Die Aktienmärkte hätten jedoch Anfang Juni gedreht und zum Ende mit einem Anstieg des S&P 500-Index um rund 6 Prozent einen starken Monat gehabt. Im Laufe des Monats hätten sie sich historischen Höchstständen genähert, die auf dem Optimismus in Bezug auf die Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen den USA und China auf dem G20-Gipfel Ende Juni beruht hätten. S&L-Investoren hätten im Juni große Mengen ihrer globalen und amerikanischen Long-Positionen verkauft und von der Rally profitiert. (Ausgabe vom 04.07.2019) (08.07.2019/fc/n/e)





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