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Short Duration Fonds - Fokus auf High-Yield Kurzläufer - Fondsnews


14.09.17 15:00
Scope Analysis

Berlin (www.fondscheck.de) - In Erwartung der Zinswende und auf der Suche nach positiven Renditen setzen Anleiheinvestoren auf kurze Laufzeiten - und nehmen verstärkt Kreditrisiken in Kauf, so die Experten von Scope Analysis.

Zahlreiche Short Duration Fonds würden sich zunehmend auf High-Yield Kurzläufer fokussieren.

Bereits in den vergangenen Jahren hätten Short Duration Fonds vom Niedrigzinsniveau und der drohenden Zinswende profitiert und üppige Mittelzuflüsse generiert. Diese Fonds würden in Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten - in der Regel ein bis drei Jahre investieren.
Der Grund für die Beliebtheit: Der Kurs von Anleihen mit geringen Restlaufzeiten reagiere durch die in Kürze erfolgende Rückzahlung zum Nennwert nur in geringem Umfang auf Marktvolatilität oder Zinsänderungen. Mit Kurzläufern würden sich daher Durations-Risiken im Portfolio reduzieren lassen. (Hintergrund: Bei niedrig verzinsten Anleihen mit langen Restlaufzeiten führe schon ein geringer Anstieg des Zinsniveaus zu empfindlichen Kursverlusten.)

Ein weiterer Grund für die Mittelzuflüsse: Geldmarktinvestoren würden auf Short Duration Fonds ausweichen, um negativer Verzinsung zu entgehen. "Allerdings wird dies auch bei Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten zunehmend zur Herausforderung. Denn auch kurzlaufende Staatsanleihen von Emittenten hoher Bonität rentieren im negativen Bereich", sage Alexander Geschwindner, Senior Analyst bei der Ratingagentur Scope.

Eine unmittelbare Folge: Zahlreiche Short Duration Fonds hätten in den vergangenen Jahren sowohl den Anteil von Anleihen der Euro-Peripherie-Staaten als auch den Anteil von Unternehmensbonds deutlich ausgeweitet.

Zwar würden Investment-Grade Unternehmensanleihen im Gegensatz zu Staatsanleihen noch eine positive Verzinsung bieten, die Renditen würden sich dennoch nur knapp über der Nulllinie befinden. Zahlreiche Short Duration Fonds würden daher verstärkt im unteren Investment-Grade- oder sogar High-Yield-Bereich investieren. Einige Fonds würden sich sogar überwiegend auf High-Yield-Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten fokussieren.

Die Kombination aus kurzen Restlaufzeiten und geringer Bonität biete Investoren durchaus Vorteile: Die Renditen lägen signifikant über denen von Investment-Grade-Anleihen. Das Ausfallrisiko werde zugleich durch die kurzen Restlaufzeiten begrenzt. Außerdem gebe es keine Liquiditätsrisiken am Sekundärmarkt, da die Bonds bis zur Fälligkeit gehalten würden.

Nichtsdestotrotz bestehe natürlich auch bei kurzlaufenden High-Yield Bonds das Risiko, dass die gegenwärtig historisch niedrigen Ausfallraten durch eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Rahmens künftig ansteigen würden - und somit der gewünschte Pull-to-Par-Effekt nicht voll zum Tragen komme. (14.09.2017/fc/n/s)