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Semper-Constantia schließt Deal mit US-Vermögensverwalter - Fondsnews


04.10.17 12:45
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der global tätige US-Vermögensverwalter Russell Investments ist seit Anfang Oktober Kooperationspartner der Semper Constantia Privatbank, so die Experten von "FONDS professionell".

Bei der langfristig ausgerichteten Zusammenarbeit werde die Semper Constantia exklusiv die Distribution der Russell-Produkte in Österreich übernehmen.

Russell habe als Asset Manager in Österreich bisher kaum einen Namen. Joe Linhares, Leiter des Bereichs Europa und naher Osten bei Russell Investments, habe im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE den Markennamen und die Kundenbasis von Semper Constantia als Hauptgründe für die Kooperation hervorgehoben.

"Beim Asset Management ist es wirklich eine perfekte Kombination. In den Single-Asset Klassen haben wir viele ausgelassen. Wenn es heute bei Institutionellen Mandaten eine Ausschreibung gibt, sind die Erfordernisse ein langer Track Record und Volumen in diesem Mandat: Also mehrere hundert Millionen oder manchmal Milliarden Euro. Das hatte die Semper Constantia - außer in einigen Nischen - nicht liefern können. Mit dieser Kooperation haben wir ein viel breiteres Angebot für die Institutionellen Kunden", habe Semper Constantia-Vorstand Harald Friedrich gesagt.

Wie sich die Kooperation auf das verwaltete Vermögen oder Marktanteile auswirken solle, werde von beiden Seiten nicht bekannt gegeben.

Die Privatbank werde bei den Fonds weiter eine offene Architektur haben, habe Bernhard Ramsauer, CEO und Mitinhaber der Semper Constantia Privatbank gesagt. "Das müssen wir. Wenn es andere Fonds gibt, die eine bessere Performance haben als die Russell-Fonds, dann werden wir diese nehmen. Aber wenn wir neue Mandate bekommen und wir müssen Track Record in konkreten Gebieten vorweisen, dann wird Russell unser Partner sein", so Ramsauer.

Die Hauptleistung sei eine Distributionsfunktion in der Region, so Friedrich. "Für den Fall, dass wir einige institutionelle Mandate haben und es zu White Label Funds oder Spezialfonds kommt, dann stehen wir natürlich bereit, Depot und Administration zu übernehmen", so Friedrich.

Joe Linhares, der früher bei BlackRock gearbeitet habe und unter anderem für die ETF-Tochter iShares in Europa zuständig gewesen sei, habe gesagt, dass es keine strategischen Pläne bezüglich ETFs bei Russell gebe. "Wir haben den Zugang zu Managern weltweit. Damit finden wir Lösungen für Kunden, die deren Wachstumsbedürfnisse treffen. ETF lassen wir den vielen Baustein-Anbietern".

Man möchte das Geschäft in Europa ausbauen, heiße es bei Russell. Man sehe sich nach weiteren Kooperationsmöglichkeiten um. Auch Semper Constantia sei auf Wachstumskurs: "Wir schauen uns definitiv einiges an. Aber es gibt kein einziges Projekt, wo man schon darüber sprechen könnte", so Ramsauer. Vor allem sehe man sich derzeit in Österreich um.

Russell sei bereits davor in Österreich tätig gewesen und habe punkto Vertrieb mit der Kathrein Privatbank kooperiert. Semper Constantia habe mittlerweile die Depotbank der Kathrein übernommen. Mit dem Russell-Deal habe das nichts zu tun, so Ramsauer. Die Kooperation sei gänzlich abseits dieser Verbindung entstanden.

Russell Investments sei 1936 gegründet worden und sei ein global tätiger Vermögensverwalter. Das Unternehmen zähle zu seinen Spezialgebieten die aktive Verwaltung von Multi-Asset Portfolios sowie Beratungs-, Anlage- und Implementierungsdienstleistungen. Das verwaltete Vermögen werde mit 243,1 Milliarden Euro angegeben.

Das Unternehmen habe in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche Änderungen durchgemacht. Russell Investments habe ab 2014 zu 100 Prozent der London Stock Exchange gehört. 2016 sei der Verkauf an die Private-Equity-Unternehmen TA Associates und Reverence Capital Partners gefolgt. In diesem Jahr sei mit Michelle Seitz eine neue Unternehmenschefin bestellt worden.

Die 1986 gegründete Semper Constantia Privatbank AG verwalte ein Vermögen von über 15,5 Milliarden Euro und beschäftige rund 190 Mitarbeiter. Zu den drei Kern-Geschäftsbereichen zähle die Vermögensverwaltung und Beratung, das Investmentfonds- und Depotbankgeschäft sowie Immobilien. Eigentümer seien Hans Peter Haselsteiner (64 Prozent), Erhard Grossnigg (15 Prozent), Bernhard Ramsauer und Harald Friedrich (je 8,5 Prozent), so wie Ulrich Kallausch (4 Prozent). (04.10.2017/fc/n/s)