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Scope sieht offene Immobilienfonds gut gerüstet - Fondsnews


20.03.20 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Offene Immobilienfonds (OIF) steckten in den vergangenen Jahren in einem Dilemma, so die Experten von "FONDS professionell".

Weil sie sich großer Beliebtheit bei Anlegern erfreuen würden, sei ihnen regelmäßig mehr Geld zugeflossen, als sie in neue Immobilien hätten investieren können. Das verwässere die Rendite, denn bestenfalls leiste die Liquidität keinen Beitrag zur Performance, möglicherweise generiere sie sogar eine negative Verzinsung, die das Fondsergebnis belaste. Um Rückzahlungswünschen entsprechen zu können, seien OIF zwar verpflichtet, Liquiditätspolster vorzuhalten. Sie dürften aber nicht zu sehr anschwellen, damit die Fonds überhaupt noch Erträge erwirtschaften könnten.

"In der Corona-Krise sind die aktuell mehr als 20 Milliarden Euro Cash hingegen ein Stabilitätsanker", urteile die Ratingagentur Scope in einer Studie zu den Liquiditätsquoten bei OIF und ihrer Entwicklung. Durch die hohen Cash-Positionen sei derzeit sichergestellt, dass Anleger im Bedarfsfall an ihr Geld kommen würden - zumindest im Rahmen der durch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) vorgegeben Kündigungsfristen.

Die Möglichkeit, jederzeit und in beliebiger Höhe Kapital aus OIF abziehen zu können, habe in der Krise vor zwölf Jahren einige von ihnen zu vorübergehenden Schließungen und gänzlichen Abwicklungen gezwungen. Inzwischen würden sich die beim Publikum wieder sehr beliebten Anlagen viel größerer Stabilität erfreuen. "Ein wesentlicher Grund dafür ist die mit dem KAGB im Jahr 2013 eingeführte Mindesthaltedauer von zwei Jahren und die einjährige Kündigungsfrist", erkläre Scope. Hinzu käme, dass Gutachter bei der regelmäßig stattfindenden Bewertung der Immobilienbestände viel konservativer zu Werke gingen. Sie würden auf nachhaltig erzielbare Werte abstellen, was die Marktausschläge nach oben und unten glätte.

Für die kommenden Monate sehe Scope eine Verlangsamung der Mittelzuflüsse, was aber zumindest kurzfristig angesichts der hohen Cash-Bestände in den Fonds zu keinen Liquiditätsproblemen führen würde. Allerdings würden sich die Fondsmanager nach Einschätzung von Scope bei Investitionen in neue Objekte vorerst zurückhalten. (News vom 19.03.2020) (20.03.2020/fc/n/s)