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Scope bestätigt das Asset Management Rating der Commerz Real AG mit AA(AMR) - Fondsnews


17.11.20 17:00
Scope Analysis

Berlin (www.fondscheck.de) - Scope bestätigt das Asset Management Rating der Commerz Real AG mit AA(AMR), so die Experten von Scope Analysis.

Es würden die Segment-Ratings bestätigt: AA(AMR) für Erneuerbare Energien/Infrastruktur, A+(AMR) für Schiffe. Das Rating für Flugzeuge sei auf A+(AMR) von AA-(AMR) heruntergestuft worden. Das am 16.06.2020 bestätigte AA(AMR) für Immobilien sei Bestandteil.

Scope bestätige damit die sehr hohe Qualität und Kompetenz der Commerz Real AG im Management sachwertbezogener Investments sowie unternehmerischer Beteiligungen. Die im Rating bewerteten Anlagesegmente seien hierbei Erneuerbare Energien und Infrastruktur sowie Flugzeug- und Schiffsinvestments. Im Rahmen eines vorangegangenen Ratings sei das Asset Management der Gesellschaft im Segment Immobilien zudem bereits mit AAAMR bewertet worden.

Die Commerz Real zähle mit einer über vierzigjährigen internationalen Historie im Immobilienmanagement zur Gruppe der mittelgroßen europäischen Immobilien-Investment- und Asset Manager. Für die Bereiche erneuerbare Energien und Infrastruktur sowie Flugzeuge und Schiffe verfüge die Gesellschaft ebenfalls über eine langjährige Historie und zähle zu den etablierten Anbietern am deutschen Markt.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Wiesbaden habe einen großen Standort in Düsseldorf und eine Luxemburger Tochter, die Commerz Real Fund Management S.à r.l. Zum 31. Dezember 2019 seien konzernweit 746 Mitarbeiter an 14 Standorten im In- und Ausland tätig gewesen.

Die Assetklasse Immobilien vereine zum Jahresende 2019 mit 21,9 Mrd. Euro über alle Vehikel rund 66% der gesamten Assets under Management in Höhe von rund 33,3 Mrd. Euro auf sich. Rund 13% würden auf die Assetklasse Erneuerbare Energien / Infrastruktur sowie 5,4% auf Schiffsinvestments entfallen, lediglich 0,4% hingegen auf die Assetklasse Flugzeuge. Die restlichen Prozente würden auf Medienfonds (1,1%) bzw. auf Leasingmodelle außerhalb von Fondsstrukturen entfallen.

Die robuste Einnahmenbasis aus Anlage- und Finanzierungsprodukten und die enge Einbindung in den Commerzbank-Konzern würden aus Sicht von Scope eine sehr hohe Unternehmensstabilität gewährleisten, was einen positiven Ratingtreiber darstelle.

Die Fluktuation im Vorstandsbereich der Gesellschaft begrenze das Rating. Mit Wirkung zum 05.06.2020 sei Johannes Anschott kommissarisch zum Vorstandsvorsitzenden der Commerz Real bestellt worden. Damit übernehme er neben seinen bisherigen Aufgaben die Funktion von Dr. Andreas Muschter, der die Commerzbank-Gruppe nach 20 Jahren zum 01.06.2020 verlassen habe. Mit Wirkung zum 01.01.2021 habe der Aufsichtsrat der Commerz Real Gabriele Volz zur Vorstandsvorsitzenden berufen. Mit der langjährigen Geschäftsführerin des Asset Managers Wealthcap sei aus Sicht von Scope eine adäquate Nachfolgerin für den langjährigen Vorstandsvorsitzenden gefunden worden. Gleichfalls erachte Scope die rasche Umsetzung neuer strategischer Ressortzuschnitte im Vorstand sowie die Besetzung der Bereichsleiterpositionen mit langjährig erfahrenen Experten als zielführend.

Nach dem Weggang von Axel Drwenski habe sich die Gesellschaft entschieden, keine separate Research-Funktion aufrechtzuerhalten, was das Rating in diesem Kriterium begrenze. Die Aufgaben des Bereichs Research seien in die Profile des Produktmanagements integriert worden.

Wesentliche Faktoren für das sehr gute Ratingergebnis seien unter anderem die sehr gute Performance der Anlagevehikel im Erneuerbare Energien- und Infrastruktursegment. Hier hätten vor allem die prospektierten Renditeprognosen im Solarbereich für jedes Jahr des Zeitraumes 2015 bis 2019 übertroffen werden können. Institutionelle Investoren bediene die Gesellschaft seit 2016 mit maßgeschneiderten Investments und Strukturierungen, wobei aufgrund der noch jungen Historie noch keine aussagekräftige Performanceangabe möglich sei.

Der Assetklassen-übergreifende Preiswettbewerb und die damit erschwerte strategiekonforme Anbindung von Sachwerten gestalte sich im derzeitigen Wettbewerbsumfeld nach wie vor schwierig. Die Commerz Real stelle sich dieser Herausforderung mittels einer selektiven Ankaufspolitik, vor allem im Bereich Erneuerbare Energien. Im Berichtszeitraum sei u.a. über ein Konsortium die großvolumige Beteiligung an einem bereits am Netz angeschlossenen deutschen Offshore-Windpark erfolgt. Gleichfalls sehr positiv werte Scope, dass damit die Assetklasse Offshore Wind Secondaries für institutionelle Investoren neu erschlossen worden sei. Bei dieser könnten Anleger in einen Bestandspark und damit ohne die ansonsten für Offshore Wind typischen Projektentwicklungsrisiken investieren.

Branchenüberdurchschnittlich sei die vorgehaltene hohe technische Kompetenz im Bereich Erneuerbare Energien. Partnerschaften mit renommierten Dienstleistern im Erneuerbare Energien-Bereich seien positive Ratingtreiber.

Seit 2010 seien insgesamt drei Flugzeugfonds mit einem Eigenkapitalvolumen in Höhe von insgesamt rund 102 Mio. Euro als geschlossene Publikumsfonds emittiert worden. Aufgrund der Insolvenz des Leasingnehmers Air Berlin sei die vorzeitige Auflösung der CFB-Fonds 176 und 178 erfolgt, sodass sich aktuell nur noch ein Flugzeugfonds in der Verwaltung befinde. Gemäß dem Initiator sei der bisherige Verlauf dieses in eine Boeing 777-300ER investierenden Alternativen Investment Fonds (AIF) bislang plangemäß. Allerdings stehe eine Stundung der Leasingraten für sechs Monate kurz vor Vertragsabschluss mit dem Leasingnehmer Emirates. Hierbei verzichte die Bank für diese Zeit auf die laufende Tilgung. Die gestundeten Leasingraten würden in der restlichen Vertragslaufzeit wieder nachgeholt, sodass Liquiditätszahlungen lediglich zeitlich verschoben würden, aber nicht ausfallen würden.

Den hierbei verfolgten Fokus auf fungible Flugzeugmodelle würdige Scope klar positiv.

Sowohl der Ankauf von Flugzeugen als auch die Auflage von Publikums- oder Spezial-AIF entspreche aktuell nicht der Investmentstrategie der Commerz Real.

Seit der Emission des ersten Schiffsfonds 1998 seien bis 2009 insgesamt 20 Fonds aufgelegt worden. Zum Ratingstichtag würden sich noch insgesamt zwölf Schiffe in neun Fonds in der Bewirtschaftung befinden.

Überzeugend sei die annähernd strategiekonforme Performance der vier Flüssigerdgas (LNG)-Tanker innerhalb der Assetklasse Schiffe, während sich die Containerschiff-Investments nicht der Krise an den Schiffsmärkten hätten entziehen können. Zum 31.12.2019 sei die Bestandsflotte zu 100% verchartert mit Charterlaufzeiten bis 2024 bzw. 2027. Marktseitig bedingt seien seit 2009 keine neuen Fonds aufgelegt worden. (17.11.2020/fc/n/s)