Erweiterte Funktionen

Scope: Dauerparty bei offenen Immobilienfonds geht weiter - Fondsnews


19.06.17 14:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Stimmung der Anbieter offener Immobilienfonds lässt sich im Moment kaum übertreffen: Rund 60 Prozent dieser beurteilen die Lage in diesem Jahr mit "gut", 40 Prozent sogar mit "sehr gut", so die Experten von "FONDS professionell".

Für das Jahr 2018 seien die Einschätzungen identisch.

Dies korrespondiere mit den erwarteten Mittelzuflüssen: Bereits im vergangenen Jahr hätten offene Immobilienfonds Rekordzuflüsse verzeichnet. Nach den aktuellen Erwartungen der Fondsanbieter werde es 2017 so weiter gehen - knapp 40 Prozent würden mit moderaten Zuflüssen rechnen, mehr als 60 Prozent sogar mit deutlichen Zuflüssen.

Eine Folge der positiven Markteinschätzung und der erwarteten Mittelzuflüsse: Alle befragten Anbieter würden in den kommenden drei Jahren neue Produkte planen. Zum Vergleich: In der letzten Marktbefragung vor zwei Jahren habe nur die Hälfte der Emittenten angegeben, die Auflage von Fonds zu planen.

Das gehe aus einer Umfrage hervor, die die Ratingagentur Scope sowohl unter 13 Fondsanbietern, die mehr als 180 Milliarden Euro Assets under Management hätten, als auch 149 Investoren, Vermögensverwaltern und Vertrieben von offenen Immobilienfonds gemacht habe.

Trotz sehr guter Stimmung und zahlreicher Produktpläne gebe es Risiken, wie Scope weiter schreibe: Als größte Gefahr für die Attraktivität offener Immobilienfonds würden 60 Prozent der Befragten einen möglichen Anstieg des Zinsniveaus und den Mangel an geeigneten Investitionsobjekten einstufen.

Die Knappheit von attraktiven Immobilien habe bereits heute Konsequenzen. Die Einschätzung zu den Investitionsvolumina für 2017 seien verhalten: Trotz erwarteter Mittelzuflüsse würden nur knapp 40 Prozent der Anbieter von im Vergleich zu 2016 steigenden Investitionen ausgehen. Rund ein Viertel der Befragten rechne mit einem ähnlichen Niveau und knapp 40 Prozent würden sogar von einem geringeren Investitionsvolumen als 2016 ausgehen.

Der Mangel an attraktiv gepreisten Investitionsobjekten und die Erwartung weiterer Netto-Mittelzuflüsse würden mit der Erwartung steigender Liquiditätsquoten einhergehen: Rund 45 Prozent der befragten Anbieter würden zum Jahresende höhere Liquiditätsquoten als zu Beginn dieses Jahres erwarten, knapp 40 Prozent würden mit einem ähnlichen Niveau rechnen und nur 15 Prozent würden von sinkenden Liquiditätsständen ausgehen.

Nicht nur bei den Anbietern, sondern auch bei Investoren und Vertrieben sei die Stimmung in Bezug auf offene Immobilienfonds auf einem hohen Niveau: Zwei Drittel der Befragten würden die Lage im Markt der offenen Immobilienfonds in diesem Jahr als positiv oder sehr positiv beurteilen, 30 Prozent würden die Lage neutral einschätzen. Nur rund vier Prozent der Teilnehmer hätten eine negative Einschätzung.

Diese insgesamt positive Einschätzung korrespondiere mit den Antworten auf die Frage nach der Bedeutung offener Immobilienfonds: Mehr als die Hälfte der Befragten gehe von einem Bedeutungszuwachs in den kommenden drei Jahren aus - sowohl für Privatanleger als auch für institutionelle Investoren. Mehr als ein Drittel sehe keine Veränderungen. Nur rund zehn Prozent der Investoren und Vertriebe würden einen Bedeutungsverlust erwarten.

Die positiven Aussichten für offene Immobilienfonds würden Hand in Hand mit dem Ruf nach neuen Produkten gehen: Fast die Hälfte (48%) der Befragten halte die Auswahl an Fonds für zu gering. Das sei im Vergleich zur letzten Marktbefragung vor zwei Jahren eine deutliche Steigerung: Damals seien nur rund 30 Prozent der Umfrageteilnehmer mit der Produktauswahl nicht zufrieden gewesen. (19.06.2017/fc/n/s)