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Schroders Global Investor Study 2018: Sachkundige Anleger gehen höhere Risiken ein - Fondsnews


03.12.18 14:00
Schroders

London (www.fondscheck.de) - Sachkundige Investoren aus der ganzen Welt legen knapp ein Viertel ihrer Portfolios in risikoreiche Kapitalanlagen an, so die Experten von Schroders.

Zudem würden sie weniger Wert auf Barmittel als Anfänger ohne viel Erfahrung am Kapitalmarkt legen. Zu diesen Ergebnissen komme die Schroders Global Investor Study 2018.

Anleger, die sich selbst als "fortgeschritten/sachkundig" bezeichnen würden, würden höhere Risiken eingehen und durchschnittlich 24 Prozent ihrer Portfolios in risikoreiche Kapitalanlagen investieren. Dagegen würden "Anfänger/Anleger mit rudimentären Kenntnissen" nur 14 Prozent ihrer Ersparnisse in solche Instrumente anlegen. Dies sei ein Hinweis darauf, dass erfahrene Anleger zuversichtlicher seien, von zusätzlichem Risiko profitieren zu können.

Fortgeschrittene Anleger in Asien seien der Studie zufolge am risikofreudigsten, denn sie würden 26 Prozent ihrer Investments für riskantere Kapitalanlagen vorsehen, verglichen mit 23 Prozent bei vorsichtigeren europäischen Anlegern.

Was die Altersstruktur angehe, würden die jüngsten Umfrageteilnehmer in der Altersgruppe 18 bis 24 Jahre mit einem Portfolioanteil von 27 Prozent am meisten in risikoreiche Anlageprodukte investieren. Am anderen Ende der Skala lägen die über 65-jährigen Anleger, die deutlich vorsichtiger seien. Sie würden 20 Prozent ihrer Anlagegelder in risikoreichen Instrumenten anlegen und einen wesentlich zurückhaltenderen Ansatz verfolgen.

Sachkundige Anleger würden außerdem 33 Prozent weniger Barmittel als Anfänger halten. Insgesamt würden solche liquiden Instrumente 21 Prozent ihrer Portfolios ausmachen, verglichen mit 32 Prozent bei Anlegern mit geringeren Kenntnissen. Sachkundige Anleger würden im Durchschnitt 34 Prozent ihrer Gelder in Aktien, 19 Prozent in Anleihen, 13 Prozent in Immobilien und 12 Prozent in Alternative Investments investieren. Insgesamt halte mehr als jeder dritte sachkundige Anleger (34 Prozent) sein Portfolio für breit diversifiziert, verglichen mit 9 Prozent unter den Anfängern.

Asiatische Anleger würden unabhängig von ihren Kenntnissen im Bereich Geldanlage mit durchschnittlich 29 Prozent den höchsten Anteil an Barmitteln halten. Amerikanische Anleger würden dagegen am wenigsten Barmittel halten: Ihr zugehöriger Portfolioanteil liege bei durchschnittlich 20 Prozent.

Bei erfahrenen Anlegern bestehe auch eine größere Wahrscheinlichkeit, dass sie rascher auf einen Kursrückgang an den Aktienmärkten reagieren würden, indem sie die Portfolio-Anteile von Aktien, Anleihen, Immobilien und Barmitteln erhöhen würden. Demgegenüber habe die Umfrage ergeben, dass 58 Prozent der Anleger mit geringeren Kenntnissen nichts unternehmen würden, wenn die Märkte fallen würden. Von den Anfängern unter den Anlegern hätten 17 Prozent eingeräumt, dass sie gar nicht auf das Marktgeschehen achten würden.

Die drei bedeutendsten Anlagethemen für Anleger auf der ganzen Welt seien der Umfrage zufolge das Gesundheitswesen, Nachhaltigkeit und umwälzende Technologien. Drei Viertel der sachkundigen Anleger im Alter von 25 bis 34 Jahren - die Altersgruppe, die den Großteil der Generation Y ausmache - seien interessiert, in themenbezogene Fonds zu investieren. Dieses Interesse nehme bei erfahrenen Anlegern in der Altersgruppe der über 65-jährigen merklich ab. Die Generation Y zeige auch das größte Interesse an Nachhaltigkeit als Anlagethema.

Achim Küssner, Geschäftsführer der Schroder Investment Management GmbH: "Wer höhere Erträge erzielen will, muss in der Regel auch höhere Risiken eingehen. Und es ist interessant zu sehen, dass bei Anlegern, die sich selbst als informiert bezeichnen, eine größere Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie dies auch tun. Allerdings werden Anleger künftig ihre Investments länger halten müssen, als sie es bisher üblicherweise getan haben. Denn dies ist eine Möglichkeit, um einen kurzfristigen Wertverlust von Kapitalanlagen wettzumachen und Erträge zu erzielen."

Rupert Rucker, Head of Income Solutions bei Schroders: "Anleger sollten überlegen, wie viel zusätzliches Risiko sie eingehen wollen, um ihre Ziele zu erreichen, und dabei ihre persönlichen Umstände und ihre Risikobereitschaft berücksichtigen. Viele haben hohe Erwartungen, was ihre Ersparnisse angeht. Sie machen Pläne für die Zukunft und hoffen, dass ihre Geldanlagen im Wert steigen, damit diese Pläne Realität werden. Wenn die eigenen Ertragsschätzungen aber zu weit daneben liegen, können diese Pläne rasch zur Makulatur werden." (03.12.2018/fc/n/s)