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SPIVA Europe Scorecard H1/2020: 57% aller aktiv verwalteten deutschen Aktienfonds bleiben hinter ihren Benchmarks zurück


07.10.20 11:30
S&P Global

New York (www.fondscheck.de) - Die Halbjahresergebnisse 2020 zu S&P Indices Versus Aktive Fonds (SPIVA®) Europe Scorecard, bei denen die Leistungsdaten aktiver Fonds mit ihren jeweiligen Benchmarks verglichen werden, wurden veröffentlicht, so die Experten von S&P Global.

Für den Zeitraum bis zum 30. Juni 2020 zeige die Scorecard Folgendes:

- Deutsche Aktienfonds: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 seien 57% aller aktiv verwalteten deutschen Aktienfonds hinter den S&P Germany BMI zurückgeblieben. Über den Zeitraum von einem Jahr hätten 60% hinter der Benchmark zurückgelegen und über den Zeitraum von zehn Jahren sei es 86% nicht gelungen, die Benchmark zu übertreffen.

- Aktive Fonds, die in deutsche Aktien investieren würden, hätten im Durchschnitt eine anlagegewichtete Rendite von 0,6% unter dem S&P Germany BMI innerhalb eines Jahres und 0,6% auf Jahresbasis unter dem S&P Germany BMI innerhalb von zehn Jahren erreicht. Die durchschnittliche anlagegewichtete Rendite gebe Aufschluss über die Leistungsfähigkeit eines Durchschnittsanlegers und mindere den Einfluss kleinerer Fonds.

Da eines der häufigsten Argumente in der Debatte um aktive versus passive Fonds sei, dass aktive Manager Investitionen mit weniger Risiko als ihre Benchmarks tätigen würden, erstmalig in SPIVA Europe, werde der Bericht Risikogewichtete Fonds-Underperformance vorgestellt. Die risikogewichteten Ergebnisse würden zeigen, dass:

- Im kurz-/mittelfristigen Dreijahreszeitraum 75% der europäischen Aktienfonds schlechtere risikogewichtete Renditen aufgewiesen hätten als die S&P Europe 350.

- Im langfristigen Zehnjahreszeitraum 88% der europäischen Aktienfonds schlechtere risikogewichtete Renditen aufgewiesen hätten als die S&P Europe 350.

Andrew Innes, EMEA Head, Global Research and Design, erkläre: "Da die S&P Europe 350 die höchste Volatilität seit der Finanzkrise im Jahr 2008 und die höchste Inanspruchnahme innerhalb eines Monats in fast 20 Jahren erlebt hat, ist die weit verbreitete Auffassung, dass Marktschwankungen vielfältige Möglichkeiten für aktive Manager schaffen, unbewiesen geblieben. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 lagen 42% der aktiven auf Euro lautenden europäischen Aktienfonds hinter den S&P Europe 350 zurück. Diese Zahl stieg innerhalb von zwölf Monaten auf 49% und innerhalb von 10 Jahren auf 87% an."

- Europäische Aktienfonds: 49% aller aktiv verwalteten auf Euro lautenden paneuropäischen Aktienfonds seien im Einjahreszeitraum hinter den S&P Europe 350 zurückgeblieben. Diese Zahl betrage für einen Fünfjahreszeitraum 73% und 87% für einen Zehnjahreszeitraum.

- US-Aktienfonds: 61% aller aktiv verwalteten auf Euro lautenden US-Aktienfonds seien im Einjahreszeitraum hinter den S&P 500 zurückgeblieben. Diese Zahl steige für einen Fünfjahreszeitraum auf 90% und für einen Zehnjahreszeitraum auf 95%.

- Globale Aktienfonds: 53% aller aktiv verwalteten auf Euro lautenden globalen Aktienfonds seien im Einjahreszeitraum hinter den S&P Global 1200 zurückgeblieben. Diese Zahl steige über einen Fünf- und Zehnjahreszeitraum auf 91% bzw. 98%.

- Schwellenländerfonds: 61% aller aktiv verwalteten auf Euro lautenden Schwellenländerfonds seien im Einjahreszeitraum hinter den S&P/IFCI zurückgeblieben. Diese Zahl steige über einen Fünf- und Zehnjahreszeitraum auf 85% bzw. 96%. (07.10.2020/fc/n/s)