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SKAGEN Funds: "Hasen" und "Schildkröten" der Nachhaltigkeit


02.11.20 11:30
SKAGEN Funds

Stavanger (www.fondscheck.de) - Wir bei SKAGEN Funds sind der Meinung, dass die Nachhaltigkeitsanstrengungen mancher Unternehmen übersehen werden, so Alexandra Morris, CIO von SKAGEN Funds.

Das seien meist solche, die sich in einem Transformationsprozess befänden und noch Zeit brauchen würden, um ihre Geschäftstätigkeit nachhaltiger auszurichten. In unserer internen Klassifizierung bezeichnen wir sie als "Schildkröten", so die Experten von SKAGEN Funds. Die dynamischen Unternehmen, die jetzt schon nachhaltige Produkte und Dienstleistungen anbieten würden, nenne man "Hasen". Wie in der Fabel von Äsop sei es jedoch nicht ausgeschlossen, dass die Schildkröten am Ende die Nase vorn haben würden.

In der bekannten Fabel vom Hasen und der Schildkröte sei der Hase bei einem Wettrennen so siegessicher, dass er seine Anstrengungen einstelle und sogar ein Nickerchen mache. Überrascht müsse er beim Erwachen feststellen, dass die Schildkröte vor ihm die Ziellinie überschreite. So ähnlich könnte es auch bei den Nachhaltigkeitsanstrengungen von Unternehmen sein: Es gebe jene, deren CO2-Ausstoß sie schon jetzt eindeutig als Vorreiter klassifiziere. Laut Daten der Transition Pathway Initiative (TPI) wären dies im Energiesektor z.B. Orsted oder Iberdrola, die beide das Zwei-Grad-Ziel unterschreiten würden. Als "Schildkröten" würden in diesem Sektor Engie, Dominion und Enel klassifiziert, die zwischen dem Pariser Klimaabkommen und dem Zwei-Grad-Ziel lägen.

Die "Hasen" seien wichtig, denn sie würden die Schildkröten herausfordern, mehr zu tun. Dadurch gehe ihre Wirkung weit über die eigenen Nachhaltigkeitsanstrengungen hinaus. Es lohne sich also in "Hasen" zu investieren, um den nachhaltigen Umbau der Wirtschaft voranzutreiben. Wir warnen aber davor, ausschließlich auf die "Hasen" zu setzen, so die Experten von SKAGEN Funds. Beispielsweise könnten sie schon heute fundamental überbewertet sein. Auch könnten solche Unternehmen Schwierigkeiten bei der Management-Kontrolle haben. Die jüngsten Vorwürfe, dass die in Arizona ansässige Nikola Corporation Investoren über ihre Null-Emissions-Konzeptfahrzeuge getäuscht und in die Irre geführt habe, könnten hier als Warnung dienen.

Die Experten von SKAGEN Funds würden sich daher verstärkt für die "Schildkröten" interessieren, die sich noch mitten im Transformationsprozess befänden. Möglicherweise hätten sie aktuell noch nicht viel vorzuweisen, vor allem im Vergleich mit den "Hasen". Eine gründliche Analyse, wie wir sie als Value-Investoren üblicherweise vornehmen, kann jedoch glaubwürdige Nachhaltigkeitsanstrengungen aufdecken, die noch nicht gesehen werden und daher auch noch nicht eingepreist sind, so die Experten von SKAGEN Funds.

Der Übergang zu einer nachhaltigeren Welt werde schrittweise über die nächsten Jahrzehnte erfolgen. Dabei werde es sowohl disruptive wie auch graduelle Entwicklungen geben. Daher brauche es auch beide Arten von Unternehmen: Die "Hasen", die der Markt heute vor allem im Blick habe, ebenso wie die "Schildkröten", denen nach Meinung der Experten von SKAGEN Funds ebenso eine Schlüsselrolle beim Wandel zur Klimaneutralität zukomme. (02.11.2020/fc/n/s)