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Renditen offener Immobilienfonds - Aufwertungen im Bestand fallen als Renditetreiber künftig aus - Fondsnews


07.10.20 13:30
Scope Analysis

Berlin (www.fondscheck.de) - Die Renditen sind seit 2013 im Durchschnitt spürbar gestiegen, so die Experten von Scope Analysis.

Verantwortlich dafür seien Aufwertungen der Bestandsimmobilien gewesen. Auch wenn es in diesem Jahr nicht flächendeckend zu Abwertungen kommen werde, würden Aufwertungen als Renditetreiber ausfallen.

Die Ratingagentur Scope habe die Entwicklung der Renditekomponenten von 16 offenen Immobilienfonds untersucht, deren Portfolios überwiegend aus Gewerbeimmobilien bestünden und die vor 2019 aufgelegt worden seien. Zusammen würden die Fonds aktuell rund 100 Mrd. Euro verwalten. Im vergangenen Geschäftsjahr hätten die untersuchten Fonds nach Abzug der Fondskosten eine Rendite von durchschnittlich 3,0% erreichen können - und damit auf Vorjahresniveau gelegen.

Die wichtigsten Renditekomponenten im Einzelnen: Im vergangenen Jahr hätten die Fonds eine durchschnittliche Netto-Mietrendite in Höhe von 4,3% (2018: 4,1%) erwirtschaften können. Die durchschnittliche Wertänderungsrendite sei auf 1,6% (2018: 1,4%) gestiegen. In Summe und nach Abzug von Steuern sowie unter Berücksichtigung des Ergebnisses aus der Fremdfinanzierung habe das Gesamtergebnis der untersuchten Immobilienportfolios 5,3% (2018: 5,1%) betragen.

Die durchschnittliche Liquidität der Fonds habe rund ein Viertel des Fondsvermögens betragen. Da die Verzinsung dieser Liquidität faktisch bei null liege, drücke sie die Gesamtperformance der Fonds auf 3,9%. Nach Abzug der Fondskosten sei Anlegern im Jahr 2019 eine durchschnittliche Performance von 3,0% geblieben.

Für den Anstieg der durchschnittlichen Fondsrenditen seit 2013 seien in erster Linie die Aufwertungen der Bestandsobjekte verantwortlich gewesen. Während sowohl die Netto-Mietrendite als auch die Verzinsung der Liquidität in den vergangenen sechs Jahren stetig abgenommen hätten, hätten die Wertänderungsrenditen vor dem Hintergrund des globalen Immobilienbooms deutlich zugelegt - von -0,5% im Jahr 2013 auf +1,6% im abgelaufenen Jahr.

Dieser stabile Aufwärtstrend finde in diesem Jahr sein Ende. Die Wertänderungsrenditen würden fallen. Für Hotel- und Einzelhandelsimmobilien erwarte Scope negative Wertänderungsrenditen. Das genaue Ausmaß lasse sich jedoch noch nicht abschließend einschätzen. Mögliche Auswirkungen der Krise würden sich aufgrund der verzögerten Auswirkungen auf die Immobilienmärkte auch erst nachgelagert in den Portfolios der offenen Immobilienfonds niederschlagen.

Erste negative Auswirkungen auf die Fondsperformance seien bereits spürbar. Zum Stand Ende September 2020 sei die Einjahresrendite der Fonds bereits auf durchschnittlich 2,0% abgesunken. Scope erwarte für das Gesamtjahr 2020 eine Durchschnittsrendite von 1,5% bis 2,0%. Einzelne Fonds könnten dabei auch negative Renditen ausweisen. (07.10.2020/fc/n/s)