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Renditelücke bei Fonds: Treue ist besser als Traden - Fondsnews


07.06.17 13:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Erfahrene Investoren wissen: Hin und Her macht Taschen leer, so die Experten von "FONDS professionell".

Leider würden es die meisten Anleger nicht nur bei Aktien, sondern auch beim Hantieren mit Fonds alles andere als ruhig angehen lassen und sich mit unnötiger Hektik den eigenen Investmenterfolg verderben. Eine aktuelle Untersuchung der Fondsratingagentur Morningstar bestätige: Fondsanleger entgehe durch überflüssiges Trading viel Performance.

Die Morningstar-Experten hätten weltweit den sogenannten Investor Return unter die Lupe genommen. Er gebe an, wie die durchschnittliche Rendite einer Geldeinheit ausgefallen sei, die über eine bestimmte Periode hinweg in einem bestimmten Fonds gesteckt habe. Zweite wichtige Kennzahl der Studie sei die Renditelücke, also die Differenz zwischen zeit- und geldgewichteter Rendite. Letztere gebe an, welche Performance unter Berücksichtigung aller Mittelzu- und -abflüsse in dem betreffenden Fonds simultan erzielt worden sei, also welchen Mehr- oder Minderertrag Anleger durch gezieltes Kaufen und Verkaufen von Fondsanteilen eingestrichen hätten.

Ergebnis der Studie: In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Renditelücke sowohl in Europa als auch in den USA verkleinert. Das spreche auf den ersten Blick dafür, dass Anleger weniger traden würden. In den USA sei die Renditelücke auf Sicht von zehn Jahren von 54 auf 37 Basispunkte geschrumpft. Zwischen 2012 und 2016 habe der Investor Return in den USA über alle Fondskategorien hinweg jährlich um 31 Basispunkte über dem Total Return gelegen.

In Europa sei der Investor Return dagegen dem Total Return in den vergangenen zehn Jahren annualisiert um immerhin 74 Basispunkte hinterhergehinkt. Vor allem bei Länder- und Sektor-Aktienfonds, Mischfonds und alternativen Fonds sei die Renditelücke beachtlich ausgefallen. Bei diversifizierten Aktien- und Rentenfonds sei sie kleiner gewesen, die Timing-Versuchung also offenbar nicht so groß.

Um die Psyche auszutricksen, würden sich offenbar automatisierte Investmentpläne wie Fondssparen anbieten. Diese hätten allem Anschein nach positive Auswirkungen auf den Investor Return. Grund: Sie würden Anleger auf Kurs halten und sie von unglücklichen Timing-Versuchen und hektischen Reaktionen auf Markteinbrüche oder vorübergehende Performanceschwächen einzelner Fonds abhalten. Daten aus Australien und Südkorea, wo Sparpläne für die Altersvorsorge weit verbreitet seien, würden darauf hindeuten, dass es sich für europäische Anleger lohnen könnte, automatisiert zu investieren. (07.06.2017/fc/n/s)