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Priips-Start: Fondsanbieter bekommen noch mehr Zeit - Fondsnews


25.11.21 12:12
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der Start für die überarbeiteten Basisinformationsblätter, welche die Verordnung über verpackte Anlageprodukte vorsieht, wird erneut um sechs Monate verschoben, so die Experten von "FONDS professionell".

Nun sei es wichtig, dass auch die für die praktische Umsetzung notwendigen Regulierungsstandards schnell kommen würden.

Das Plenum des Europäischen Parlaments habe am Dienstag (23.11.) zwei Quick-Fix-Maßnahmen für die überarbeitete Verordnung über verpackte Anlageprodukte (Packaged Retail Investment und Insurance Products, kurz: Priips) und die angepasste OGAW-Richtlinie formell zugestimmt. Dies teile der Dachverband der europäischen Asset Manager (EFAMA) mit. Damit sei nun klar, dass Kapitalverwaltungsgesellschaften weitere sechs Monate Zeit bekommen würden, bis sie für ihre Publikumsfonds Priips-Infoblätter bereitstellen müssten. Diese Pflicht werde sie erst ab dem 1. Januar 2023 treffen.

Eigentlich hätten die Fondsanbieter für ihre Publikumssondervermögen bereits ab dem 1. Januar 2022 die veränderten "Beipackzettel", die korrekt Basisinformationsblätter (BIBs) heißen würden, anwenden müssen. Im Sommer habe die EU-Kommission mit ihren Level-1-Maßnahmen den Starttermins für die neuen Produktinformationsblätter aber um sechs Monate auf den 1. Juli 2022 verschoben.

Für die korrekte Erstellung der künftigen Beipackzettel benötige die Fondsbranche allerdings die technischen Regulierungsstandards (RTS), die festlegen würden, wie die neuen Vorgaben in die Praxis umzusetzen seien. Die RTS habe die EU-Kommission im September 2021 folgen lassen wollen, bisher lägen sie aber noch nicht vor. Eine weitere Verschiebung des Starttermins für die Priips-Infoblätter sei also nur folgerichtig. Der deutsche Fondsverband BVI habe diese bereits im Juli gefordert.

"Wir begrüßen die gestrige Abstimmung im Plenum des Europäischen Parlaments", erkläre der europäische Fondsverband EFAMA in einer Pressemitteilung. Mit der Entscheidung, dass die aktuellen wesentlichen Anlegerinformationen (KIDs) nicht mehr erstellt werden müssten, sobald die Prips-KIDs verpflichtend seien, zeige sich der Verband ebenfalls zufrieden. Der BVI habe auch diese Forderung aufgestellt.

"Es ist nun notwendig, dass die Europäische Kommission das Datum für die Anwendung der ausstehenden technischen Standards zügig anpasst", mahne die EFAMA. Die Zeit sei von entscheidender Bedeutung, da die RTS zusammen mit den Quick-Fix-Maßnahmen vor Jahresende im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden müssten. Nur dann bleibe den Fondsgesellschaften genügend Zeit, um die Priips-BIBs vorzubereiten. (25.11.2021/fc/n/s)