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Postbank gibt im Fondsgeschäft kräftig Gas - Fondsnews


03.08.17 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Postbank hat ihr Neugeschäft mit Fonds im ersten Halbjahr 2017 um knapp 40 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro gesteigert, so die Experten von "FONDS professionell".

Zurückzuführen sei das auf den "neuen Beratungsansatz und die Investitionen in Digitalisierung im Wertpapiergeschäft", wie die Deutsche-Bank-Tochter am Donnerstag mitgeteilt habe.

Das verwaltete Volumen in den knapp 600.000 Depots und Anlagekonten sei im Vergleich zum Jahresende um 0,5 Milliarden Euro auf 15,5 Milliarden Euro gewachsen, das sei ein Plus von 3,3 Prozent. 7,5 Milliarden Euro des Bestandes würden auf Investmentfonds entfallen, lasse sich dem Halbjahresbericht entnehmen. Das sei eine Steigerung um 0,4 Milliarden Euro oder 5,5 Prozent.

Kräftig gestiegen sei auch das "digital vertriebene" Neuvolumen, so die Postbank: Bei klassischen Investmentfonds habe dieses Geschäft um 26 Prozent auf 70,8 Millionen Euro zugelegt, bei ETFs um elf Prozent auf 90,6 Millionen Euro.

Offensichtlich trage also die "Wertpapierstrategie" Früchte, die die Postbank Ende vergangenen Jahres verkündet habe. Mit dieser Strategie verfolge "die Postbank das Ziel, ihre Kunden auch im Niedrigzinsumfeld zu kapitalmarktorientierten Produkten mit höheren Renditechancen beraten zu können", wie es im Zwischenbericht zum 30. Juni heiße.

Unter anderem habe die Postbank seit Jahresbeginn auch ETF-Sparpläne im Angebot - ein Produkt, das lange Jahre nur bei Direktbanken und Online-Brokern zu finden gewesen sei, inzwischen aber auch in der Filialberatung eine Rolle spiele, beispielsweise bei der Commerzbank und der HypoVereinsbank.

Weniger erfreulich als die Aussagen zum Geschäft mit Investmentfonds lese sich eine andere Passage im Zwischenbericht der Bank: Das Institut berichte von einer "Zunahme von Klagen und Beschwerden im Bereich der Anlageberatung". Ein Großteil davon beziehe sich auf "Beratungen und Geschäftsabschlüsse im Bereich geschlossene Fonds".

Die Postbank habe den Vertrieb von Beteiligungsmodellen im Jahr 2012 eingestellt. Wie im Vorjahr habe die Postbank eine Million Euro auf geschlossene Fonds abschreiben müssen, die sie im Zuge der Einigung mit Kunden auf die eigene Bilanz genommen habe.

Insgesamt berichte die Postbank von einer "positiven Entwicklung des Geschäftsverlaufs". Das Ergebnis vor Steuern habe sich im ersten Halbjahr fast verdoppelt auf 316 Millionen Euro. Die Cost Income Ratio, die die operativen Kosten zu den operativen Erträgen ins Verhältnis setze, habe sich um 5,7 Prozentpunkte auf 80,5 Prozent verbessert. Das liege vor allem an gesunkenen Kosten: Der Verwaltungsaufwand sei um 80 Millionen Euro oder 5,6 Prozent zurückgegangen, die "sonstigen Aufwendungen" um 70 Millionen Euro, was einem Rückgang um 77,8 Prozent entspreche.

Postbank-Vorstandschef Frank Strauß habe betont, sein Institut habe nicht nur erfolgreich Kosten gespart: "Wir steigern auch wieder unsere Provisionserträge deutlich." Die Integration in die Deutsche Bank schreite "planmäßig voran und wir sind hierfür gut aufgestellt", so Strauß.

Für das Gesamtjahr würden Strauß und seine Kollegen inzwischen mit einem Anstieg des Ergebnisses vor Steuern "im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich" rechnen. Bislang sei das Institut von einem "Anstieg im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich" ausgegangen. (03.08.2017/fc/n/s)