Offene Immobilienfonds: Vermietungssituation verschlechtert sich nur leicht - Fondsnews


12.05.22 15:44
Scope Analysis

Berlin (www.fondscheck.de) - Die Vermietungsquote offener Immobilienfonds ist 2021 auf 94,0% gesunken von 94,3% im Vorjahr, so die Experten von Scope Analysis.

Damit habe sie sich vom Vor-Corona-Niveau weiter entfernt. Anders als 2020 sei der Rückgang allerdings gering gewesen.

Scope habe die Vermietungssituation von 24 offenen Immobilienfonds untersucht, die vor 2019 aufgelegt worden seien oder über ein Scope-Rating verfügen würden. Das Ergebnis: Die durchschnittliche nach Verkehrswertvolumen gewichtete Vermietungsquote sei 2021 gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte (PP) auf 94,0% gesunken. Das Spektrum habe Ende 2021 von ca. 85% bis 100% gereicht.

Die Vermietungsquote sei damit erneut gefallen, jedoch weitaus schwächer als im vorangegangenen Analysezeitraum: Von 2019 auf 2020 sei sie deutlich um 1,7 PP zurückgegangen. Die Auswirkungen der Pandemie würden sich zwar weiterhin in den Portfolios zeigen, wesentlich verschlimmert habe sich die Vermietungssituation aber nicht. Trotz des spürbaren Rückgangs durch die Corona-Krise lägen die Vermietungsquoten auf einem soliden Niveau. Zum Vergleich: 2011, als die Fonds noch unter den Folgen der Finanzkrise gelitten hätten, habe die durchschnittliche Vermietungsquote nur 91,8% betragen.

Von den 24 untersuchten Immobilienfonds hätten im vergangenen Jahr lediglich fünf ihre Quote klar, das heiße um mehr als 0,3 PP steigern können. Den höchsten Anstieg habe der grundbesitz Fokus Deutschland mit 2,9 PP auf 96,6% verzeichnet. Grund: Im Jahr zuvor seien unvermietete Neubauten in das Portfolio übernommen worden, die im Laufe des Jahres 2021 vermietet worden seien.

Zehn Immobilienfonds hätten einen Rückgang der Vermietungsquote von mehr als 0,3 PP verzeichnet. Den höchsten weise der UBS (D) Euroinvest Immobilien mit rund vier PP auf etwa 85% auf, gefolgt vom grundbesitz global mit 3,2 PP auf 88,4%. Grund: Beim grundbesitz global seien zwei Wohnneubauten in das Portfolio übergegangen. Diese würden nun sukzessive im Jahr 2022 vermietet.

Bei neun Fonds sei die Quote im vergangenen Jahr weitgehend konstant (maximale Veränderung +/-0,3 PP) geblieben.

Trotz der wachsenden Herausforderungen rechne Scope für 2022 mit stabilen bis maximal leicht sinkenden Vermietungsquoten. Viele Mietverträge seien langfristig geschlossen worden oder hätten während der Corona-Krise gegen Unterstützungsleistungen für die Mieter vorzeitig verlängert werden können. Die Aufgaben für das Asset Management würden allerdings weiter steigen, um das aktuelle Niveau halten zu können.

Zur Einordnung: Die Vermietungsquote habe einen großen Einfluss auf die Fondsperformance und sei daher eine der wichtigsten Kennzahlen zur Bewertung offener Immobilienfonds. Denn leerstehende Immobilien würden nicht nur keine Mieterträge erwirtschaften, sondern zusätzlich Kosten zum Beispiel für Renovierung, Vermarktung und laufende Bewirtschaftung verursachen. Es sei eine der wichtigsten Aufgaben des Fondsmanagements, die Vermietung auf einem hohen Niveau zu halten. Sinke die Vermietungsquote eines Fonds signifikant, habe dies einen negativen Einfluss auf das Rating. Aufgrund der natürlichen Mieterfluktuation betrachte Scope Vermietungsquoten ab 98% als Vollvermietung. (12.05.2022/fc/n/s)