Offene Immobilienfonds: Aufwertungen treiben Renditen - Fondsnews


11.09.19 13:30
Scope Analysis

Berlin (www.fondscheck.de) - Im ersten Halbjahr 2019 verzeichneten offene Immobilienpublikumsfonds mit fast sechs Mrd. Euro Rekordzuflüsse, so die Experten von Scope Analysis.

Ein wichtiger Grund: Die durchschnittlichen Renditen der Fonds seien in den vergangenen sechs Jahren spürbar gestiegen - von 2,3% auf 3,1% p.a.

Die Ratingagentur Scope habe die Entwicklung der Renditekomponenten der 17 offenen Immobilienfonds untersucht, deren Portfolios überwiegend aus Gewerbeimmobilien bestünden und die vor 2017 aufgelegt worden seien. Zusammen würden die Fonds mehr als 86 Mrd. Euro verwalten. Das Ergebnis:

Nach Abzug der Fondskosten sei Anlegern der untersuchten Fonds im vergangenen Jahr eine Rendite von durchschnittlich 3,1% geblieben. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies eine erneute Verbesserung um rund 30 Basispunkte. Im Vergleich zu 2013 sei dies eine Verbesserung um 80 Basispunkte.

Der durchschnittliche Nettoertrag, den offene Fonds aus ihren Bestandsobjekten heraus erwirtschaften würden, sinke seit 2013 kontinuierlich - von damals 5,0% auf 4,1% im Jahr 2018.

Der Hauptgrund für den sukzessiven Rückgang der Netto-Mietrenditen sei das gestiegene Preisniveau beim Ankauf neuer Objekte. Steige der Preis für den Erwerb neuer Objekte bei konstantem oder nur leicht steigendem Mietpreisniveau, sinke die Mietrendite entsprechend.

Seit 2014 seien die durchschnittlichen Wertänderungsrenditen der offenen Immobilienfonds positiv und würden ansteigen. 2018 habe sich diese Entwicklung fortgesetzt. Die Immobilienportfolios der Fonds hätten durchschnittlich um 1,4% aufgewertet. Das sei der höchste Zuwachs der vergangenen zehn Jahre.

Liquidität koste Performance. Dies gelte verstärkt im aktuellen Niedrigzinsumfeld. Im vergangenen Jahr habe die Liquiditätsrendite mit faktisch 0% ihren absoluten Tiefstand erreicht. Von den betrachteten Fonds würden zehn sogar eine negative Liquiditätsrendite aufweisen.

Da die durchschnittliche Liquiditätsquote der Fonds im Jahr 2018 bei 23% gelegen habe, sei die Fondsperformance entsprechend stark belastet worden.

Nach Ansicht von Scope werde sich der Druck auf die Netto-Mietrenditen fortsetzen. Parallel würden Objekte im Bestand in der Tendenz weiter aufwerten. Die steigenden Wertänderungsrenditen würden den Rückgang der Nettomietrenditen auch im Jahr 2019 kompensieren. Die Gesamtperformance der offenen Immobilienfonds werde damit nach Ansicht von Scope im Jahr 2019 weiter steigen. Mittelfristig gehe Scope jedoch von sich wieder abschwächenden Gesamtergebnissen aus. (11.09.2019/fc/n/s)