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Österreichs Fondsindustrie trotzt der trüben Wirtschaftsprognose - Fondsnews


02.11.20 12:45
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Zum Stichtag 30. September 2020 verwalteten Fondsgesellschaften in österreichischen Fonds ein Vermögen von 192,6 Milliarden Euro, so die Experten von "FONDS professionell".

Das sei ein Anstieg um 3,4 Milliarden Euro oder um 1,8 Prozent im Vergleich zum September des Vorjahres. Die aufgrund der Covid-19 Pandemie im ersten Halbjahr aufgetretenen Verluste hätten somit abgebaut werden können - im dritten Quartal sei das verwaltete Vermögen zum Vorquartal um 5,4 Milliarden Euro oder 2,9 Prozent gestiegen. Das gehe aus dem Bericht der Finanzmarktaufsicht (FMA) "Asset Management im 3.Quartal 2020" hervor.

107,8 Milliarden Euro seien per Ende September auf Alternative Investmentfonds (AIF) entfallen, ein Plus von drei Milliarden Euro oder 2,8 Prozent. In OGAWS (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) seien 84,8 Milliarden Euro verwaltet worden, ein Plus von 2,5 Milliarden Euro oder drei Prozent.

Der Großteil der Erholung des Fondsvermögens sei nicht nur auf Kurswertgewinne zurückzuführen, sondern auch auf Nettomittelzuflüsse im zweiten und dritten Quartal. Darin zeige sich die Zuversicht der Investoren und Anleger. Im dritten Quartal seien netto knapp 2,4 Milliarden Euro zugeflossen, im Q2 2,9 Milliarden. Abzüglich der heftigen Mittelabflüsse im Q1 stehe seit Jahresbeginn ein Nettozufluss von rund drei Milliarden Euro zu Buche. Damit sei der Optimismus bisher ähnlich hoch oder sogar höher als in den vergangenen Jahren.

Zum Stichtag 30.9.2020 hätten 14 österreichische Kapitalanlagegesellschaften (KAG) und 52 Alternative Investmentfonds Manager (AIFM) zusammen 2.029 Fonds (1.119 AIF und 910 OGAW) gemanagt, um zehn mehr als zum Jahresultimo 2019. Besonders stark hätten einmal mehr österreichische Nachhaltigkeitsfonds nach dem Umweltzeichen UZ49 mit einem Fondsvermögen von 13,5 Milliarden Euro (olus 1,1 Milliarden Euro oder plus 8,5 Prozent) zulegen können. Sie würden mittlerweile etwa sieben Prozent des gesamten verwalteten Vermögens aller österreichischen Fonds ausmachen.

Per Ende September hätten österreichische Fondslenker insgesamt ein höheres Vermögen als Ende des Jahres 2019 verwaltet. Ein neuer Rekord sei dennoch nicht gewiss. Die Covid-19-Situation, die international wieder angespannt sei und in Österreich am Wochenende in einen neuen Lockdown geführt habe, berge viele Ungewissheiten.

Auch bei ausländischen Fonds gebe es eine rege Tätigkeit. 9.179 ausländischen Fonds seien per Ende September in Österreich zum Vertrieb notifiziert gewesen, was gegenüber dem Vergleichsquartal 2019 ein Plus von 312 Vehikeln bedeute. Nach Herkunftsländern seien dabei wie gewohnt insbesondere Luxemburg, Irland, Großbritannien, Deutschland und Frankreich hervorzuheben. (02.11.2020/fc/n/s)