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OFI AM verpflichtet sich, Investitionen in die Öl- und Gasindustrie bis 2050 stark zu reduzieren - Fondsnews


01.10.20 13:00
OFI Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - Der französische Vermögensverwalter OFI Asset Management verpflichtet sich dazu, seine Investitionen in Öl- und unkonventionelle Gasförderunternehmen schrittweise zurückzufahren, so das Unternehmen in der aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Bis 2050 sollen Investitionen in die Ölindustrie auf Null heruntergefahren werden.

Die Investitionen werden so schnell wie möglich reduziert. Der Prozess jedoch wird schrittweise vollzogen, um einen geregelten Übergang zu gewährleisten und eine starke Beeinträchtigung der Wirtschaft zu vermeiden. Denn die Volkswirtschaften sind nach wie vor stark von Öl und Gas abhängig. Dabei handelt es sich nicht nur um begrenzte Ressourcen, sondern auch um große Emittenten von Treibhausgasen. In einem ersten Schritt werden Unternehmen, die aufgrund ihrer negativen Auswirkungen auf die Umwelt die umstrittensten Abbautechniken anwenden, aus den Portfolios ausgeschlossen.

OFI AM hat einen Zeitplan und Prioritäten für seine Investitionsrichtlinien in Übereinstimmung mit dem von der IEA (Internationale Energieagentur) aufgestellten Szenario für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Scenario, SDS) sowie den Empfehlungen der Task Force on Climate Related Financial Disclosures (TCFD) festgelegt. Das Programm wird drei Stufen umfassen:

1. Vollständiger Rückzug aus Schieferöl & Gas und Teersand bis 2030

- 1. Stufe: Ab 2020 Ausschluss von Unternehmen, die mehr als 10% ihrer Einnahmen aus dem Abbau von Öl- und Gasschiefer und Teersanden erzielen.
- 2. Stufe: Ab 2025 Ausschluss von Unternehmen, die mehr als 5% ihrer Einnahmen aus dem Abbau von Öl- und Gasschiefer und Teersanden erzielen.
- 3. Stufe: Vollständiger Rückzug bis spätestens 2030

2. Vollständiger Rückzug aus Unternehmen, die in arktische oder Tiefseebohrungen investieren bis 2040.

- 1. Stufe: Ab 2030 Ausschluss von Unternehmen, die neue Explorationsprojekte in der Arktis oder in Tiefseegewässern starten.
- 2. Stufe: Ab 2040 vollständiger Ausschluss von Unternehmen, die in der Arktis oder in Tiefseegewässern nach Öl und Gas bohren.

3. Vollständiger Rückzug aus der Ölindustrie bis 2050

- 1. Stufe: OFI AM wird seine Positionen ab 2040 schrittweise abbauen.
- 2. Stufe: Vollständiger Rückzug aus der Branche bis spätestens 2050.

Unternehmen mit offiziellen Plänen, sich bis 2050 aus der Ölindustrie zurückzuziehen und/oder bis 2050 Kohlenstoffneutralität zu erreichen, wie von der Initiative Science Based Targets (SBT) genehmigt, kommen weiterhin für die Aufnahme in die Anlageportfolios von OFI AM in Frage. Eine Ausnahme bilden jedoch Unternehmen, die Schieferkohlenwasserstoffe und Teersande abbauen. Bestehende Investitionen werden nicht aufgestockt, bis solche Verpflichtungen tatsächlich eingetreten sind. Bei konventionellen Gasförderunternehmen sind Schwellenwerte und Fristen je nach Angebot und Nachfrage zu definieren. Ziel ist es, proaktiv, aber auch pragmatisch zu bleiben. Diese Politik gilt für alle offenen OGAW, die direkt von OFI Asset Management verwaltet werden, und wird Kunden vorgeschlagen, die OFI ein Verwaltungsmandat anvertrauen. In diesem Prozess kann OFI AM seine Richtlinien anpassen und die Umsetzung beschleunigen, sobald es neue wissenschaftliche Erkenntnisse gibt.

"Durch den schrittweisen Ausschluss von Öl- und unkonventionellen Gasförderunternehmen antizipiert OFI AM Risiken und schützt seine Kunden vor möglichen negativen Auswirkungen auf ihr Vermögen", betont Jean-Marie Mercadal, Deputy Chief Executive Officer und Chief Investment Officer bei OFI AM.

"Die neue Anlagepolitik wird auch das aktive Engagement des SRI-Teams von OFI AM einschließen, das entscheidend dazu beitragen wird, die Unternehmen dazu anzuregen, die besten Praktiken zum Wohle von Mensch und Umwelt zu übernehmen und auf das im Pariser Abkommen zur Begrenzung der Erderwärmung festgelegte Ziel der Treibhausgas-Reduktion hinzuarbeiten", fügt Alain Pitous, Leiter des Bereichs Responsible Finance bei OFI AM, hinzu.

"Unsere Selbstverpflichtung zur schrittweisen Reduzierung von Investments in Öl- und unkonventionelle Gasförderunternehmen folgt kurz auf unsere Selbstverpflichtung zum Ausschluss thermischer Kohle aus unseren Portfolios und soll unser proaktives Engagement als Vermögensverwalter bei Klimafragen unterstreichen", sagt Jean-Pierre Grimaud, Chief Executive Officer der OFIGruppe.

Zur OFI-Gruppe:

Der französische Vermögensverwalter OFI Asset Management verwaltet derzeit 72 Milliarden Euro für institutionelle und private Anleger und ist seit über 20 Jahren im Bereich SRI (Socially Responsible Investments) aktiv (Stand: Juni 2020). Drei Viertel des verwalteten Vermögens werden SRI-Analysen und -Berichten unterzogen. Damit zählt OFI zu den größten unabhängigen Asset Managern für sozial verantwortliche Investments in Frankreich, das als erstes Land weltweit die Rahmenbedingungen für ein so genanntes ESG-Reporting, das soziale, ökologische Kriterien sowie eine gute Unternehmensführung umfasst, für institutionelle Investoren und Asset Manager gesetzlich festgeschrieben hat. OFI wurde 1971 gegründet und ist seit 2017 über seinen strategischen Vertriebspartner Oldenburgische Landesbank (OLB) auch in Deutschland und Österreich präsent.

Die OFI-Gruppe ist fest in der Solidarwirtschaft verankert. Ihre wichtigsten Partner und Anteilseigner sind Partner der französischen Versicherungsverbände "Fédération française de l'assurance" und "Fédération nationale de la mutualité française", insbesondere die großen Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit Macif und Matmut.

www.ofi-am.fr (01.10.2020/fc/n/s)