Multi-Asset Income: Corona-Krise und anschließende Erholung - Fondsnews


15.07.20 12:00
Scope Analysis

Berlin (www.fondscheck.de) - Die Besonderheiten unterschiedlicher Fondskonzepte treten vor allem in Krisenzeiten markant hervor, so die Experten von Scope Analysis.

Die Ratingagentur Scope habe das Verhalten von Multi-Asset Income-Fonds in der aktuellen und in vergangenen Krisen untersucht.

Die Covid-19-Krise habe nach vielen Jahren steigender Kapitalmärkte im März dieses Jahres zu den massivsten Marktkorrekturen seit Jahrzehnten geführt. Doch so erstaunlich rasch der Einbruch verlaufen sein möge, umso überraschender sei für viele Marktteilnehmer die Geschwindigkeit der Erholung an den Kapitalmärkten gewesen.

Scope habe die jüngsten Entwicklungen zum Anlass genommen, um zu untersuchen, welche Auswirkungen die Krisen seit 2008 auf die Wertentwicklung von Multi-Asset Income-Fonds gehabt hätten. Dabei sei auch ein Vergleich zu Absolute Return- und Total Return-Fonds (AR/TR) gezogen worden. Wichtig für das Verständnis des strukturellen Verhaltens der beiden Produktkategorien sei dabei auch, wie stark diese von der Markterholung nach den Kurseinbrüchen hätten profitieren können.

Für die Untersuchung habe Scope zwei Peergruppen gebildet und untersucht. Zum einen sämtliche Multi-Asset Income-Fonds, die in Deutschland zum Vertrieb zugelassen seien: 55 Fonds mit einem Vermögen von rund 96 Mrd. Euro, zu denen unter anderem Flaggschiffe wie der JPM Global Income, Allianz Income and Growth und Invesco Pan European High Income gehören würden. Die zweite Gruppe umfasse 85 AR/TR-Produkte mit einem aggregierten Volumen von 31 Mrd. Euro. Prominente Vertreter diese Gruppe seien zum Beispiel der DWS Concept Kaldemorgen oder Standard Life Global Absolute Return Strategies Fund.

Zum Hintergrund: Während Multi-Asset Income-Fonds das primäre Ziel hätten, konstant hohe Ausschüttungen zu erzielen, würden AR/TR-Konzepte die Generierung einer marktunabhängigen stetigen Wertentwicklung bei zugleich geringer Volatilität und Drawdowns verfolgen. Ein weiterer wesentlicher Unterschied: Multi-Asset Income-Strategien würden ein strukturell höheres und tendenziell stabileres Beta aufweisen, um attraktive laufende Erträge erzielen zu können.

In akuten Krisenphasen habe sich stets ein ähnliches Muster gezeigt: AR/TR-Fonds hätten im Durchschnitt Verluste besser begrenzen können als Multi-Asset Income-Fonds, wenngleich auch sie zwischenzeitliche Verluste meist nicht ganz hätten vermeiden können. An den in der Regel zügig einsetzenden Erholungsphasen hätten sie jedoch in deutlich geringerem Umfang als Multi-Asset Income-Fonds partizipiert. Über die vergangenen zwölf Jahre führe das zu folgenden Ergebnissen:

In 10 der vergangenen 12 Kalenderjahre (2008 bis 2019) hätten Multi-Asset Income-Fonds im Durchschnitt eine bessere Wertentwicklung erzielt. Die größte Renditedifferenz habe dabei im Jahr 2019 bestanden: Multi-Asset Income-Fonds hätten durchschnittlich 13,7% erzielt, während AR/TR-Produkte im vergangenen Jahr auf lediglich 4,4% gekommen seien. (Hinweis: Hierbei handele sich um eine gleichgewichtete Durchschnittsbetrachtung.)

Lediglich in den Jahren 2008 und 2018 hätten Multi-Asset Income-Fonds im Durchschnitt schlechter als AR/TR-Produkte performt. Während 2018 die Renditedifferenz gering ausgefallen sei (-4,0% zu -3,4%), sei der Abstand im Krisenjahr 2008 signifikant gewesen (-18,2% zu -4,2%).

Bei einer aggregierten Betrachtung ergebe sich folgendes Bild: Von Januar 2008 bis Ende Mai 2020 hätten Multi-Asset Income-Fonds im Durchschnitt eine Gesamtrendite nach Kosten von 68% erzielt. Dem gegenüber stünden 19% für die Vergleichsgruppe der AR/TR-Fonds. (15.07.2020/fc/n/s)





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