Erweiterte Funktionen

Morningstar legt bei Analystenratings die Messlatte höher - Fondsnews


10.07.19 12:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Das Fondsanalysehaus Morningstar stellt sein Ratingsystem um, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Analysten des Hauses müssten nunmehr überzeugt sein, dass ein Fondsmanager sowohl seinen Vergleichsindex als auch das Feld seiner Konkurrenten übertreffen werde - und dabei die Risiken im Rahmen bleiben würden. Bislang habe lediglich eines der beiden Kriterien genügt, damit die Morningstar-Experten die Medaillen "Gold", "Silber" oder "Bronze" vergeben würden.

Die Änderungen wolle die Gesellschaft per Ende Oktober einführen. Sie würden neben den von menschlichen Analysten erstellten Bewertungen auch für das sogenannte Morningstar Quantitative Rating gelten. Dieses ahme über einen Algorithmus das Morningstar Analyst Rating für jene Portfolios nach, die von keinem der hauseigenen Beobachter abgedeckt würden. Unverändert würden die Systematiken für die Vergabe der bekannten Morningstar-Sterne bleiben. Diese würden nach den Kennzahlen der Vergangenheit ermittelt.

Die Umstellung dürfte Folgen haben. "Die Methodikänderungen werden dazu führen, dass Fonds in Märkten, in denen aktives Management sich schwertut, einen Mehrwert gegenüber einer Benchmark zu erzielen, auch seltener positive Analyst Ratings erhalten", prophezeie Morningstar-Expertin Barbara Claus. "Dadurch stellen wir aktive Fonds stärker als bisher in Konkurrenz zu den meist passiven und kostengünstigen ETFs."

Zudem vereinfache das Haus das Bewertungsverfahren. Bislang hätten sich die Analysten auf die fünf Pfeiler Fondsmanagement, Prozess, Fondsgesellschaft sowie Performance und Gebühren gestützt. Künftig würden die Analysten nur noch die drei Punkte Management, Prozess und Gesellschaft beachten. "Anhand dieser Beurteilung schätzen sie ein, wieviel Mehrwert eine Strategie vor Kosten erzielen kann", führe Claus aus. "Die bisher separat erfolgte Beurteilung der Performance fließt in die Analyse der drei anderen Bereiche ein, während die Gebühren zukünftig an anderer Stelle im Ratingprozess berücksichtigt werden."

Bislang hätten die Analysten für ihre Einschätzungen entweder eine Anteilsklasse ohne Bestandsprovision herangezogen, eine sogenannte Clean Share Class, oder sie hätten sich auf die älteste am Markt verfügbare Retail-Anteilsklasse gestützt. Diese sei dann mit ähnlichen Tranchen konkurrierender Fonds verglichen worden. "In Zukunft werden die Ratings auf Anteilsklassenbasis vergeben", erläutere Claus. Die Analysten würden dann vom erwarteten Mehrwert einer Strategie für jede einzelne Anteilsklasse die jeweils anfallenden Kosten abziehen. "Das kann sich auch in unterschiedlichen Analyst Ratings für verschiedene Anteilsklassen eines Fonds niederschlagen", erkläre Claus. (10.07.2019/fc/n/s)