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Morningstar facht Aktiv-Passiv-Debatte erneut an - Fondsnews


12.02.19 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Morningstar gießt neues Öl in die Debatte, ob aktive oder passive Fonds das bessere Investment sind, so die Experten von "FONDS professionell".

In ihrem aktuellen Aktiv-Passiv-Barometer für den europäischen Markt komme die Fondsratingagentur zu dem Ergebnis, dass die meisten herkömmlich gesteuerten Fonds gegenüber passiven Produkten schlechter abschneiden würden. Im vergangenen Jahr seien die Analysten bereits zu ähnlich ernüchternden Ergebnissen gekommen. Vor allem aktive Rentenfonds hätten sich zuletzt deutlich schlechter als entsprechende passive Produkte geschlagen.

Die Morningstar-Experten hätten die kurz- und langfristige Wertentwicklung aktiver und passiver Produkte miteinander verglichen. "Um den 'Survivorship Bias' zu eliminieren, arbeiten wir mit dem Begriff 'Success Rate'. Hier geht es nicht nur um die Frage, wie viele aktiv verwaltete Fonds ihre Indexfonds-Konkurrenten übertroffen, sondern wie viele aktiv verwaltete Fonds die jeweilige Periode überlebt und den Durchschnitt der passiven Fonds am Markt übertroffen haben", erläutere Morningstar-Chefredakteur Ali Masarwah.

Je nach Anlageschwerpunkt und Investmentperiode würden die Ergebnisse unterschiedlich ausfallen. Die Performance vieler aktiver Fonds sei allerdings schon auf Sicht von einem Jahr durchwachsen - und falle über die Jahre hinweg oft noch weiter ab.

Aus Sicht heimischer Anleger dürfte besonders ärgerlich sein, dass die "Überlegensheitsquote" deutscher Standardwertefonds, die wegen des weitverbreiteten "Home Bias" sowohl auf Berater- als auch auf Anlegerseite in keinem bundesrepublikanischen Durchschnittsdepot fehlen würden, gegenüber dem Vorquartal und im Vergleich zu ETF-Pendants regelrecht eingebrochen sei. "Lag die Einjahres-Erfolgsquote per Ende September noch bei 65 Prozent, so sackte sie per Ende Dezember auf - immer noch ordentliche - 40 Prozent ab", berichte Marsawah.

Die Ursachen seien unschwer auszumachen, so der Morningstar-Fachmann: "Mischen deutsche Standardwertefonds typischerweise Nebenwerte ihren DAX-orientierten Portfolios bei, so zeichnen sich Indexfonds in der Kategorie durch Trennschärfe aus. Ein DAX-ETF mischt nun mal keine MDAX- oder SDAX-Titel bei." Aktiv verwaltete Fonds der Kategorie täten das dagegen standardmäßig, sodass die Underperformance von Nebenwerten im vierten Quartal hier stark ins Kontor geschlagen habe. Eine ähnlich lautende Erklärung hätten neulich auch die Zunftkollegen von Scope geliefert.

Kurzfristig hätten vor allem Manager aktiv verwalteter Rentenfonds ihre Sache schlecht gemacht. Auf Sicht von drei Jahren hätten noch 58 Prozent der aktiven Euro-Unternehmensanleihefonds die passive Konkurrenz geschlagen, seien es auf Jahressicht nur noch 18 Prozent gewesen. Bei US-Aktienfonds zeige sich ein gegenteiliges Bild: Langfristig habe es nur ein kleiner Teil der aktiven Produkte geschafft, passive Fonds zu übertreffen. In den vergangenen zwölf Monaten sei die Erfolgsquote aktiver US-Aktienfonds gegenüber dem Drei-Jahres-Resultat allerdings von acht auf 26 Prozent in die Höhe geschnellt.

Das Fazit der Analysten: Indexfonds seien ihren aktiv verwalteten Pendants in vielerlei Hinsicht überlegen. Oder, um es mit den Worten von Mornigstar-Chefredakteur Ali Marsawah zu sagen: "Günstige Fonds sind die besseren." Kurzfristig zeige sich zwar ein gemischtes Bild. Grundsätzlich werde aber die Überlegenheitsquote aktiver Fonds immer kleiner, je länger der Zeitraum sei, den man sich anschaue. (12.02.2019/fc/n/s)