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Morningstar: Für Frauen bleibt die Fondsbranche Feindesland - Fondsnews


12.03.20 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Fondsgesellschaften rühmen sich gerne damit, bei ihren Investments besonderen Wert auf Nachhaltigkeit und Vielfalt (neudeutsch: diversity) zu legen, so die Experten von "FONDS professionell".

Eine aktuelle Auswertung der Fondsratingagentur Morningstar zeige nun: Vor der eigenen Haustür halte es die Industrie damit nicht so genau - zumindest, wenn es um die Frauenquote gehe. Die sei heute nämlich genauso niedrig wie vor 20 Jahren.

Die Analysten hätten die Geschlechterverteilung der 25.000 in ihrer Fonds-Datenbank registrierten männlichen und weiblichen Fondsmanager über die Zeit untersucht. Das Ergebnis: Ende 2000 seien 14 Prozent aller Fondsmanager weiblich gewesen - exakt so viele wie Ende 2019. In den USA sei der Frauenanteil sogar gesunken: Zwar sei die Zahl konstant geblieben. Da aber die Zahl der Fondsmanager gestiegen sei, sei die weibliche Quote heute insgesamt niedriger. Bei US-domizilierten Indexfonds sei der Anteil aller weiblichen Fondsmanager im betrachteten Zeitraum von 19 auf 13 Prozent gesunken, bei aktiv verwalteten Fonds habe sich die Quote von 13,4 auf 10,7 Prozent reduziert.

In den deutschsprachigen Märkten sehe es kaum besser aus. In der Schweiz belaufe sich der Frauenanteil im Fondsmanagement auf gerade einmal zwölf Prozent, in Deutschland seien es zehn Prozent. Zwar gebe es global betrachtet einzelne Lichtblicke, schreibe Morningstar-Chefredakteur Ali Masarwah, etwa die vergleichsweise hohe Frauenquote in Ländern wie Singapur, wo 29 Prozent der Fondsmanager weiblich seien.

Doch diese Zahlen würden die geringe Rolle von Frauen in den großen Finanzzentren nicht zu kaschieren vermögen. "Es bleibt zu hoffen, dass die Erkenntnisse über die positiven Auswirkungen einer ausgewogenen Gender-Struktur in Unternehmen für die finanzielle Performance auch in der Investmentindustrie umgesetzt werden." (News vom 11.03.2020) (12.03.2020/fc/n/s)