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Money Monitor Oktober 2020: ESG-ETFs verbuchen 90 Prozent aller Zuflüsse


20.11.20 11:06
Lyxor Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - Im Oktober erfreuten sich europäische Fonds und ETFs über alle Anlageklassen hinweg beständiger Zuflüsse, mit einem starken Netto-Neugeldzuwachs bei Aktienfonds von 18,9 Milliarden Euro und bei Rentenfonds von 20,1 Milliarden Euro, so die Experten von Lyxor Asset Management.

In beiden Anlageklassen hätten die Anleger globale Engagements bevorzugt. Rentenfonds und Renten-ETFs hätten zusammen ein Netto-Neugeldvolumen von 20,1 Milliarden Euro erzielt, davon seien 18,3 Milliarden Euro in offene Fonds und 1,8 Milliarden Euro in ETFs geflossen.

Aktienfonds und Aktien-ETFs hätten Netto-Zuflüsse von 18,9 Milliarden Euro erzielt, davon seien 16,2 Milliarden Euro in Fonds und 2,7 Milliarden Euro in ETFs geflossen. Anleger hätten vor allem in globale Aktien - branchenübergreifend wie auch in Sektorenprodukte - daneben auch in US-amerikanische sowie Schwellenmarkt-Aktien investiert, bei Letzteren insbesondere in chinesische Aktien.

Betrachte man nur die ETFs, so seien im Oktober 4,8 Milliarden Euro insgesamt in ETFs geflossen. Davon seien 1,8 Milliarden Euro in Renten-ETFs und 2,7 Milliarden Euro in Aktien-ETFs gegangen.

Mit Zuflüssen von 4,3 Milliarden Euro hätten ESG-ETFs einen weiteren Rekordmonat verzeichnet. Damit hätten die ESG-ETF-Zuflüsse fast 90 Prozent aller Zuflüsse in ETFs ausgemacht.

Die durch Covid-19 ausgelösten Marktturbulenzen zu Beginn des Jahres hätten viele Anleger veranlasst, ihre Unternehmens- und diversifizierten Anleihebestände in drastischem Umfang zu verkaufen. Während des "Coronavirus-Markt-Meltdowns" im März hätten festverzinsliche Fonds und ETFs Abflüsse in Höhe von 510 Milliarden US-Dollar hinnehmen müssen, den größten monatlichen Abfluss seit Beginn der Aufzeichnungen.

Der Stress an den Märkten habe die Spreads von Unternehmensanleihen auf Niveaus steigen lassen, die seit der Finanzkrise von 2008 nicht mehr gesehen worden seien. Die erhöhten Marktbelastungen hätten dazu geführt, dass die Zentralbanken weltweit mit beispiellosen Stimulus-Programmen eingeschritten seien. Die umfangreiche Unterstützung der Zentralbanken, einschließlich der Käufe von Unternehmensanleihen durch die US-Notenbank FED auf dem Sekundärmarkt mittels ETFs, habe schließlich die Marktbedingungen stabilisiert. Die Spreads von Unternehmensanleihen hätten sich wieder normalisiert und die Markterholung sei durch kräftige Zuflüsse in Unternehmensanleihen sowohl in Europa als auch in den USA unterstützt worden.

Der wiedererwachte Appetit auf Unternehmensanleihen habe die Kreditspreads auf das Vorkrisenniveau zurückgedrückt, und das zu einer Zeit, in der die wirtschaftliche Unsicherheit nach wie vor groß sei. Seit dem Sommer seien jedoch die Zuflüsse in Unternehmensengagements in Dollar wie auch in Euro in allen Bonitätsklassen zum Stillstand gekommen.

Angesichts des begrenzten Aufwärtspotenzials für Unternehmensanleihen und der großen Unsicherheit darüber, wie eine Erholung aussehen werde, bleibe die Frage nach der Erholung in diesem Bereich spannend. (20.11.2020/fc/n/e)