Mischfonds: So beurteilt Morningstar die Bestseller - Fondsnews


04.01.18 12:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Ratinggesellschaft Morningstar nahm einige der bekannten und großen Mischfonds unter die Lupe, deren Manager jüngst auf der Fondskonferenz "Petersberger Treffen" ihre Strategien präsentierten, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Portfolio-Lenker hätten sich allesamt vorsichtig optimistisch gezeigt, was die weitere Entwicklung an den Märkten angehe. Doch die Profis seien sich durchaus bewusst, dass die Bewertungen oftmals weitgehend ausgereizt seien - und somit die Gefahr von Rückschlägen wachse. Die durchweg positive Entwicklung des Börsenjahres 2017 hätten jedoch nicht alle Manager gleichermaßen gut nutzen können.

Im Folgenden wie die Analysten von Morningstar einige der führenden Mischfonds einschätzen würden:

Das 22-Milliarden-Euro-Dickschiff Carmignac Patrimoine zähle laut Morningstar-Analyse zu den schlechtesten 5 Prozent der Vergleichsgruppe ausgewogener Mischfonds. Trotz Rückenwinds von den Aktienmärkten und immerhin stabiler Rentenmärkte schließe das Portfolio von Edouard Carmignac das Jahr 2017 mit einem Minus ab. "Das geht nicht nur auf die gemischten Ergebnisse auf der Aktienseite zurück, sondern auch auf die wenig effektive Absicherungspolitik", würden die Morningstar-Experten meinen. "Wer systematisches Risikomanagement in einem Bullenmarkt betreibt, lässt nun einmal viel Performance links und rechts liegen." Dennoch behalte der Fonds das Morningstar Analyst Rating "Bronze", was Fachfrau Mara Dobrescu mit der Expertise des Asset Allocation- und des Bond-Teams begründe.

Der Blackrock Global Allocation habe es 2017 immerhin fast unter das beste Drittel ausgewogener Mischfonds auf US-Dollar-Basis geschafft. Langfristig habe sich der Fonds unter den besseren Produkten seiner Kategorie etabliert, heiße es von Morningstar. Allerdings sei der Fonds im Sommer 2017 von "Gold" auf "Silver" abgestuft worden. Grund sei der Abgang des langjährigen Portfoliomanagers Dennis Stattman gewesen, der die Strategie seit 1989 mitverantwortet habe. Nun leite das Dreiergespannt David Clayton, Kent Hogshire und Russ Koesterich den Fonds.

Einen eher mittleren Rang habe 2017 der Flossbach von Storch Multiple Opportunities belegt. Vorübergehend hätten die Morningstar-Beobachter der Retail-Anteilsklasse beim quantitativen Rating sogar den fünften Stern entzogen. Diese Scharte sei nun ausgewetzt, und langfristig zähle das Prestigeportfolio der Kölner zu den besten flexiblen Mischfonds am Markt. Analystin Barbara Claus sehe im Flossbach-Flaggschiff nach wie vor eine gute Wahl für Anleger, die einen flexiblen Mischfonds suchen würden. Das Volumen sei in den vergangenen Jahren stark angeschwollen. Damit sei die Flexibilität des Managers in weniger liquiden Marktsegmenten wie Nebenwerten und Wandelanleihen eingeschränkt, die in der Vergangenheit maßgeblich zur Performance beigetragen hätten. "Allerdings ist die Asset Allocation ein ebenso wichtiger Renditetreiber, und diese Performancequelle ist weniger vom starken Anstieg des Fondsvermögens betroffen", sage Barbara Claus. Der Fonds halte das Analyst-Rating "Bronze".

Eher turbulent gegangen sei es beim eigentlich ruhigen Kapital Plus von Allianz Global Investors zu. Den Morningstar-Experten würden die geringen Kosten sowie das strategisch agierende Management von Stefan Kloss gefallen. Für Unruhe habe hingegen der Wechsel von Matthias Born zu Berenberg gesorgt. Born habe die Aktienseite verantwortet. Weil aber der Rest des Aktien-Teams stabil geblieben sei und der langjährige Fondsmanager Kloss weiter das Ruder in der Hand habe, belasse Morningstar das Rating bei "Bronze".

Auch der rund 330 Millionen Euro schwere Phaidros Balanced aus dem Hause Eyb & Wallwitz halte ein "Bronze"-Rating von Morningstar. Analystin Barbara Claus sehe den Fonds als überdurchschnittliches Produkt in dem Feld der flexiblen, globalen Mischfonds. Das Team sei zwar klein, konzentriere sich aber auf seine Stärken und bringe einen reichen Erfahrungsschatz mit. Zudem spiegele sich die Meinung von Manager Ernst Konrad deutlich in dem Portfolio wider. So traue er sich, gegen die Marktmeinung zu stellen und konträre Positionen einzugehen.

Ein noch junger Vertreter im Mischfonds-Wettbewerb sei der Fidelity Global Multi Asset Income. Fidelity habe zwar auch herkömmliche Aktien-Renten-Fonds im Sortiment, die sich schon lange bewährt hätten. Derzeit würden aber neue, tatsächlich oder vermeintlich ausgeklügeltere Modelle ins Schaufenster gestellt, würden die Morningstar-Experten kommentieren. Bislang rangiere der Fonds eher im Mittelfeld der ausgewogenen Mischfonds. Über ein Jahr setze er sich hingegen von der Vergleichsgruppe ab. Wie sich der Fonds bei einer allgemeinen Marktkorrektur verhalte, bleibe aber abzuwarten, heiße es von Morningstar.

Auch Franklin Templeton habe ein Produkt mit den Trend-Schlagwörtern "Multi Asset" und "Income" lanciert: Franklin Global Multi-Asset Income Fund. "Es wird also nicht nur kräftig gemischt, sondern auch ausgeschüttet", würden die Morningstar-Experten schreiben. Wie das Fidelity-Modell rangiere der Franklin-Fonds über drei Jahre im Mittelfeld der flexiblen Gruppe. Im Jahr 2017 sei das Portfolio aber auf die hinteren Ränge abgerutscht. Der Fonds sei zwar wie das Fidelity-Pendant breit diversifiziert, ob die niedrige Korrelation der Anlageklassen untereinander aber tatsächliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Mischfonds schaffen werde, sei offen. (News vom 03.01.2018) (04.01.2018/fc/n/s)





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