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Mifid-II-Debatte: Bei der Deutschen AM gehen Researchkosten aufs Haus - Fondsnews


14.09.17 10:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Deutsche Asset Management trägt die Kosten für externe Analysen selbst, so die Experten von "FONDS professionell".

Dies habe die Fondstochter der Deutschen Bank mitgeteilt. "Wir sind immer bestrebt, unseren Kunden Planungssicherheit und Transparenz zu bieten", schreibe Deutsche-AM-Chef Nicolas Moreau in einer Mitteilung. Die Frankfurter würden sich damit Häusern wie Allianz Global Investors und Flossbach von Storch anschließen und die Ausgaben für Research auf die eigene Bilanz nehmen. Union Investment und Dekabank hätten hingegen angekündigt, die Ausgaben auf die Portfolios zu verteilen und damit den Anlegern in Rechnung zu stellen.

Hintergrund der Richtungsfrage sei die EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid II. Demnach müssten ab 2018 die Kosten für Analysen von Drittanbietern genau ausgewiesen werden. Bislang finanziere sich das Research fast ausschließlich über Gegengeschäfte. Investmentbanken und Broker würden Zugang zu ihren Analysen gewähren. Im Gegenzug würden ihnen die Asset Manager lukrative Handelsaufträge erteilen. Die neuen Regeln sollten Transparenz über die eigentlichen Kosten herstellen.

Moreau habe zudem erklärt, dass der Investmentansatz der Deutschen Asset Management unberührt bleibe. Der Vermögensverwalter werde auch künftig qualitativ hochwertiges externes Research zukaufen, um sicherzustellen, dass die Fondsmanager über alle notwendigen Informationen für ihre Entscheidungsprozesse verfügen würden. Zu diesem Zweck werde das Haus mit Drittanbietern die Preise für Analysen verhandeln.

Wettbewerber wie Carmignac oder Amundi und auch die zentralen Fondsanbieter der deutschen Genossenschaftsbanken und Sparkassen hätten sich hingegen für den anderen Weg entschieden. Das Kalkül hinter dieser Entscheidung sei, dass die Transaktionskosten sinken sollten, da die Researchgebühren ja künftig gesondert anfallen würden. Die Anleger müssten unter dem Strich also nicht mehr bezahlen, so die Hoffnung.

Besonders im angelsächsischen Raum hätten sich einige Gesellschaften dagegen dazu entschlossen, die Kosten für externes Research selbst zu tragen, so etwa die Allianz-Tochter PIMCO, J.P. Morgan AM, M&G oder Jupiter und Vanguard. Auch die frisch fusionierte Aberdeen Standard Investments habe sich endgültig auf diese Seite gestellt. Zuletzt habe Franklin Templeton angekündigt, die Ausgaben auf die eigene Bilanz zu nehmen.

Klar sei aber auch, dass die Kosten am Ende auf verschlungenen Pfaden doch bei den Anlegern landen könnten: In Gestalt höherer Managementgebühren. Offen sei bislang die Entscheidung des Branchenprimus BlackRock. (News vom 13.09.2017) (14.09.2017/fc/n/s)