Erweiterte Funktionen

Kostenlose Fonds finden kaum Abnehmer - mit einer Ausnahme - ETF-News


28.07.20 14:01
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Das Ringen um Marktanteile bei börsengehandelten Indexfonds (ETFs) wird immer härter, so die Experten von "FONDS professionell".

Der Konkurrenzkampf habe gar in der Auflage von Fonds kulminiert, die keinerlei Gebühren in Rechnung stellen oder Anlegern sogar regelmäßigeine Gutschrift überweisen würden. Mit solchen "Negativgebühren" habe etwa der Nischenanbieter Salt Financial in den USA Geldgeber in seine Low-Beta-Strategie locken wollen. Mit derartigen Kampfangeboten würden Neueinsteiger hoffen, noch am Erfolg der boomenden ETF-Industrie teilzuhaben.

Doch mehr als ein Jahr nach der Auflage dümpele das verwaltete Vermögen um gerade mal neun Millionen Dollar herum. Der Indexfonds werde derzeit an einen anderen Asset Manager, Pacer Advisors, verkauft. Der neue Eigner wolle nach Abschluss des Übernahmeprozesses eine Vergütung von 60 Basispunkten einziehen, berichte die Wirtschaftszeitung "Financial Times". Demnach hätten auch andere Null-Gebühr-Fonds, etwa von BNY Mellon, eher enttäuschende Volumina aufbauen können.

"Die Auflage eines kostenlosen ETF ist zwar ein Hingucker, aber kein Allheilmittel, wenn man als Anbieter spät zur Party kommt", kommentiere Todd Rosenbluth vom Fondsanalysehaus CFRA der "Financial Times" zufolge die Entwicklung. "Investoren sehen keine großen Vorteile darin, zu günstigeren Alternativen der weniger bekannten ETF-Anbieter zu wechseln."

Doch keine Regel ohne Ausnahme: Das US-Fondshaus Fidelity habe 2018 eine Serie von kostenlosen Indextrackern gestartet. Allein im ersten Monat hätten die beiden Auftakt-Fonds die Volumenmarke von einer Milliarde Dollar überschritten. Zwei Jahre nach dem Vermarktungsstart stecke in der mittlerweile auf vier Vehikel angewachsenen Serie ein Vermögen von mehr als neun Milliarden Dollar.

Fidelity habe eigentlich als eingefleischter, aktiver Manager gegolten. Doch eingedenk des scharfen Wettbewerbs sei der Anbieter umgeschwenkt und habe die Expansion in das passive Feld begonnen. Die kostenlosen Indextracker verkaufe das US-Haus Fidelity nur an seine Bestandskunden. In ihrem Heimatmarkt würden die Chicagoer ein großes Brokerage-Geschäft für Privatkunden betreiben. Die hierzulande tätige Gesellschaft Fidelity International biete keine gebührenfreien Fonds an. (28.07.2020/fc/n/e)