Keine Kursberechnung möglich: H&A friert drei Mischfonds ein - Fondsnews


11.08.17 13:33
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Kapitalverwaltungsgesellschaft Hauck & Aufhäuser (H&A) hat drei Luxemburger Mischfonds eingefroren: Anleger der Fonds Diversified Strategic Asset Allocation Saphir 1 und 2 können seit dem 7. Juli keine Anteilscheine mehr zurückgeben, so die Experten von "FONDS professionell".

Mittlerweile seien auch Anteilskäufe nicht mehr möglich. Das gleiche gelte für den Fonds Saphir mit seinen drei Anteilsklassen A, B und C. Das gehe aus Kundeninformationen hervor, die FONDS professionell ONLINE vorlägen.

In der Begründung zur Schließung des Saphir 1 und 2 heiße es: "Dieser außergewöhnliche Umstand wurde notwendig, da der Verwaltungsgesellschaft Informationen vorliegen, dass die Werthaltigkeit eines Teil des Fondsvermögens möglicherweise nicht in vollem Umfang gegeben ist." Die Aussetzung der Anteilrücknahme sei somit "im Interesse der Anleger erforderlich".

Hauck & Aufhäuser habe sich auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE nicht näher zu den Hintergründen äußern wollen. Es habe lediglich geheißen, derzeit sei es nicht möglich, den konkreten Nettoinventarwert der Fonds zu berechnen. Auch die Performance IMC Vermögensverwaltung aus Mannheim, die als Anlageberater der Fonds fungiere, habe bis Freitagvormittag keine Stellung genommen - trotz mehrfacher Bitte der Redaktion, eine Begründung für das außergewöhnliche Vorgehen zu liefern.

Die beiden 2007 aufgelegten Fonds Saphir 1 und Saphir 2, die zusammen knapp 32 Millionen Euro verwalten würden, würden seit einigen Jahren nicht mehr über eine Zulassung zum öffentlichen Vertrieb in Deutschland verfügen, weil sie nach dem neuen Kapitalanlagegesetzbuch als alternative Investmentfonds (AIF) gelten würden. Privatanleger hätten diese Produkte aber nach wie vor erwerben können - bis sie im Juli zugesperrt worden seien. Der rund 23 Millionen Euro schwere Fonds Saphir, der 2011 aufgelegt worden sei, sei zum öffentlichen Vertrieb zugelassen.

Bei einem Blick in die Struktur der Portfolios falle auf, dass zuletzt jeweils erhebliche Mittel in Zielfonds oder Zertifikaten gesteckt hätten, die von einem in der Schweiz und Liechtenstein ansässigen Verbriefungsspezialisten verwaltet würden. Dieser Asset Manager habe sich auf forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS) spezialisiert.

Bei manchem Branchenkenner rufe allein das Schlagwort ABS gemischte Gefühle wach, schließlich hätten solche Papiere in den USA zu den ersten gehört, die während der Finanzkrise vor zehn Jahren unter die Räder gekommen seien. Für die ABS-Investments der Saphir-Fonds sei allerdings nach wie vor ein tagesaktueller Kurs zu finden - offensichtlich seien die Probleme der Fonds also auf andere Anlagen zurückzuführen. (11.08.2017/fc/n/s)





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