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Kauf von Legg Mason: Franklin Templeton holt den Rotstift raus - Fondsnews


30.07.20 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Mit der Übernahme von Legg Mason will Franklin Templeton sein Geschäft effizienter und breiter aufstellen, so die Experten von "FONDS professionell".

Bei dem Zusammenschluss sollten aber auch doppelt vorhandene Strukturen abgebaut und Kosten eingespart werden. In der Folge wolle das Management rund acht Prozent der Stellen streichen. Dies gehe aus einer Präsentation zu den Quartalszahlen von Franklin Templeton hervor. Der kalifornische Asset Manager habe im Februar angekündigt, den als Boutiquendach agierenden Konkurrenten Legg Mason für rund 4,5 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen.

Die Führungscrew um Vorstandschefin Jenny Johnson und den Verwaltungsratsvorsitzenden Greg Johnson betone, dass der Stellenabbau auf die Holdinggesellschaften sowie den zentralen Vertrieb beschränkt geblieben seien. Investmentteams müssten nicht um ihre Jobs bangen. Der Stellenabbau solle nur zu minimalen Einschränkungen für das Geschäft führen, verspreche das Unternehmen. Per Ende 2019 hätten rund 9.600 Menschen bei Franklin Templeton gearbeitet, Legg Mason zähle 3.000 Mitarbeiter.

Die Übernahme solle schon per Ende Juli vollzogen werden. Franklin Templeton rechne dadurch mit Synergien in Höhe von rund 300 Millionen Dollar. Die Unternehmensführung bekräftige zudem, Teile der Einsparungen in neue Geschäftsfelder zu investieren. Bei der Ankündigung der Übernahme hätten Jenny und ihr Bruder Greg Johnson von erheblichen Skaleneffekten und einem hohen Wachstumspotenzial gesprochen, die dem Kauf von Legg Mason entspringen würden. Die Folgen der Corona-Krise würden den Sinn der Übernahme unterstreichen, ergänze das Unternehmen nun.

Beide Gesellschaften würden bereits seit geraumer Zeit mit Mittelabflüssen ringen. Auch in den letzten Quartalsberichten als getrennte Unternehmen habe der Trend angehalten. So melde Franklin Ressources, wie die börsennotierte Gesellschaft hinter Franklin Templeton offiziell heiße, in den drei Monaten per Ende Juni Mittelabzüge in Höhe von 11,3 Milliarden Dollar. Das verwaltete Vermögen liege bei 623 Milliarden Dollar. Bei Legg Mason hätten Anleger insgesamt 9,8 Milliarden Dollar aus den Fonds abgezogen. Das verwaltete Vermögen beziffere sich auf 783 Milliarden Dollar. (30.07.2020/fc/n/s)