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Kassensturz: Diese Fondsgruppen waren 2017 echte Renner - Fondsnews


03.01.18 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - "FONDS professionell" hat wieder gecheckt, wie sich das Mittelaufkommen ausgewählter Fondsgruppen im abgelaufenen Jahr entwickelt hat, so die Experten von "FONDS professionell".

Europas Fondsbranche habe allen Grund zu jubeln: Schon zur Jahresmitte habe Europas Fondsbranche die zehn Billionen-Euro-Grenze geknackt, wie der Datenbankanbieter Lippe damals gemeldet habe. EMEA-Chef Detlef Glow sei über den positiven Trend derart erfreut gewesen, dass er sich zu einer mutigen Aussage habe hinreißen lassen: "Die erste Jahreshälfte hat den Weg freigemacht für ein neues Rekordjahr der europäischen Fondsindustrie", habe er damals geschrieben.

Ein halbes Jahr später stehe fest, dass Glow rechtbehalte: Laut der Mittelzu- und Abfluss-Statistik von Mountain View hätten die Fondshäuser im deutschsprachigen Raum knapp 283 Milliarden Euro eingesammelt. Das seien laut dieser Erhebung die mit Abstand höchsten Zuflüsse seit 2008, solange würden die Daten des Kärntner Anbieters zurückreichen. Bislang habe demnach das Jahr 2014 als Rekordhalter in Sachen Mittelzuflüsse gegolten. Damals hätten Anleger den einzelnen Fondsgruppen insgesamt 113 Milliarden Euro anvertraut.

FONDS professionell ONLINE habe den neuen Spitzenwert zum Anlass genommen und sich genau angesehen, wie sich die wichtigsten Fondskategorien in den vergangenen zwölf Monaten entwickelt hätten.

Top oder Flop? So hätten sich die wichtigsten Fondsgruppen im abgelaufenen Jahr entwickelt:

Aktienfonds Emerging Markets
Zwar hätten Schwellenländer-Aktienfonds in den beiden letzten Monaten Mittelabflüsse hinnehmen müssen, im Oktober hätten Anleger aber 2,8 Milliarden Euro in die Fondsgruppe investiert. Das sei beinahe ein neuer Rekord: Lediglich im Januar 2013 seien mit drei Milliarden Euro mehr Gelder in Emerging-Markets-Fonds geflossen. Einige Fondsprofis würden übrigens auch für 2018 gute Investmentchancen in Schwellenländerfonds sehen.

Aktienfonds Japan
Ebenfalls einen neuen Rekord hätten japanische Aktienfonds im abgelaufenen Jahr aufgestellt. Sie hätten im Oktober mit über vier Milliarden Euro die höchsten Mittelzuflüsse seit Beginn der Mountain-View-Statistik im Oktober 2008 verzeichnet. Im November habe die Fondskategorie dann zwar wieder Abflüsse hinnehmen müssen. Im Dezember hätten Anleger japanischen Aktienfonds aber schon wieder knapp drei Milliarden Euro anvertraut.

Aktienfonds Euroland
Euroland-Aktienfonds hätten den Dezember zwar mit einem minimalen Minus beendet. Mit 9,5 Milliarden Euro an Netto-Zuflüssen beende diese Fondsgruppe das Jahr 2017 aber mit einem neuen Rekord: Noch nie hätten Anleger seit Beginn der Mountain-View-Statistik im Jahr 2008 so viele Gelder in Euroland-Aktienfonds investiert. Auch das neue Jahr könnte für die Fondskategorie gut laufen. Denn zahlreiche Marktbeobachter seien der Meinung, dass Euroland-Aktienfonds noch Luft nach oben hätten.

Aktienfonds Europa
Für europäische Aktienfonds sei das Jahr durchwachsen gelaufen - vor allem wegen akuter Brexitsorgen! Zu Jahresbeginn hätten Anleger knapp zehn Milliarden Euro aus der Fondsgruppe abgezogen. Zwar sei es zur Jahresmitte etwas besser gelaufen, allerdings würden Aktienfonds Europa das Jahr mit einem Minus von knapp einer Milliarde Euro beenden. Immerhin sei es damit aber besser als im Jahr 2016 gelaufen. Damals hätten Anleger über 30 Milliarden Euro aus der Fondskategorie abgezogen.

Aktienfonds Nordamerika
Die US-Börse steige unaufhörlich, doch Anleger würden hierzulande aus nordamerikanischen Aktienfonds weiterhin Gelder abziehen. Aus Jahressicht hätten die Portfolios zuletzt 2014 frisches Geld einsammeln können. Seither hätten sich die Mittelabflüsse in Summe auf 42,5 Milliarden Euro belaufen. Für Anleger, die an ein Investment in die Fondsgruppe denken würden, könnte ein Einstieg übrigens noch nicht zu spät sein. Etliche Investmentprofis würden nämlich glauben, dass die Rally der US-Aktien noch nicht beendet sei.

Aktienfonds global
Globale Aktienfonds würden das Jahr mit einem neuen Rekord beenden: 17 Milliarden Euro hätten Anleger der Fondsgruppe anvertraut - soviel wie noch nie. Zu verdanken sei das vor allem den Monaten Januar, Juli und Oktober. Alleine in den drei Monaten hätten Anleger über zehn Milliarden Euro in die breit gestreuten Geldtöpfe investiert.

Aktienfonds gesamt
Zwei Jahre lang hätten Anleger kontinuierlich Gelder aus Aktienfonds abgezogen. 2017 scheine der Bann endlich gebrochen und die Wende geglückt. Erstmals seit 2015 beende die Fondskategorie das Jahr mit einem Plus von 19 Milliarden Euro. Von neuen Rekorden sei man hier dennoch weit entfernt: 2013 hätten Anleger der Assetklasse 44 Milliarden Euro anvertraut.

Anleihenfonds Unternehmen
Unternehmensanleihenfonds hätten in den letzten beiden Monaten des Jahres Abflüsse hinnehmen müssen. Insgesamt würden sie mit einem Mittelaufkommen von über zehn Milliarden Euro aber positiv bilanzieren. Absoluter Rekordhalter bei den Zuflüssen sei das Jahr 2012, damals hätten Investoren 37 Milliarden Euro in die Fondsgruppe investiert.

Anleihenfonds gemischt
Gemischte Anleihenfonds hätten beim Mittelaufkommen im letzten Jahr hingegen einen absoluten Spitzenwert erzielt: 95 Milliarden Euro sei in die Fondsgruppe angelegt worden. Über alle Monate hinweg habe sie Mittelzuflüsse verzeichnen können.

Anleihenfonds gesamt
Dank des Mittelaufkommens bei gemischten Anleihenfonds blicke die Assetklasse insgesamt auf ein sehr gutes Jahr 2017 zurück. Knapp 116 Milliarden Euro seien in Bond-Fonds geflossen, ebenfalls ein neuer Rekord. Allerdings sei die Stimmung unter Fondsmanagern hinsichtlich Anleihenpotfolios weniger positiv, sie würden den Markt an einem Wendepunkt angelangt sehen.

Mischfonds
Gemischte Portfolios hätten zu den absoluten Lieblingen unter den Anlegern gezählt. Sie hätten das Jahr mit Mittelzuflüssen von über 61 Milliarden Euro beendet. Damit hätten die Geldtöpfe sogar das Jahr 2014 übertreffen können: Damals seien ihnen 58 Milliarden Euro zugeflossen. (News vom 02.01.2018) (03.01.2018/fc/n/s)