Kaldemorgen und Ehrhardt trotzen Virus-Hysterie - Fondsnews


05.03.20 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - In turbulenten Börsenzeiten orientieren sich Privatanleger oft daran, was die Profis tun, so die Experten von "FONDS professionell".

Wer sich nach den Star-Fondsmanagern Klaus Kaldemorgen und Jens Ehrhardt richte, dürfte die Panik anlässlich der Coronavirus-Epidemie gelassen überstehen: Die beiden Urgesteine der deutschen Investmentbranche würden sich im Gespräch mit dem "Handelsblatt" trotz der rasanten Kursstürze in den vergangenen Tagen entspannt und optimistisch zeigen. Sowohl DWS-Manager Kaldemorgen als auch DJE-Kapital-Chef Ehrhardt würden davon ausgehen, dass das Schlimmste demnächst überstanden sei und die Anlagesaison 2020 unterm Strich doch noch ein gutes Aktienjahr werde.

"Wir sind nahe am Tief, ich glaube nicht, dass wir noch deutlicher herunterfallen", zitiere die Zeitung den seit 50 Jahren in der Investmentbranche tätigen Ehrhardt. Im Januar habe er den DAX zum Jahresende auf 16.000 Zähler geschätzt. Davon sei der Leitindex nach dem jüngsten Kurs-Kollaps weit entfernt, derzeit bewege er sich um 12.000 Punkte. Ehrhardt sei dennoch zuversichtlich und halte alles in allem an seiner Prognose fest: "Vielleicht nicht mehr in diesem Jahr, aber dann im ersten Halbjahr 2021 werden wir die 16.000 sehen." Weitere Hiobsbotschaften, etwa aus der besonders stark gebeutelten Tourismusbranche, seien seiner Einschätzung nach bereits eingepreist.

Auch Kaldemorgen zeige sich zuversichtlich und verweise im "Handelsblatt"-Gespräch auf die Unterstützung durch die Notenbanken. "Aus Marktsicht sah das fast ein bisschen wie Panik aus", kommentiere er die überraschende Zinssenkung der amerikanischen Notenbank von Anfang der laufenden Woche. Der Manager des Absolut-Return-Fonds DWS Concept Kaldemorgen sei sich sicher, dass es nicht bei Zinssenkungen bleibe: "Es werden auch Fiskalimpulse kommen, die Regierungen werden Geld in die Wirtschaft pumpen, Hongkong hat das mit Einmalzahlungen an seine Bürger schon vorgemacht", sage er.

Letztlich würden Notenbanken und Regierungen das Fundament für weitere Kursanstiege legen, sei Kaldemorgen gewiss. "Es bleibt erst einmal bei den starken Schwankungen, aber nach einiger Zeit dürften die Kurse wieder steigen, wenn wir auch vielleicht in diesem Jahr keine neuen Hochs erreichen", sage er. Damit bleibe der Starmanager, wie auch sein DJE-Kollege, im Großen und Ganzen seiner Markteinschätzung vom Jahresbeginn treu. Auf dem jüngsten FONDS professionell KONGRESS in Mannheim habe Kaldemorgen prophezeit, dass sich der Aufwärtstrend an den Märkten dank lockerer Geldpolitik fortsetzen werde.

Obwohl sich die Investmentprofis optimistisch geben würden, hätten sie das Risiko in ihren Flaggschifffonds zuletzt heruntergefahren und würden momentan stärker auf Absicherung setzen. Der DWS Concept Kaldemorgen sei derzeit zu rund einem Drittel in Staatsanleihen investiert, ein Zehntel des Fondsvermögens stecke in Gold. Auf der Aktienseite sei ein Teil der Positionen mit Terminmarktinstrumenten gegen Kursverluste abgesichert. Auf der anderen Seite nutze der DWS-Topmanager allerdings Kurschwächen für Zukäufe: "Zum Beispiel im Technologiesektor, der auch vor den Turbulenzen gut lief, und in der Gesundheitsbranche, wo manche Titel unter die Räder kamen und unserer Meinung nach günstig bewertet sind."

Im DJE-Mischfonds DJE Zins & Dividende sei bereits vor dem jüngsten Rücksetzer an den Börsen das Risiko heruntergefahren worden. "Wir hatten vor einem Monat etwa die Hälfte des Kapitals in Aktien, haben den Anteil auf 28 Prozent abgebaut, vor allem durch Verkäufe", sage er. US-Aktien seien rausgeflogen, Versorger habe der Anlageprofi hochgefahren. "Die ganze Branche ist attraktiv, fast schon eine Wachstumsbranche, weil die Digitalisierung viel Strom braucht", erkläre er im "Handelsblatt".

Die hohen Dividenden im Versorgungssektor würden als Sahnehäubchen oben drauf kommen. Wie Kaldemorgen gehe auch Ehrhardt davon aus, dass in der kommenden Zeit die Notenbanken die Aktienkurse stützen würden. Sein Wort habe Gewicht, denn seine Prognosen würden meist eintreffen: So habe der DJE-Chef bereits zu Jahresbeginn die völlig überraschende Zinssenkung der FED vorhergesagt. (05.03.2020/fc/n/s)





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