Kaldemorgen: "Es geht um die Strategie, nicht um meine Person" - Fondsnews


02.12.19 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Im Mai 2021 läuft Klaus Kaldemorgens 2017 verlängerter Vertrag bei der DWS aus, so die Experten von "FONDS professionell".

Was passiere dann mit dem mittlerweile gut zehn Milliarden Euro schweren DWS Concept Kaldemorgen? "Diese Frage beschäftigt nicht nur mich, sondern wegen der Bedeutung des Fonds auch die DWS als Unternehmen", sage der 66-jährige Starmanager im Interview mit "FONDS professionell".

Auf den ersten Blick wirke es zwar irritierend, wenn ein Fonds nach einem Manager benannt sei, der dann gar nicht mehr an Bord sei. "Wenn man genau hinsieht, geht es aber gar nicht so sehr um meine Person, die in diesem Fonds steckt, sondern um die Strategie, die wir vor zehn Jahren aufgesetzt haben", so Kaldemorgen. "Und diese Anlagephilosophie, die einen risikokontrollierten Ansatz verfolgt, wird von unserem ganzen Team verfolgt und unabhängig von meiner Präsenz oder eben Nicht-Präsenz weitergeführt werden."

Sei die Nachfolge bereits geregelt? "Ja, das ist sie", sage Kaldemorgen. "Auch wenn ich im Augenblick noch die Anlageentscheidungen im DWS Concept Kaldemorgen treffe, führen wir den Fonds in einem teamorientierten Ansatz. Ich leite das Team bereits mit Henning Potstada und Christoph-Arend Schmidt, die schon jetzt ihre jeweils eigenen, milliardenschweren Fonds verwalten." Nach seinem Ausscheiden stünde er der DWS "gerne als Berater für den Fonds" zur Verfügung.

Kaldemorgen äußere sich im Interview auch zu der Frage, ob das Volumen des Fonds mittlerweile nicht zu einem Hindernis geworden sei. "Es stimmt schon, der Fonds ist groß, aber wir fahren eine globale Multi-Asset-Strategie. Da ergibt sich naturgemäß ein sehr großes Anlageuniversum. Der Fonds verträgt locker mehr als die doppelte Größe, sagen wir 20 Milliarden Euro."

Bei dieser Summe bewege man sich in einem Bereich, in dem der Fonds zu einer Art Benchmark für große Wettbewerber werde, so Kaldemorgen. "Unsere Entscheidungen werden quasi vom Mitbewerb gehebelt - und damit werden wir in gewisser Weise vom Marktteilnehmer zu einem Teil des Marktes selbst." Gewisse Einschränkungen gebe es bei diesen Volumina auch, was die Unternehmensgröße betreffe, in die er und seine Kollegen investieren könnten. Das Team greife vorzugsweise zu "Large Caps". "Das liegt nicht zuletzt daran, dass wir auf Liquidität sehr viel Wert legen - und die ist nun mal bei hoher Marktkapitalisierung in der Regel größer."

Klaus Kaldemorgen, DWS:

"Auch wenn ich im Augenblick noch die Anlageentscheidungen im DWS Concept Kaldemorgen treffe, führen wir den Fonds in einem teamorientierten Ansatz."

"Ich weiß schon, dass zur Zeit jeder über Staatsanleihen schimpft. Eine Bundesanleihe, die 80 Basispunkte Negativverzinsung abwirft, möchte ich auch nicht im Portfolio haben. Aber ich habe mittlerweile eine ziemlich große Position in US-Treasuries. Da ist die einzige Motivation: Diese Assetklasse entwickelt sich immer dann besonders gut, wenn es allen anderen schlecht geht."

"Die letzte EZB-Sitzung war vielleicht der Startschuss für eine endgültige Desillusionierung: Die Normalisierung der Geldpolitik erfolgt wahrscheinlich nicht mehr in absehbarer Zeit. Wenn ich mir da den Aktienmarkt anschaue, so haben sich die niedrigen Zinsen dort noch nicht wirklich niedergeschlagen."

"Neben US-Treasuries ist Gold eine wichtige Säule, um Stabilität ins Portfolio zu bekommen. So versuche ich, das Risiko, das ich über den Aktienmarkt eingehe, einigermaßen zu diversifizieren. Gerade in Zeiten von niedrigen Zinsen profitiert das Edelmetall und weist im Gegensatz zur Kasse keine Opportunitätskosten aus." (News vom 29.11.2019) (02.12.2019/fc/n/s)





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