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Junge Fondsboutique sammelt Geld in Österreich ein - Fondsnews


14.06.17 14:16
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Ein Aktienfonds. Schwerpunkt Emerging Markets. 223 Millionen Euro an verwaltetem Vermögen. Das sind die Eckdaten der 2012 gegründeten französischen Fondsfirma Gemway Assets, so die Experten von "FONDS professionell".

Seit Anfang des Jahres seien auch zwei österreichische Dachfondsmanager mit 3,5 Millionen Euro investiert, habe FONDS professionell ONLINE erfahren.

Nachdem sich die Emerging Markets seit dem Vorjahr wieder kräftiger entwickeln würden, sei das davor schwächelnde Investoreninteresse wieder gestiegen, so Bruno Vanier und Michel Audeban, Gründer des börsenotierten Unternehmens. Der bisher einzige Fonds GemEquity (ISIN FR0011268705 / WKN GEM001) mit fünf Morningstar-Sternen verzeichne seit Jahresbeginn einen Performancezuwachs von rund 16 Prozent.

Bruno Vanier, Fondsmanager und Präsident von Gemway Assets, setze in seinem Aktienfonds auf Unternehmen, die von der reicher werdenden Bevölkerung in den Emerging Markets profitieren würden. Branchen wie Konsum, Technologie, Internet stünden im Fokus. "Als Europäer hat man keinen Eindruck davon: Technologie ist in Märkten wie China ein viel größeres Thema als bei uns. Das Internet ist die beste Möglichkeit, um in die Gehaltssteigerungen der wachsenden Mittelschicht zu investieren. Natürlich ist eine Tencent heute nicht mehr billig, aber das ist Facebook auch nicht", sage Vanier, der lang in Asien gelebt habe und regelmäßig die Länder bereise.

In China setze Vanier nicht nur auf bekannte Namen wie Tencent. Immer wichtiger werde der Sektor Bildung: Nachhilfeunternehmen wie New Oriental Education, TAL Education (beide in New York gelistet) oder Minhong würden auf einem 100 Milliarden Dollar-Markt operieren, der um rund 15 bis 20 Prozent pro Jahr wachsen solle. Zwar seien die KGVs mit bis zu 90 exorbitant, dahinter lägen aber jährliche Gewinnwachstumsprognosen in Höhenlagen von mitunter von 35 Prozent. Zu den China-Aktien gehöre auch Amadeus-Peer Travelsky, der am Chinesischen Buchungssystememarkt ein Quasimonopol habe.

Man werde zwar in Einzelmärkten wie China nicht mehr die einstigen Zehn-Prozent-Wachstumsraten sehen, aber: "Jedes Jahr wird in den Emerging Markets die Mittelklasse bis zu 70 Millionen Menschen größer. Das ist, als ob jedes Jahr ein neuer Markt in der Größe Frankreichs dazukommt", so Vanier.

Der Fonds sei unconstrained. In zyklische Unternehmen investiere Vanier nur ungern. "Die bringen zu viel Volatilität. Derzeit haben wir rund 30 Prozent Zykliker, hinter den restlichen 70 Prozent steht strukturelles Wachstum", so Vanier. Tiefes Beta und geringe Volatilität würden zu den Versprechen gehören, die man den Investoren liefere.

China sei mit rund 30 Prozent die geografisch größte Position im Fonds. Eine ganz neue politische Entscheidung in dem Land beobachte das Gemway-Team mit besonderem Interesse: China habe soeben eine Öffnung des Bond-Marktes für Ausländer angekündigt - ähnlich dem Stock-Connect, der die zwei Festlandbörsen Shanghai und seit kurzem auch Shenzen über den Marktplatz Hongkong für Ausländer ohne spezielle Lizenz investierbar mache. Damit würde der drittgrößte Anleihenmarkt weltweit mit einem Wert von umgerechnet 8,5 Billionen Euro für Ausländer zugänglich. Nur zwei Prozent davon würden bis jetzt von Nicht-Chinesen gehalten. Zeitlich hätten sich die Behörden nicht festgelegt. Beobachter würden noch in diesem Jahr mit einer formalen Einführung rechnen.

"Der Bond-Connect bietet sicher große Chancen", sage Gemway-Generaldirektor Audeban. Ein zweiter Gemway-Fonds noch 2018 sei nicht ausgeschlossen. "Möglicherweise im Bereich Anleihen", habe er am Rande einer Veranstaltung zu FONDS professionell ONLINE gesagt. Am Ende sei es aber auch eine Frage des Personals. "Wenn wir ein geeignetes Anleihen-Team finden, werden wir zuschlagen", so Audeban. (News vom 13.06.2017) (14.06.2017/fc/n/s)