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Janus Henderson Investors: "Nach Fusion in spürbar stärkerer Position" - Fondsnews


14.06.18 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Im Grunde waren beide weder Fisch noch Fleisch: Die frühere Janus Capital und die ehemalige Henderson Global Investors zählten vor deren Fusion hinsichtlich Größe und Angebot weder zu den Boutiquen noch zu den global agierenden Fondshäusern, so die Experten von "FONDS professionell".

Ursprünglich hätten beide Gesellschaften mehrfach betont, man wolle organisch weiterwachsen. Und auch wenn beide in dieser Hinsicht durchaus auf einem guten Weg gewesen seien, sei beiden Gesellschaften natürlich nicht verborgen geblieben, dass organisches Wachsen immer der mühsamere Weg sei, der zudem Zeit brauche. Außerdem habe sich die Situation im Asset Management im Vergleich zu den Ursprungsplänen beider Unternehmen inzwischen erheblich verändert. Das betreffe nicht nur das Thema Regulierung, sondern auch den Investmentmarkt an sich. Passive Instrumente und ETFs seien immer stärker aufgekommen, gleichzeitig habe der Druck auf die Margen der aktiven Manager erheblich zugenommen.

Nach dem transatlantischen Zusammenschluss zur heutigen Janus Henderson Investors vor genau einem Jahr - die Fusion sei am 30. Mai 2017 erfolgt - sehe das gemeinsame Haus von daher durchaus anders aus, denn in der neuen Konstellation hätten die Partner zu einer größeren, schlagkräftigen Einheit zusammengefunden. Nicht nur in geografischer Hinsicht und in Bezug auf ihre jeweiligen Absatzmärkte würden sich beide gut ergänzen, auch im Produktangebot hätten sich nur wenige Überschneidungen gefunden.

Daniela Brogt, Deutschlandchefin der Gesellschaft, und Phil Wagstaff, globaler Vertriebsleiter von Janus Henderson, würden ein erstes Resümee der Arbeit unterm gemeinsamen Dach ziehen - nicht ohne dabei auf derzeit noch vorhandene Schwächen einzugehen, die es noch auszuräumen gelte:

Phil Wagstaff: "Natürlich gab es Unterschiede zwischen beiden Partnern. Die von Janus Capital verwalteten Assets waren höher als die von Henderson Global Investors, andererseits wies die Henderson-Gruppe eine höhere Profitabilität auf, was vor allem an den unterschiedlichen Steuerregimes in Großbritannien und den USA liegt. Auf der Mitarbeiterebene dagegen lagen beide Gesellschaften nahezu gleichauf."

Daniela Brogt: "Durch den Zusammenschluss sind wir relevanter und damit attraktiver geworden für Kunden, mit denen wir früher wahrscheinlich nicht so leicht ins Geschäft gekommen wären. Wir sind heute in einer spürbar stärkeren Position, weil wir unseren Kunden nicht nur eine größere Vielfalt an Strategien und Produkten, sondern auch einen noch umfassenderen Service bieten und sehr viel weiter reichende Ressourcen zur Verfügung stellen können."

Phil Wagstaff: "Es bestehen natürlich durchaus Unterschiede zwischen den beiden Co-CEOs Andrew Formica und Dick Weil. Und ich glaube, wenn beide heute hier mit uns zusammensäßen, würden sie zustimmen, dass eine Co-CEO-Struktur auf lange Sicht nicht das Optimum für eine Gesellschaft wie Janus Henderson darstellt. Beide wären sich aber auch darin einig, dass eine solche Struktur für eine klar definierte Anfangszeit einer Fusion auf jeden Fall die bessere Lösung ist."

"Es war wichtig, von vornherein ein Signal zu setzen. Deshalb haben wir nicht nur entschieden, London zum Hauptsitz der neuen Janus-Henderson-Gruppe zu machen, sondern auch beide CEOs sowie die jeweilige Leitung von zentralen Einheiten wie Vertrieb, Buchhaltung und Rechtsabteilung dort anzusiedeln. Das hat nichts mit einer Herabsetzung des US-Standorts Denver zu tun. Es sollte vielmehr im Sinne beider Fusionspartner sichergestellt werden, dass Entscheidungen auf möglichst kurzem Weg getroffen werden können."

Daniela Brogt: "In Deutschland konnten wir insgesamt positive Mittelzuflüsse im dreistelligen Millionenbereich verzeichnen. Das spricht aus meiner Sicht für eine gehörige Portion Vertrauen, die unsere hiesigen Kunden uns auch vor dem Hintergrund eines so bedeutenden Zusammenschlusses entgegengebracht haben. Daher haben wir uns auch für die Zukunft entsprechende Ziele ¬gesteckt: Wir wollen in den nächsten Jahren mit sieben Prozent jährlich weiter wachsen, um bis Ende 2023 in Deutschland unter die Top 30 der Universal-Fondsanbieter vorzu¬stoßen."

Phil Wagstaff: "Während wir zwar im Segment der Absolute-Return-Strategien bereits seit einiger Zeit zu den gesetzten Playern gehören, gelten wir sicher noch nicht als einer der Topanbieter im Bereich Multi-Asset, den wir in Deutschland noch gar nicht anbieten. Auch wenn das Team um Paul O'Connor in Großbritannien und Myron Scholes in Denver bereits nennenswerte Erfolge im Bereich von Asset-Allocation-Strategien vorzuweisen haben, war es vor dem Merger für beide Gesellschaften schwer, ein entsprechend breites Angebot auch für andere Absatzmärkte auf die Beine zu stellen. Durch die Kombination beider Unternehmen haben wir die Chance, das zu ändern und ein hervorragendes Angebot im Multi-Asset-Bereich aufzubauen." (News vom 13.06.2018) (14.06.2018/fc/n/s)