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Hedgefondsaffäre lässt Allianz kalt - vorerst - Fondsnews


11.11.21 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Hedgefondsaffäre der Fondstochter Allianz Global Investors (AGI) in den USA ist für Europas größten Versicherer bisher folgenlos geblieben, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Allianz habe in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres Gesamteinnahmen von über 34 Milliarden Euro sowie ein operatives Ergebnis von 3,2 Milliarden Euro erzielt. Beide Kennzahlen seien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,5 beziehungsweise 11,3 Prozent gestiegen. Die Asset-Management-Sparte mit ihren beiden Ablegern AGI und ihrer Schwester PIMCO habe zudem einen neuen Höchststand beim verwalteten Vermögen erreicht, wie die Allianz bei der Vorstellung ihrer jüngsten Quartalszahlen bekannt gegeben habe.

Allerdings könne sich das noch ändern. Finanzvorstand Giulio Terzariol habe laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) in einer anschließenden Telefonkonferenz gesagt, dass wegen der massiven Verluste der Structured Alpha Fonds der AGI und der daraus folgenden Klagen von US-Anlegern "negative Auswirkungen auf das klassische Vermögensverwaltungsgeschäft künftig nicht auszuschließen" seien. Der Streitwert der Klagen umfasse immerhin sechs Milliarden Euro - die Hälfte des angestrebten Jahresgewinnes. Man habe Interesse an einer schnellen und ökonomisch vernünftigen Beilegung des Disputes. "Das ist erste Priorität. Wir wollen diese Unsicherheit schnell hinter uns lassen", zitiere die FAZ Terzariol.

Trotz aller Querelen um die Structured Alpha Fonds hätten PIMCO und die AGI im dritten Quartal das für Dritte verwaltete Vermögen um 51 Milliarden Euro auf 1.887 Milliarden Euro steigern können - dank Nettomittelzuflüssen in Höhe von knapp 26 Milliarden Euro und positiven Wechselkurseffekten von 29,5 Milliarden Euro. Die gesamten Assets under Management hätten auf den neuen Höchstwert von 2.548 Milliarden Euro zugelegt. Das Aufwand-Ertrag-Verhältnis habe sich im dritten Quartal 2021 um 4,2 Prozentpunkte auf 57,7 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2020 verbessert.

Auch in der Lebens- und Krankenversicherung sei es für den DAX-Konzern bestens gelaufen. Die Neugeschäftsbeiträge seien im dritten Quartal 2021 auf 19,7 Milliarden Euro geklettert, die zugehörige Marge habe sich laut den Berichten der Allianz auf 3,4 Prozent (2,9% in Q3 2020) erhöht. Der Grund sei ein "verbesserter Geschäftsmix in Deutschland und Frankreich sowie eines besseren wirtschaftlichen Umfelds." Das operative Ergebnis in dem Bereich sei um 200 Millionen Euro auf 1,3 Milliarden Euro gewachsen. (11.11.2021/fc/n/s)