Erweiterte Funktionen

Halbjahresbilanz: Welche Fondsgruppen gefragt waren - und welche nicht - Fondsnews


02.07.20 09:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Bestseller oder Flop? FONDS professionell ONLINE hat wieder analysiert, wie sich das Mittelaufkommen ausgewählter Fondsgruppen in den letzten Monaten entwickelt hat - und zeigt die Ergebnisse, so die Experten von "FONDS professionell".

An den Weltbörsen gehe es nach dem Horrormonat März wieder kräftig bergauf, doch Anleger dürften dieser Ruhe noch skeptisch gegenüber stehen. Zwar hätten Aktienfonds mit Zulassung in der DACH-Region in den drei Monaten nach dem Corona-Crash immerhin ein Plus von zehn Milliarden Euro auf der Habenseite verbuchen können. Um die Abflüsse im März von weit über 30 Milliarden Euro zu kompensieren, habe das aber freilich nicht gereicht. In Summe hätten Anleger seit Jahresbeginn 16 Milliarden Euro aus den Anlagevehikeln abgezogen, würden Zahlen des Datenanbieters Mountain-View zeigen.

Aber auch Anleihen- und Mischfonds habe der März die Halbjahresbilanz vermasselt. Nach Abflüssen von über 70 Milliarden Euro im Krisenmonat hätten Anleger zwischen April und Juni immerhin mehr als 30 Milliarden Euro in Rentenfonds gesteckt. Unterm Strich müssten die Bondfonds das Semester somit mit einem Minus von 22 Milliarden Euro beenden. Ähnlich habe es auch bei den sonst so beliebten gemischten Portfolios ausgesehen: Nachdem Investoren im März 22 Milliarden Euro aus Mischfonds abgezogen hätten, hätten sie seither zwar wieder knapp vier Milliarden in diese Investmentkategorie investiert. Für eine positive Halbjahresbilanz habe das aber auch hier nicht gereicht.

Top oder Flop? So hätten sich die wichtigsten Fondsgruppen im abgelaufenen Semester hinsichtlich der Mittelaufkommen entwickelt:

Aktienfonds Emerging Markets
Manager, die auf Aktien aus den Schwellenländern setzen würden, hätten im Januar noch recht stattliche 1,4 Milliarden Euro Nettozuflüsse verzeichnet. Seit Februar habe allerdings wieder ein Minus von mehr als sieben Milliarden Euro zu Buche geschlagen.

Aktienfonds Japan
Auch auf japanische Aktienfonds hätten Anleger in den vergangenen Monaten wenig Appetit gehabt. Innerhalb eines halben Jahres hätten Anleger knapp zehn Milliarden Euro von dieser Fondsgruppe verkauft.

Aktienfonds Euroland
Ähnlich sei es auch Euroland-Aktienfonds ergangen. Zwar hätten Anleger im Juni in diese Gruppe 340 Millionen Euro investiert. Allein in den fünf Monaten zuvor seien aber knapp vier Milliarden Euro abgestoßen worden.

Aktienfonds Europa
Die etwas breiter investierenden europäischen Aktienfonds würden derzeit ebenso verkauft. Im Zeitraum von sechs Monaten seien es gar mehr als zwölf Milliarden Euro gewesen.

Aktienfonds Nordamerika
Auch US-Aktienfonds würden von Investoren weiterhin gemieden. Seit Jahresbeginn sei hier kontinuierlich Geld abgeflossen. In Summe seien es seither über 2,9 Milliarden Euro gewesen.

Aktienfonds global
Die breut gestreuten globalen Aktienfonds hätten dafür in den letzten Monaten Gelder einsammeln können. Knapp 28 Milliarden Euro hätten Anleger seit Jahresbeginn dieser Fondsgruppe anvertraut.

Aktienfonds gesamt
Über die vergangenen sechs Monate gerechnet seien insgesamt 16 Milliarden Euro aus Aktienfonds geflossen. Verantwortlich dafür sei vor allem der Krisenmonat März gewesen, als Anleger mehr als 31 Milliarden Euro aus der Investmentkategorie abgezogen hätten.

Anleihenfonds Unternehmen
Rentenfonds, die auf Schuldscheine von Unternehmen setzen würden, hätten trotz des Corona-Crashs Gelder einsammeln können. Unterm Strich seien es seit Jahresbeginn mehr als zehn Milliarden Euro gewesen.

Anleihenfonds gemischt
Gemischte Bondfonds hätten die Abflüsse von März hingegen nicht wettmachen können. Im aktuellen Jahr 2020 schlage bislang ein Minus von 16,5 Milliarden Euro zu Buche.

Anleihenfonds gesamt
Nach dem verheerenden März, in dem 72 Milliarden Euro aus Anleihenfonds abgeflossen seien, sehe die Halbjahresbilanz bei Rentenfonds wenig positiv aus. Knapp 22 Milliarden Euro hätten Anleger dieser Fondskategorie abgezogen.

Mischfonds
Auch die sonst so beliebten Mischfonds hätten in den letzten Monaten Mittelabflüsse wegstecken müssen. Knapp 17 Milliarden Euro seien seit Jahresbeginn aus dieser Investmentgruppe geflossen. (News vom 01.07.2020) (02.07.2020/fc/n/s)