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Gute Geschäfte: DWS-Führung verdoppelt Bezüge - Fondsnews


24.03.20 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Bezüge der Geschäftsführung der DWS haben sich 2019 gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt, so die Experten von "FONDS professionell".

Dies gehe aus dem am vergangenen Freitag (20. März) vorgelegten Geschäftsbericht der Deutsche-Bank-Tochter hervor. Demnach seien die Saläre der Geschäftsleitung rund um den Vorsitzenden Asoka Wöhrmann auf 27 Millionen Euro geklettert. Im Vorjahr seien es rund 13,9 Millionen Euro gewesen. Grund für den Anstieg sei der gute Fondsabsatz sowie die vergleichsweise gute Entwicklung des Aktienkurses im Jahr 2019 gewesen.

Die Asset-Management-Einheit der Deutschen Bank sei vor zwei Jahren teilweise an die Börse entlassen worden. 2018 hätten allerdings Kunden in erheblichem Maße Geld aus den Produkten des Hauses abgezogen. Der Kurs der DWS-Aktie habe zum Ende des Jahres gut 30 Prozent niedriger als beim Gang aufs Parkett notiert. Im Oktober 2018 habe Asoka Wöhrmann den Posten des Vorsitzenden der Geschäftsführung von Nicolas Moreau übernommen. Wöhrmann habe die Führung umgebaut und die Kosten gekappt. Beim Fondsabsatz sei die Trendwende gelungen. Anleger hätten dem Haus im Laufe des Jahres 2019 wieder frische Milliarden anvertraut, der Aktienkurs habe sich peu a peu erholt.

So sei der hohe Zuwachs bei der DWS-Geschäftsführung wesentlich auf ein Plus bei den aktienbasierten Vergütungsbestandteilen zurückzuführen gewesen. Diese seien von 3,7 Millionen Euro im Jahr 2018 auf 14,2 Millionen Euro hochgesprungen. Die Bezüge der Führungskräfte wie vieler Mitarbeiter im Finanzbereich würden sich aus einer fixen Vergütung und variablen Komponenten zusammensetzen.

In seinem ersten vollen Jahr an der Spitze der DWS habe Wöhrmann dem Vergütungsbericht zufolge 6,5 Millionen Euro ohne Nebenleistungen und Versorgungsaufwand erhalten. Ein Teil der Summe, die dem Geschäftsführungsvorsitzendenfür 2019 zustehe, komme aber erst später zur Auszahlung. Zudem könne die Banktochter Geld einbehalten oder gar zurückfordern.

Mit 6,5 Millionen Euro habe Wöhrmann sogar die laut Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr festgesetzte Zielmarke von 6,1 Millionen Euro übertroffen. Diese werde ausgezahlt, wenn sowohl das Unternehmen als Ganzes als auch die entsprechende Abteilung sowie die Person selbst die jeweils gesteckten Ziele zu 100 Prozent erreichen würden. Sein Vorgänger Moreau habe 2018 bis zu seinem Abgang im Oktober 2,9 Millionen Euro erhalten, eine Abfindung nicht eingerechnet. Deren Höhe sei nicht bekannt.

Von der guten Entwicklung 2019 hätten generell alle DWS-Mitarbeiter profitiert. Sie hätten Medienberichten zufolge mit einem Prämienplus von bis zu zehn Prozent rechnen können. Der gesamte Personalaufwand des Hauses sei laut Geschäftsbericht um elf Prozent auf 797 Millionen Euro geklettert. Wöhrmann wolle sowohl neue, junge Talente gewinnen als auch bestehende Mitarbeiter fördern. Im Zuge dessen würden Hirarchieeben ausgedünnt.

Ob 2020 Belegschaft und Führungskräfte mit ähnlich hohen Extras rechnen könnten, erscheine angesichts der dramatischen Lage an den Börsen noch offen. In einem dem Geschäftsbericht vorangestellten Brief an die DWS-Aktionäre spreche Wöhrmann von "einer noch nie dagewesenen und sich immer noch entwickelnden Situation, die durch den Ausbruch der Corona-Pandemie ausgelöst wurde." Die Auswirkungen dieser Krise auf die Wirtschaft und auf die Finanzmärkte seien im Moment nicht in vollem Umfang abschätzbar, führe Wöhrmann weiter aus. Doch er betone: "Seien Sie versichert, dass wir alles in unserer Macht stehende tun werden, um unser Unternehmen und unsere treuhänderische Pflicht verantwortungsvoll zu managen." (24.03.2020/fc/n/s)