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Großbank schlägt Problemtochter H2O Asset Management los - Fondsnews


07.01.21 11:45
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die französische Großbank Natixis und H2O Asset Management lösen ihre Bande, so die Experten von "FONDS professionell".

Dies habe Jean Raby, Chef der Fondssparte Natixis Investment Managers, in einem Fernsehinterview gesagt. "Wir haben uns mit H2O darauf geeinigt, dass wir uns einvernehmlich trennen. Das Management übernimmt unsere Anteile am Unternehmen", habe Raby dem Nachrichtensender "Bloomberg TV" gesagt. Die Boutique werde von ihrem Gründer Bruno Crastes geleitet.

Das französische Geldhaus habe im November angekündigt, seinen Anteil an H2O in Höhe von 50,1 Prozent verkaufen zu wollen. Die Boutique sei 2019 ins Straucheln geraten. Die Wirtschaftszeitung "Financial Times" habe enthüllt, dass einige Fonds von H2O massiv in teils illiquide Anleihen investiert gewesen seien, die allesamt dem Umfeld des schillernden Unternehmers Lars Windhorst zuzurechnen seien. Anleger hätten daraufhin Milliardenbeträge aus den Fonds abgezogen.

Im Zuge des Corona-Crashs hätten die Portfolios dann empfindliche Einbußen erlitten. Die französische Finanzaufsicht habe in der Folge die zeitweilige Schließung besonders betroffener Fonds veranlasst. Diese seien in liquide und illiquide Vehikel aufgeteilt worden. Die Turbulenzen rund um die Fondsgesellschaft hätten zeitweilig auch den Aktienkurs des Mutterhauses erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Die Großbank betreibe mit Natixis Investment Managers ein Boutiquendach.

H2O sei 2010 unter dieses Dach geschlüpft, das einen zentralen Vertrieb von Fonds biete. Bei dem Modell halte Natixis Anteile an den Boutiquen. Details zu der nun beschlossenen Loslösung, wie etwa der Kaufpreis, seien nicht bekannt geworden. Natixis-IM-Chef Raby habe lediglich betont, dass der Übergang auf eine geordnete Art und Weise erfolge. "Dabei stehen die Interessen unserer Kunden im Mittelpunkt", so Raby. (07.01.2021/fc/n/s)