Erweiterte Funktionen

GAM findet aus Formtief nicht heraus - Fondsnews


10.07.19 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Affäre um Anleihenmanager Tim Haywood und die daraus resultierenden Mittelabflüsse verfolgen den Schweizerischen Asset Manager GAM augenscheinlich immer noch, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Fondsgesellschaft erwarte laut Pressemitteilung im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 einen Einbruch beim operativen Gewinn vor Steuern.

Vor einem Jahr hätten noch 91,3 Millionen Schweizer Franken (rund 82 Mio. Euro) als Vorsteuergewinn in den Büchern gestanden, nun sollten es nur rund zwei Millionen Franken sein - wobei zudem bereits performanceabhängiger Erträge von rund fünf Millionen Franken einberechnet seien. Die zwei Millionen würden laut GAM zudem "nicht wiederkehrende und akquisitionsbezogene Posten ausschließen". Mit anderen Worten: Unterm Strich stehe eine rote Zahl.

GAM schreibe denn auch weiter, dass man für das erste Halbjahr 2019 einen Konzernverlust, von rund 14 Millionen Franken (12,6 Mio. Euro) erwarte, der die oben erwähnten "nicht wiederkehrende und akquisitionsbezogene Posten einschließt". Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2018 habe es noch einen Gewinn von 25,4 Millionen Franken (23 Mio. Euro) gegeben.

Der Vermögensverwalter begründe die misearblen Zahlen mit dem erneuten Rückgang des verwalteten Vermögens im Geschäftsbereich "Investment Management" mit den Publikumsfonds auf geschätzte 52 Milliarden Franken (46,7 Mrd. Euro) per 30. Juni 2019. Vor einem Jahr seien es noch 84,4 Milliarden Franken (75,8 Mrd. Euro) gewesen, zum Jahreswechsel 56,1 Milliarden Franken (50,4 Mrd. Euro).

Ein Grund für das gesunkene verwaltete Vermögen sei der andauernde Verkauf vom Werten in den sogenannten Absolute-Return-Bondsfonds (ARBF). Diese seien bis Mitte vergangenen Jahres von Tim Haywood gemanagt worden, der die Firma wegen Verstöße gegen interne Vorschriften habe verlassen müssen - was er aber bestreite. Haywood habe weitgehend illiquide Schuldtitel von Firmen des indisch-britischen Unternehmers Sanjeev Gupta gekauft, welche GAM aber wieder habe abstoßen können. Zudem hätten Anleger in den vergangenen zwölf Monaten auch Geld aus anderen GAM-Fonds abgezogen.

Allerdings gebe es nicht nur schlechte Nachrichten. Im Geschäftsbereich "Private Labelling", hinter dem sich GAMs Aktivitäten als Service-KVG verbergen würden, gehe die Führungsspitze von einem Anstieg des verwalteten Vermögens im Verlauf des ersten Halbjahr um knapp acht Milliarden Franken (rd. 7 Mrd. Euro) auf rund 84 Milliarden Franken (rd. 75 Mrd. Euro) aus. Ende Dezember habe man 76,1 Milliarden Franken (68,3 Mrd. Euro) betreut, vor einem Jahr seien es noch 79,4 Milliarden Franken (71,3 Mrd. Euro) gewesen.

Daraus resultiere ein verwaltetes Vermögen der Gruppe von rund 136 Milliarden Franken (122 Mrd. Euro) per 30. Juni 2019, verglichen mit 163,8 Milliarden Franken (147 Mrd. Euro) per Ende Juni 2018. (10.07.2019/fc/n/s)