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Französischer Fondsriese will deutschsprachigen Markt aufmischen - Fondsnews


01.06.17 13:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die französische OFI Asset Management streckt ihre Fühler über die Grenzen der Grande Nation aus und will insbesondere in Deutschland und Österreich ihre Investmentlösungen verkaufen, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Gesellschaft mit Versicherungs-Background verwalte rund 68 Milliarden Euro, zähle zu den größten Asset Manager Frankreichs und gelte unter Profis als Spezialistin betreffend Solvency-II-optimierter Anlagestrategien und SRI-Produkten. Da keine Niederlassungen im Deutschland und Österreich bestünden, hätten die Franzosen eine Vertriebskooperation mit der Bremer Kreditbank (BKB Bank) geschlossen.

Zur Orientierung: 2014 sei die Bank (ehemals KBC Bank Deutschland AG) aus der KBC Gruppe ausgegliedert worden und firmiere seither als BKB Bank. Heute seien die Norddeutschen im Besitz dreier voneinander unabhängiger Gesellschafter: Teacher Retirement System of Texas, Apollo Global Management und Grovepoint Capital. "Als BKB Bank konzentrieren wir uns im Kerngeschäft auf institutionelle Kunden", erkläre die aus Frankfurt heraus operierende Nunzia Thiriot, Leiterin Asset Management, gegenüber FONDS professionell ONLINE. "Wir wollen in den kommenden Jahren zunächst in Deutschland und Österreich unser Kundennetzwerk für OFI Asset Management öffnen. Als strategischer Partner wollen wir OFI Asset Management dem Markt als Anbieter neuer Investmentlösungen vorstellen."

Da die BKB Bank laut eigenem Bekunden keine eigenen Fonds manage, bestünden keine Interessenskonflikte. Laut Thiriot verfolge man das Konzept, mit maximal zwei Asset-Management-Gesellschaften in eine strategische Partnerschaft zu treten. "Dabei liegt unser Augenmerk darauf, dass es keine Überschneidungen bei den Produkten gibt."

Wichtig sei für Investoren auch die Frage, wie die eigentliche Fondsgesellschaft aufgestellt sei, welche Historie bestehe, wo man als Investor besondere Stärken erwarten könne und wofür OFI eigentlich stehe.

Die Namensherkunft sei schnell erklärt: OFI sei 1971 unter dem Namen Ofivalmo (ein Akronym aus Omnium FInancier de VAleurs MObilieres) von und für französische Versicherungsgesellschaften auf Gegenseitigkeit gegründet worden. Seit 1984 sei man Asset Manager, 2006 sei die Umfirmierung von "Ofivalmo" zu OFI Asset Management erfolgt. Die rund 300 Angestellten würden rund 90 Prozent der verwalteten 68 Milliarden Euro im Auftrag überwiegend institutioneller Investoren managen. Darunter seien auch die Eigentümer selbst zu finden, beispielsweise Versicherungen wie Macif (60,9%), Matmut (25,8%) und weitere, kleinere französische Assekuranzen.

Hinzu komme ein starker Fokus auf Nachhaltiges Investieren. Immerhin sei OFI AM der viertgrößte SRI-Manager Frankreichs. "OFI AM hat sich seit mehr als 20 Jahren zu verantwortungsvoller Geldanlage verpflichtet. Die Gesellschaft ist einer der größten unabhängigen Asset Manager für Socially Responsible Investments (SRI) am französischen Markt", betone Jean-Pierre Grimaud, CEO von OFI AM gegenüber der Redaktion. In anderen Marksegmenten würden die Pariser mächtig aufs Gas drücken. So habe OFI AM im Laufe der Jahre mehrere Gesellschaften für nicht-börsennotierte Assets gegründet:

- Zencap AM mit Fokus auf Private Debt im Jahr 2011
- Infravia mit Fokus auf Infrastruktur im Jahr 2008
- SWEN Capital Partners mit Fokus auf alternative Anlagen im Jahr 2015
- OFI Pierre mit Fokus auf Immobilienfonds im Jahr 2017

Für den Vertrieb in Deutschland und Österreich über die BKB Bank habe OFI AM zunächst ausschließlich Fonds mit Fokus auf börsennotierte Assets ausgewählt. Die etwa 20 Fonds für diese neuen Märkte sollten nach ihrer Auflage steuerlich transparent sein. Aufgrund der bisherig gezeigten Performance seien vor allem der Aktienfonds OFI RS Euro Equity und der Wandelanleihenfonds OFI RS Euro Convertible Bond Defensive interessant.

Wie FONDS professionell ONLINE exklusiv in Erfahrung habe bringen können, sei OFI AM derzeit mit der Auflage eines Fonds beschäftigt, der mittelfristig in europäische Unternehmen investieren werde, die sich auf die Energiewende, den Schutz natürlicher Ressourcen sowie auf die Sicherheit und den Schutz des Menschen konzentrieren würden. (01.06.2017/fc/n/s)