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Fondsvermögen: Wie die österreichischen KAGen 2020 bisher gemeistert haben - Fondsnews


10.07.20 15:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Fondsbranche blickt auf ein turbulentes erstes Semester zurück: Das Fondsvermögen der österreichischen KAGen sank bisher um knapp acht Milliarden Euro, so die Experten von "FONDS professionell".

Doch es gebe auch gute Nachrichten. Die Redaktion habe sich daher genau angesehen, wie sich die zehn größten Player im aktuellen Jahr geschlagen hätten.

Das erste Halbjahr 2020 werde den Menschen weltweit wohl in Erinnerung bleiben. Als zu Jahresbeginn die ersten Nachrichten über ein unberechenbares Virus in China die übrigen Kontinente erreicht hätten, habe zunächst kaum jemand an eine Pandemie geglaubt. Die Ignoranz gegenüber dem Krankheitserreger sei wenig später aber schlagartig in Panik umgeschlagen, und das hätten freilich auch die österreichischen Investmenthäuser zu spüren bekommen. Allein im ersten Quartal sei das verwaltete Fondsvermögen hierzulande um knapp acht Prozent auf 177 Milliarden Euro gesunken, ein Minus von beinahe 21 Milliarden Euro oder elf Prozent. Das gehe aus der Fondsstatistik der Vereinigung österreichischer Investmentgesellschaften, kurz VÖIG, hervor.

Ebenso schlagartig sei der Trend im zweiten Quartal aber wieder in die entgegengesetzte Richtung gegangen. In den vergangenen drei Monaten sei das Fondsvermögen in Österreich dank Kursgewinnen von über zehn Milliarden Euro wieder um knapp 13 Milliarden Euro gestiegen. Damit hätten die österreichischen KAGen das Loch, welches das Coronavirus in ihre Fondsbestände gerissen habe, allein im zweiten Quartal beinahe wieder kompensiert: Unterm Strich würden sie das erste Semester mit einem Minus von knapp acht Milliarden Euro (-4,32 Prozent) beenden. Das verwaltete Vermögen habe damit Ende Juni exakt 176,92 Milliarden Euro betragen - nach 184,90 Ende Dezember 2019.

Wie hätten sich die großen österreichischen Fondsgesellschaften im ersten Halbjahr 2020 entwickelt?

Spängler IQAM Invest
Bei der Spängler IQAM Invest sei das verwaltete Fondsvolumen gegenüber dem Jahresende 2019 um 7,67 Prozent auf 5,59 Milliarden Euro gesunken. Zwar habe der Asset Manager im ersten Quartal 778 Millionen Euro seines verwalteten Vermögens abgeben müssen. Im zweiten Quartal seien die Assets aber wieder um 314 Millionen Euro gestiegen. Die Salzburger seien damit mit einem Marktanteil von 3,16 Prozent weiterhin die zehntgrößte österreichische Fondsgesellschaft.

Masterinvest
Das Volumen der Masterinvest sei sogar um 13 Millionen Euro auf 8,80 Milliarden Euro gewachsen - ein Plus von 0,15 Prozent. Das habe das Fondshaus einem Plus von 654 Millionen Euro im zweiten Quartal 2020 zu verdanken. In den ersten drei Monaten des Jahres habe noch ein Minus von 641 Millionen Euro zu Buche geschlagen.

LLB Invest
Die LLB Invest, dessen Fondsvolumen im ersten Semester um knapp 400 Millionen Euro auf 9,03 Milliarden Euro gesunken sei, habe im ersten Quartal des Jahres ein Minus von 1,32 Milliarden Euro verzeichnet. Über 916 Millionen Euro habe die LLB Invest im zweiten Quartal aufgeholt.

Gutmann KAG
Bei der Gutmann KAG sei das zweite Quartal ebenfalls erfreulich verlaufen. Das Fondsvolumen sei um 743 Millionen Euro nach oben geklettert, nach einem Minus von 899 Millionen in den ersten drei Monaten des Jahres. Damit habe die Gesellschaft zur Jahresmitte 9,58 Milliarden Euro gelenkt (- 157 Millionen Euro im Halbjahresvergleich).

3 Banken-Generali
Bei der 3 Banken Generali sei das Minus im ersten Halbjahr mit 537 Millionen Euro ebenfalls deutlich niedriger ausgefallen, als man nach dem ersten Quartal erwartet hätte: Nachdem das verwaltete Vermögen zunächst um 1,51 Milliarden Euro gesunken sei, sei dieses zwischen April und Juni wieder um 615 Millionen Euro gestiegen. Die Linzer würden damit mehr als 9,94 Milliarden Euro verwalten, das entspreche einem Marktanteil von 5,62 Prozent.

Allianz Invest
In Wien gehe die Allianz Invest aus dem ersten Halbjahr sogar mit einem Plus des Fondsvermögens um 862 Millionen Euro hervor. Die verwalteten Assets seien damit um mehr als 7,76 Prozent auf 11,97 Milliarden Euro gestiegen. Das Fondsvermögen der Allianz Invest sei sowohl im ersten als auch im zweiten Quartal um jeweils mehr als 400 Millionen Euro gestiegen.

Kepler-Fonds
Die Kepler-Fonds KAG habe Ende Juni exakt 16,22 Milliarden Euro verwaltet. Gegenüber dem Jahresende 2019 sei das ein Minus 861 Millionen Euro. Im ersten Quartal habe das Haus 1,61 Milliarden Euro an Assets abgegeben und damit inzwischen wieder 748 Millionen Euro aufgeholt. Das Unternehmen aus Linz bleibe damit allen Widrigkeiten an den Börsen zum Trotz das viertgrößte Fondshaus Österreichs.

Amundi Austria
Das Fondsvermögen der Amundi Austria habe im zweiten Quartal ebenfalls satte Zuflüsse verzeichnet: Hier seien die Assets binnen drei Monaten um 1,03 Milliarden Euro gestiegen - nach einem Minus von 2,96 Milliarden Euro im ersten Quartal. Damit steuere der Österreich-Ableger der französischen Amundi 12,48 Prozent am österreichischen Fondsvermögen bei - oder in absoluten Zahlen ausgedrückt 22,08 Milliarden Euro, was im Halbjahresvergleich einem Minus von 1,93 Milliarden Euro entspreche.

Raiffeisen KAG
Die Raiffeisen KAG habe im zweiten Quartal eine regelrechte Aufholjagd gestartet: Das Fondsvermögen sei um elf Prozent gestiegen, was einem Plus von 3,42 Milliarden Euro entspreche. Nach einem Minus von 4,71 Milliarden Euro in den ersten drei Monaten des Jahres, beende die Raiffeisen KAG das erste Semester mit einem Minus von 1,28 Milliarden Euro. Damit verwalte die Investmentgesellschaft per Ende Juni 34,35 Milliarden Euro.

Erste Asset Management
Die Erste Asset Management stelle mit einem Volumen von 35,45 Milliarden Euro und einem Marktanteil von 20,04 Prozent weiterhin den größten Asset Manager hierzulande. Im ersten Quartal sei das verwaltete Vermögen hier um 5,51 Milliarden Euro gesunken, das zweite Quartal habe die Erste Asset Management dann wieder mit einem Plus von 2,65 Milliarden Euro beendet. (10.07.2020/fc/n/s)