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Fondsriese Vanguard drängt in Beratung von Privatkunden - Fondsnews


10.01.20 14:57
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der US-Fondsanbieter Vanguard will in Großbritannien Retailkunden in Finanzfragen beraten, so die Experten von "FONDS professionell".

Damit dringe der Asset-Management-Riese in das Direktgeschäft mit Endkunden vor. Die Lizenz zur Anlageberatung habe die Gesellschaft bereits erhalten, würden mehrere britische Medien übereinstimmend berichten. Mit diesem Schritt könnte der Riese den Markt für Finanzberatung auf der Insel aufmischen. Vanguard habe mit seinen günstigen Fonds bereits das Asset-Management-Feld umgekrempelt.

Mit dem Vorstoß wolle Vanguard seine bisherigen Vertriebspartner aber nicht verdrängen, schreibe Europa-Chef, Sean Hagerty, in einem Brief an unabhängige Finanzberater, aus dem mehrere britische Medien zitieren würden. Sein Haus plane lediglich, seinen bereits bestehenden Direktkunden "zusätzliche Leistungen anbieten". Vanguard habe 2017 in dem Königreich eine Online-Plattform eingerichtet, auf der Endkunden direkt die Fonds des Hauses erwerben könnten.

"Wir sind unverändert davon überzeugt, dass Finanzberater ihren Kunden einen Mehrwert liefern", schreibe Hagerty weiter. Finanzberater würden weiterhin eine wichtige Rolle dabei spielen, Anleger umfassend zu beraten. Daher werde das Haus stetig seine Unterstützung und seine Dienstleistungen für seine Partner ausbauen, damit diese traditionelle Anleger beraten könnten.

Auch wenn die Zulassung der Finanzaufsicht vorliege, seien die Pläne noch in einem frühen Stadium, so Vanguard. So sei noch unklar, ob der Anbieter nur eigene, oder auch Produkte von Dritten vertreiben werde. Im Heimatmarkt USA unterhalte die Gesellschaft bereits einen Beratungsarm. Vanguard Personal Advisor Services betreue dort ein Vermögen in Höhe von 150 Milliarden US-Dollar. (10.01.2020/fc/n/s)