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Fondsmarkt Deutschland: Die großen Anbieter im Langfrist-Check - Fondsnews


03.04.18 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Wie haben sich Deutschlands größte Fondsanbieter langfristig geschlagen? "FONDS professionell" hat die Zahlen des Branchenverbands BVI seit 2007 ausgewertet, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Zahl sei beeindruckend: Ende vergangenen Jahres habe Deutschlands Fondsbranche erstmals mehr als drei Billionen Euro verwaltet. Eine Billion davon stamme aus Publikumsfonds - auch das ein neuer Rekordwert. "Zudem erzielten Fonds ihr zweitbestes Absatzjahr", habe BVI-Präsident Tobias Pross auf der Jahrespressekonferenz des Branchenverbands betont. Nur 2015 hätten die Anbieter noch mehr Geld bei Anlegern aus Deutschland eingesammelt.

Der Branche gehe es insgesamt also blendend. Doch was für das große Ganze gelte, müsse nicht auf jeden einzelnen Anbieter zutreffen. Das zeige ein Blick auf das Geschäft mit Wertpapierpublikumsfonds. Von 48 Gesellschaften, die dem BVI Zahlen melden würden, hätten nur 29 Mittelzuflüsse verzeichnet. Die anderen 17 hätten mit zum Teil großen Abflüssen zu kämpfen gehabt.

Doch wie sehe es langfristig mit den großen, etablierten Anbietern aus? "FONDS professionell" habe für die aktuelle Heftausgabe 1/2018 die Zahlen derjenigen Gesellschaften näher untersucht, die dem BVI ihre Daten konstant seit 2007 melden würden.

Nicht dargestellt seien die Zahlen von BlackRock, obwohl der US-Anbieter gemessen am verwalteten Vermögen in Wertpapierpublikumsfonds einer der größten Asset Manager in der BVI-Statistik sei. BlackRock melde dem Verband jedoch nur die Zahlen seiner deutschen Kapitalverwaltungsgesellschaft, die ETFs auflege. Und bei börsengehandelten Indexfonds lasse sich das Deutschlandgeschäft nicht abgrenzen, es handele sich also um europaweite Daten.

Verwaltetes Vermögen und Mittelaufkommen von acht großen Fondsanbietern in Deutschland seit 2007:

Seit sechs Jahren könne Allianz Global Investors mit Wertpapierpublikumsfonds in Deutschland wieder Nettomittelzuflüsse verbuchen. Der Absatz des Jahres 2017 markiere mit 16,7 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Die Mittelzuflüsse seit 2007 würden sich auf 39,6 Milliarden Euro summieren - mehr Geld habe unter dem Strich kein anderer Anbieter eingesammelt.

Die Grafik der Experten zeige die Zahlen der "alten" Pioneer Investments, die im Sommer 2017 von Amundi übernommen worden sei. Künftig spiegele die BVI-Statistik das gesamte Amundi-Geschäft in Deutschland wider, das schon im vergangenen Jahr deutlich besser verlaufen sei, als es die Darstellung vermuten lasse.

Seit vier Jahren verbuche die Deka, das Wertpapierhaus der Sparkassen, unterm Strich wieder Zuflüsse in Wertpapierpublikumsfonds. Die Grafik der Experten enthalte auch die Zahlen der im Jahr 2014 integrierten LBB-Invest. Summiere man die Mittelzu- und -abflüsse der einzelnen Jahre seit 2007 auf, bleibe ein kleines Minus von 0,7 Milliarden Euro.

Die DWS habe 2016 rekordhohe Mittelabflüsse verbuchen müssen. 2017 seien diese aber mehr als wettgemacht worden: Kein anderes Haus habe auf dem deutschen Markt höhere Zuflüsse in Wertpapierpublikumsfonds verzeichnet. Seit 2007 würden sich die Mittelzuflüsse auf 26,2 Milliarden Euro belaufen. Allein 18,9 Milliarden davon habe die DWS im vergangenen Jahr einsammeln können. In den Zahlen sei die ETF-Sparte Xtrackers enthalten.

Nach zwei Jahren mit Zuflüssen habe Fidelity im vergangenen Jahr in Deutschland wieder Mittelabflüsse hinnehmen müssen. Seit dem Jahr 2007 würden sich die Abflüsse unterm Strich auf 4,5 Milliarden Euro summieren.

Franklin Templeton habe auch 2017 in Deutschland Mittelabflüsse hinnehmen müssen, was mit Blick auf die eher enttäuschende Performance einiger Flaggschiffprodukte nicht verwundern dürfe. Das Minus sei aber kleiner ausgefallen als in den Vorjahren. Seit 2007 hätten Anleger netto 520 Millionen Euro aus den Fonds des kalifornischen Anbieters abgezogen.

Union Investment habe 2017 wie schon in den Vorjahren unter anderem mit der "Privatfonds"-Serie Absatzerfolge gefeiert. Seit 2007 seien netto 35,2 Milliarden Euro in Wertpapierpublikumsfonds der Genossen geflossen, 12,8 Milliarden davon allein im vergangenen Jahr.

Gewohnt solide seien zuletzt die Zahlen von Universal-Investment ausgefallen: 3,3 Milliarden Euro habe die Service-KVG 2017 mit Publikumsfonds eingesammelt, nur das Jahr 2013 sei mit Blick auf den Nettoabsatz noch erfolgreicher verlaufen. 2016 habe es nur deshalb ein Minus gegeben, weil ein Investor Geld von Publikumsfonds in institutionelle Mandate umgeschichtet habe. Inzwischen verwalte der Frankfurter White-Label-Anbieter 27,6 Milliarden Euro in Publikumsfonds, mehr als vier Mal so viel wie vor zehn Jahren. Im Vergleich zum Spezialfondsgeschäft von Universal-Investment sei dieses Segment freilich winzig: Insgesamt betreue die Service-KVG über ihre Plattform 355 Milliarden Euro. (03.04.2018/fc/n/s)