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Fondsmanager-Verhaftung hat weitreichende Folgen - Fondsnews


05.03.19 13:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Verhaftung des in Russland bestverdrahteten Fondsmanagers Michael Calvey hat zu massiven Mittelabflüssen aus in dem Land aktiven Fonds geführt, so die Experten von "FONDS professionell".

Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf die US-Großbank Merrill Lynch berichte, hätten internationale Geldgeber in der Woche nach Verhängung der Untersuchungshaft gegen Calvey und fünf weitere Manager am 15. Februar rund 130 Millionen US-Dollar aus Russland abgezogen. Das sei so viel wie seit drei Monaten nicht mehr.

Bereits kurz nach der Verhaftung Calveys, der den in Russland investierten Private-Equity-Fonds Baring Vostok verantworte, hätten Investoren rund 15 Millionen Dollar abgezogen. In den Tagen danach seien es weitere 127 Millionen Dollar gewesen. Nur im Dezember 2010 seien mit 190 Millionen Dollar binnen einer Woche mehr Gelder aus Russland-Investments zurückgeholt worden.

Hintergrund der Verhaftung seien mutmaßlich Streitigkeiten zwischen Calvey und dem russischen Finanzier Artjom Awetisjan, die derzeit vor einem Schiedsgericht in London verhandelt würden, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet habe. Awetisjan solle über beste Kontakte zum russischen Geheimdienst verfügen. Beobachter würden vermuten, dass er seine Kontakte nun dazu missbrauche, um Druck auf Calvey auszuüben.

Beobachter würden den Fall daher als ein Beispiel für "Raiderstwo" anstufen. Das sei eine in Russland weitverbreite Taktik von Unternehmern, sich unliebsame Konkurrenten mithilfe von Polizei und Gerichten vom Hals zu halten. Dabei habe Calvey laut FAZ bewusst nicht in strategisch wichtige Konzerne investiert und gelte in Russland als gut vernetzt mit russischen Politikern und Geschäftsleuten. (05.03.2019/fc/n/s)