Erweiterte Funktionen

Fondskosten im Check: Geldmarkt billig, Aktien teuer, Ethik unaffällig - Fondsnews


11.06.19 15:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Österreichische Anleger erwartet beim Kauf von Fonds ungefähr ähnliche Gebühren wie in Deutschland sowie im EU-Schnitt, berichten die Experten von "FONDS professionell".

Rentenfonds haben aber bei uns etwas geringere Gebühren, während Aktienfonds etwas teurer sind, so die Experten von "FONDS professionell". Das sei eines der Details, die die Finanzmarktaufsicht FMA in ihrer neuen Fondsgebühren-Studie herausgearbeitet habe.

Im Vergleich zur Vorjahresstudie hätten sich die Kosten für die Anleger nicht massiv verändert. Die Bewegungen lägen eher im Detail. So sei bei den maximalen Verwaltungsgebühren der Mittelwert für die Rentenfonds von 0,76 auf 0,99 Prozent und bei den Mischfonds von 1,26 auf 1,40 Prozent relativ deutlich gestiegen. Das habe insgesamt zu einem Anstieg der maximalen Verwaltungsgebühren von 1,05 Prozent auf 1,21 Prozent geführt. Bei den laufenden Kosten und bei den maximalen Aufgabeausschlägen seien hingegen minimalste Rückgänge auf 1,13 Prozent beziehungsweise 3,61 Prozent registriert worden.

Interessant sei: Nachhaltigkeitsorientierte Fonds würden im Vergleich zum Gesamtmarkt keine höheren Gebühren ausweisen. Die FMA habe dafür 52 Fonds untersucht, die sich nach dem österreichischen Umweltzeichen 49 (UZ49) für nachhaltige Finanzprodukte ausrichten würden.

Der Großteil österreichischer Publikumsfonds verfolge laut der Studie eine aktive Veranlagungsstrategie. Lediglich elf österreichische Publikumsfonds würden nach eigenen Angaben eine passive Veranlagungsstrategie verfolgen. "Aufgrund der unterschiedlichen Anzahl können sie nur bedingt verglichen werden; passive Fonds weisen jedoch beispielsweise im volumengewichteten Mittelwert der laufenden Kosten nur etwa die Hälfte der Kosten (0,54 Prozent) im Vergleich zu aktiven Fonds (1,13 Prozent) auf", heiße es in der Studie.

Performanceabhängige Verwaltungsgebühren würden bei rund fünf Prozent der Fonds Anwendung finden, wobei deren Berechnung nach Abzug der allgemeinen Verwaltungsgebühren erfolge. Die Modelle der Berechnung dieser Gebühren, die an die Wertentwicklung des Fonds gebunden seien, seien jedoch sehr heterogen und würden bis zu 25 Prozent des über der Vorgabe liegenden Ertrags beziehungsweise Vergleichswertes betragen.

Die Untersuchung basiere auf der Analyse der Angaben im gesetzlich vorgeschriebenen Kundeninformationsdokument (KID) sowie in den Fondsbestimmungen von 1.120 Fonds mit einem Gesamtvolumen von fast 90 Milliarden Euro zum Stichtag 31.12.2018.

Service: Die gesamte "FMA-Marktstudie 2019 über Fondsgebühren von österreichischen Publikumsfonds" sei auf der FMA-Homepage zu finden: https://www.fma.gv.at/fma-aktuell/fma-fokus-fondsgebuehren/ (11.06.2019/fc/n/s)