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Fondsjahr 2019: Hohe Kursgewinne, aber wenige Nettozuflüsse - Fondsnews


02.03.20 13:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Nach dem schwierigen Jahr 2018 verbuchen Österreichs Fondsgesellschaften wieder einen deutlichen Zuwachs beim verwalteten Vermögen, so die Experten von "FONDS professionell".

Der größte Teil gehe aber auf Kurswertzuwächse zurück.

Ende 2019 seien in österreichischen Fonds etwa 195 Milliarden Euro verwaltet worden. Das sei ein Plus von 21,2 Milliarden Euro oder 12,2 Prozent zum Jahr davor, wie aus dem neuen Asset Management-Bericht der Finanzmarktaufsicht (FMA) hervorgehe.

Ausschlaggebend für den Zuwachs seien hauptsächlich Kurswertgewinne gewesen - nur 4,3 Milliarden Euro würden aus Nettomittelzuflüssen stammen. Offenbar sei das Vertrauen nach den Börsenturbulenzen im Jahr 2018 noch angekratzt. Damals hätten die österreichischen Fondsgesellschaften laut FMA einen Rückgang beim verwalteten Vermögen von 6,2 Prozent hinnehmen müssen - vor allem bedingt durch Kurswertverluste, aber auch durch Nettoabflüsse in Höhe von über 800 Millionen Euro.

Abseits davon hätten sich 2019 die jahrelangen Trends fortgesetzt: Die Zahl der inländischen Organismen zur gemeinsamen Veranlagung in Wertpapiere (OGAW) habe weiter abgenommen - auf 908 statt 979 ein Jahr davor. Die österreichischen Alternativen Investmentfonds (AIF) hätten hingegen erneut zugelegt und zwar auf 1.111 von davor 1.099. Das AIF-Vermögen sei auf 108,6 Milliarden Euro (plus 10,7 Prozent) gestiegen, jenes der OGAWs auf 86,3 Milliarden Euro (plus 14,2 Prozent).

Bei der Veranlagungsstrategie hätten Aktienfonds mit einem Zuwachs von 27,3 Prozent auf 33 Milliarden Euro die Nase vorn gehabt. Die größte Gruppe - nämlich die Mischfonds - hätten sich mit plus 15,9 Prozent auf 83,6 Milliarden Euro ebenfalls stark gezeigt. Ebenso manifestiere sich das zuletzt wieder in den Vordergrund gerückte Vertrauen in Immobilienfonds mit einem Plus von 10,2 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro. Rentenfonds hätten mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 62 Milliarden Euro am unteren Ende der Zuwachsskala rangiert.

Insgesamt seien aus den Rentenfonds netto eine Milliarde Euro abgezogen worden, während es in den anderen Kategorien teils sehr hohe Zuflüsse gegeben habe, etwa in den Mischfonds mit rund 3,7 Milliarden Euro.

Besonders stark sei einmal mehr der Trend zu Nachhaltigkeitsfonds gemäß österreichischem Umweltzeichen 49 (UZ49) zu sehen gewesen. Hier würden die Anbieter eine Steigerung um 82,3 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro verbuchen.

Deutlich habe sich auch der Konkurrenzdruck aus dem Ausland gefestigt. Während die Zahl österreichischer Fonds von 2.078 auf 2.019 zurückgegangen sei, sei das Angebot von außen gewachsen: Es habe um 392 (plus 4,6 Prozent) auf 8.858 zugelegt.

Fonds aus Luxemburg und Irland würden dabei zusammen rund 80 Prozent der ausländischen OGAW und 62 Prozent der ausländischen AIF ausmachen. Wegen des Brexit hätten Fonds aus Großbritannien vermehrt ihren Sitz in andere Mitgliedsstaaten verlegt, sodass allein im Jahr 2019 die Anzahl der in Österreich zum Vertrieb notifizierten Fonds aus Großbritannien um 73 OGAW sowie um 112 AIF gesunken sei. (02.03.2020/fc/n/s)