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Fondsindustrie legt Verschnaufpause ein - Fondsnews


09.04.19 11:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Nach Jahren des Booms gerät das Wachstum der Fondsanbieter ins Stocken, so die Experten von "FONDS professionell".

Börsenflaute, Preisdruck und der zunehmende Wettbewerb würden ihren Tribut fordern. Das zeige eine Auswertung der Geschäftszahlen wichtiger Asset Manager von "FONDS professionell".

Von der Frankfurter "Fressgass" bis zum Odeonsplatz in München habe zu Jahresbeginn ein Thema das Mittagspausengeplauder der Finanzwelt dominiert: Der Branchenprimus BlackRock baue Stellen ab. Drei Prozent der insgesamt rund 14.000 Mitarbeiter sollten weltweit wegfallen. Nach den süßen Jahren des stetigen Wachstums in der Fondsbranche habe diese Nachricht aufgerüttelt - und einen bitteren Beigeschmack hinterlassen.

Denn der schon seit geraumer Zeit von den Auguren prophezeite Sparzwang in der Asset-Management-Industrie könnte nun tatsächlich um sich greifen. Dem immer schärfer tobenden Preiskampf sowie den sich auftürmenden Kosten geschuldet, scheine eine Phase der Konsolidierung näher zu rücken. Die schwachen Börsen des Jahres 2018 könnten den entscheidenden Anstoß dazu gegeben haben.

In den Finanzkennzahlen zeichne sich tatsächlich eine Delle im Wachstum der Branche ab, zeige eine Auswertung von "FONDS professionell". Dazu habe die Redaktion die Angaben von 15 Asset Managern ausgewertet. Die Gruppe reiche von Amundi, Aberdeen Standard Life, Allianz Global Investors, PIMCO und BlackRock über Jupiter, GAM bis hin zu DWS und Union Investment.

Die Fondsbranche habe über die vergangenen Jahre einen wahren Wachstumsmarathon absolviert. Nach dem schwierigen Börsenjahr 2018 herrsche zunächst Vorsicht.

"FONDS professionell" habe die Finanzkennzahlen von 15 Asset Managern ausgewertet. In der betrachteten Gruppe sei der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um zehn Prozent gesunken. Von 2016 auf 2017 hätten die Fondsanbieter noch ein Gewinnwachstum um mehr als elf Prozent verzeichnet. Da nicht alle Häuser sämtliche Kennzahlen ausweisen würden, sei bei Umsatz und Nettogewinn die ausgewertete Gruppe kleiner.

Das verwaltete Vermögen habe nach einem Spitzenwert im Jahr 2017 wieder abgenommen. Die schwache Marktentwicklung 2018 habe das Volumen schrumpfen lassen. Auf eine Währungsumrechnung der Kennzahlen haben wir verzichtet, um eine Verzerrung durch die Wechselkursentwicklung zu vermeiden, so die Experten von "FONDS professionell",

Auch beim Nettomittelaufkommen zeige sich 2017 als Rekordjahr. Danach sei der Absatz bei der betrachteten Gruppe wieder abgeflaut und hinter das Jahr 2016 zurückgefallen. (09.04.2019/fc/n/s)