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Fondsbranche fließen im ersten Quartal 45 Milliarden Euro zu - Fondsnews


12.05.22 14:00
BVI

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Fondsgesellschaften erzielten im ersten Quartal 2022 ein Neugeschäft von netto 45,1 Milliarden Euro, so die Experten von BVI.

Allein im Januar hätten Publikums- und Spezialfonds mit insgesamt 30,3 Milliarden Euro einen Rekordzufluss zum Jahresstart verzeichnet. Der Einbruch der Aktienmärkte von Mitte Februar bis Anfang März angesichts des Ukraine-Kriegs habe das Neugeschäft von Fonds gedämpft. Im Februar seien ihnen netto 13 Milliarden Euro zugeflossen, fast ausschließlich in Spezialfonds. Im März hätten Spezialfonds 6,4 Milliarden Euro erzielt, aus Publikumsfonds seien 2,7 Milliarden Euro abgeflossen; hierbei hätten Zuflüsse in Mischfonds (2,6 Milliarden Euro) Rückflüssen aus Aktienfonds (2,6 Milliarden Euro) und Geldmarktfonds (2,2 Milliarden Euro) gegenübergestanden. Zum Vergleich: Im März 2020 hätten Anleger angesichts der Corona-Krise aus Publikumsfonds 21,5 Milliarden Euro abgezogen.

Der deutsche Fondsmarkt zeige sich im europäischen Umfeld beim Neugeschäft robust. Nach Angaben von Morningstar sei der Absatz von Wertpapier-Publikumsfonds, die in Europa aufgelegt worden seien, von 235 Milliarden Euro im ersten Quartal 2021 auf 51 Milliarden Euro im ersten Quartal 2022 zurückgegangen. Das sei ein Einbruch um knapp 80 Prozent. In Deutschland habe sich der Absatz solcher Fonds im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in etwa halbiert.

Der Kursrückgang an den Börsen weltweit habe auch das Fondsvermögen geschmälert. Am 31. März 2022 habe die deutsche Fondsbranche insgesamt knapp 4.150 Milliarden Euro verwaltet. Das seien vier Prozent weniger als zu Jahresbeginn (4.310 Milliarden Euro). Der größte Teil des Vermögens entfalle auf offene Spezialfonds mit 2.103 Milliarden Euro. Offene Publikumsfonds würden 1.420 Milliarden Euro verwalten, geschlossene Fonds 45 Milliarden Euro und Mandate 581 Milliarden Euro.

In Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen gemäß Artikel 8 oder 9 der Offenlegungsverordnung manage die Branche insgesamt 683 Milliarden Euro. Das seien 19 Prozent des Gesamtvermögens von Publikums- und Spezialfonds. Bei Publikumsfonds betrage der Anteil 40 Prozent. Im Vergleich zu anderen Fondsmärkten sei der Anteil eher gering. In Frankreich zum Beispiel liege er bei 69 Prozent. In der EU würden im Schnitt 44 Prozent des Publikumsfondsvermögens auf Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen entfallen. Offenbar seien die Fondsgesellschaften in Deutschland bei der Klassifizierung ihrer Fonds als nachhaltig im Sinne der Offenlegungsverordnung vorsichtiger als ihre Kollegen im Ausland, die ihre Fonds deutlich offensiver als nachhaltig im Sinne der Offenlegungsverordnung einstufen würden.

Beim Neugeschäft der Publikumsfonds von insgesamt 14,1 Milliarden Euro würden 5,1 Milliarden Euro auf Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen entfallen. Das entspreche einem Anteil von 36 Prozent und damit etwa der Größenordnung des Anteils beim Vermögen der Publikumsfonds.

Das von den Fondsgesellschaften verwaltete Netto-Vermögen in Immobilienfonds sei in den letzten zwölf Monaten von 255 Milliarden Euro (31. März 2021) auf 288 Milliarden Euro gestiegen. Das entspreche einem Zuwachs von 13 Prozent. Auf offene Spezialfonds würden 144 Milliarden Euro entfallen, auf offene Publikumsfonds 128 Milliarden Euro und auf KAGB-konforme geschlossene Fonds 16 Milliarden Euro. Eine Auswertung der offenen Immobilienfonds zeige, dass Spezial- und Publikumsfonds den Anteil von Wohn- und Lagerflächen in den letzten fünf Jahren erhöht hätten. Wohnimmobilien würden bei Spezialfonds nun 18 statt 8 Prozent und bei Publikumsfonds 4 statt 1 Prozent der Netto-Sollmieterträge ausmachen. Reduziert hätten sich die Anteile von Büros und Praxisräumen sowie von Handel und Gastronomie. Gleichwohl seien sie noch die wesentlichen Nutzungsarten der Immobilien in den Portfolien. (12.05.2022/fc/n/s)