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Fondsbarometer: Versöhnlicher Jahresausklang - Fondsnews


07.01.21 10:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Ein performancestarker Dezember rettete die Jahresbilanz der Aktienfondsbesitzer für das ungewöhnliche Börsenjahr 2020, wie das aktuelle FONDS professionell-Fondsbarometer zeigt, so die Experten von "FONDS professionell".

Das Finanzjahr 2020 werde jeder, der investiert gewesen sei, noch lange in Erinnerung behalten. Nach einem - gemessen an der Geschwindigkeit - beispiellosen Schock in den vier Wochen zwischen dem 20. Februar und dem 20. März sei es zu einer Erholung gekommen, die nur einmal nennenswert unterbrochen worden sei. In der Spitze habe der MSCI-Weltaktienindex rund 30 Prozent eingebüßt, um in der Folge mehr als 40 Prozent Plus zu machen. Der DAX sei sogar fast 40 Prozent billiger geworden, habe aber mehr als 50 Prozent über seinem Jahrestief geschlossen.

Für Aktienfondsbesitzer, die in diesem Umfeld die Nerven behalten hätten, habe das Jahr somit tendenziell unverändert geendet. Betrachte man alle Aktienfonds, die vom Fondsdatenspezialisten MountainView zur Berechnung von Regionen- und Branchenindices herangezogen würden, habe 2020 mit einem durchschnittlichen Plus von knapp mehr als einem Prozent geendet. Fonds, die global diversifiziert anlegen würden, würden hingegen einen geringfügigen Verlust von 1,3 Prozent zeigen. Der Unterschied erkläre sich aus dem Umstand, dass einige Regionen besonders gut hätten abschneiden können. In der Gruppe der weltweit anlegenden Produkte seien diese jedoch nicht enthalten.

In erster Linie seien dies Fonds gewesen, die ausschließlich oder schwerpunktmäßig im Großraum China engagiert seien. Reine China-Fonds (der entsprechende Index enthalte 54 Produkte beziehungsweise stehe für ein Volumen von 54 Milliarden Euro) hätten das Jahr mit mehr als 21,6 Prozent Plus beendet. Fonds, die auf "Großchina" ausgerichtet seien (37 Fonds/rund 22 Mrd. Euro) seien fast 18 Prozent teurer geworden. Noch stärker hätten reine Taiwan-Fonds zugelegt (24,66%), allerdings enthalte diese Gruppe nur drei Fonds beziehungsweise ein halbe Milliarde Euro.

Der schon seit Monaten beobachtbare Aufwärtstrend bei Fonds, die sich auf alternative Energieträger und damit verbundene Wirtschaftszweige konzentrieren würden, habe auch im Dezember weiter angehalten. Die Gruppe der "Neue-Energie-Fonds" (17 Produkte, rund 11 Mrd. Euro) sei neuerlich unter den Monatssiegern gelandet. Ein weiterer Wertzuwachs um mehr als 6,4 Prozent habe zu einer Ein-Jahres-Performance von spektakulären 66,4 Prozent geführt. Als logische Konsequenz daraus sei es bei klassischen Energie-Fonds (17 Fonds, 3,1 Mrd. Euro) zu einem massiven Wertverlust gekommen. Auf Jahressicht habe dieser bei mehr als 27 Prozent gelegen. Im Dezember sei diese Fondsgruppe die einzige gewesen, die einen Verlust erlitten habe.

Zu den Jahressiegern würden 2020 auch jene 30 Fonds zählen, die in der Gruppe "Edelmetall" gelistet seien. In Summe würden diese Produkte mehr als zehn Milliarden Euro verwalten. Die Wertentwicklung dieser Fonds sei allerdings nicht dem generellen Trend gefolgt. Hier habe man nach einem Einbruch infolge der Corona-Krise von Februar bis März einen spektakulären Anstieg gesehen, der im August geendet habe. In den vier Monaten danach hätten die Kurse konsolidiert, um im Dezember neuerlich kräftig anzuspringen. Für das Kalenderjahr 2020 stehe ein Plus von mehr als 35 Prozent zu Buche, allein der Dezember habe dabei mehr als elf Prozent Plus gebracht.

Da vorläufig kein Ende der Pandemie in Sicht sei, müsse man davon ausgehen, dass auch die kommenden Monate kräftige Wertentwicklungsschwankungen bereithalten würden. Wie das hinter uns liegende Jahr aber eindrucksvoll gezeigt hat, ist es bei global diversifizierten Portfolios nicht ratsam, auf kurzfristige Irritationen zu reagieren, so die Experten von "FONDS professionell".

"FONDS professionell" bringe seit Juli 2014 monatlich das FONDS professionell Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indices gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang Februar. (News vom 06.01.2021) (07.01.2021/fc/n/s)